Angst vor Frauen: Gynophobie erkennen und besiegen

Bei der sogenannten Genophobie geht die Angst vor Frauen über Probleme beim Frauenkennenlernen und etwas Schüchternheit beim Flirten weit hinaus. Wie man die Angst erkennen und bekämpfen kann.

Junger mann mit Kapuze im Park
Eine krankhafte Angst vor Frauen geht über das gesunde Maß an Schüchternheit hinaus Foto: istock/martin-dm

Bei einer zur Angststörung gesteigerten Angst vor Frauen lautet der Fachbegriff Gynophobie. Sie gehört zu den sozialen Phobien und entwickelt sich oft bereits in der Jugendzeit. Die meisten sozialen Phobien kennzeichnet eine fortwährende Furcht, von Mitmenschen negativ bewertet zu werden. Betroffene meiden Situationen, in denen sie mit dem Angstobjekt, in diesem Fall der Frau, konfrontiert werden.

Gut zu wissen: Das Gegenteil einer Gynophobie ist die Androphobie, die starke Angst vor Männern.

Gynophobie: Symptome der Angststörung

Phobien (lat. Phobos, dt. Furcht) gehören zu den häufigsten Angsterkrankungen. Schätzungsweise zehn Prozent der Bevölkerung leiden unter einer irrationalen Furcht vor bestimmten Situationen, Aktivitäten, Objekten oder Räumen. Dabei steht die ausgeprägte Furcht in keinem Verhältnis zur wirklichen Gefahr. Begleiterscheinungen von Phobien sind oft Depressionen sowie körperliche Angstsymptome wie Herzrasen, Schweißausbrüche, Atemnot, Schwindel, Magenschmerzen oder Durchfall.

Betroffene, die unter einer Gynophobie leiden, haben es in der Regel besonders schwer, da sie dem Angstobjekt nicht aus dem Weg gehen können. Die betroffenen Männer sind häufig zurückhaltend und schüchtern und neigen zu einem idealisierten Frauenbild. In der Anwesenheit von Frauen zeigt sich die Gynophobie häufig durch folgende Merkmale:

  • Unwohlsein

  • Unfähigkeit, Augenkontakt zu halten

  • Verstummen oder Stottern

  • Angst vor Berührungen

  • Versagensängste

Mediziner:innen berichten bei Männern mit Angst vor Frauen häufig von einem unterdurchschnittlichen Sexualtrieb – einige Betroffene haben auch gar kein Interesse an sexuellen Kontakten mit Frauen.

Ursachen der Gynophobie: Warum haben Männer Angst vor Frauen?

Die Ursachen der Gynophobie sind individuell verschieden. Folgende Faktoren betrachten Mediziner:innen als mögliche Auslöser der Angst vor Frauen:

  • Wenige oder keine weibliche Bezugspersonen in der Kindheit

  • Mobbingerfahrungen durch Mädchen in der Kindheit und Jugend

  • Zurückweisungen durch Frauen im Jugend- und Erwachsenenalter

  • Ausgeprägte Schüchternheit

  • Gewalt- oder Missbrauchserfahrungen

  • Ausgeprägte Scham- oder Schuldgefühle in Bezug auf das Thema Sexualität; diese können beispielsweise in der Erziehung begründet sein

Venustraphobie: Angst vor schönen Frauen

Während bei vielen von der Gynophobie betroffenen Männern alle Frauen Angst auslösen, fürchten sich einige ausschließlich vor attraktiven Frauen. Diese Angst vor schönen Frauen wird in der medizinischen Fachsprache Venustraphobie genannt.

Ist die Venustraphobie stark ausgeprägt, kann schon das Betrachten schöner Frauen beispielsweise im Fernsehen bei den Betroffenen Angstsymptome auslösen.

Die Angst vor Frauen überwinden: Die besten Tipps

Soziale Phobien werden in der Regel durch eine kognitive Verhaltenstherapie behandelt. Durch sie lernt der Betroffene mit seiner Angst umzugehen und sie besser zu verarbeiten. Zudem wird trainiert, negative Denkmuster abzulegen und sich einen zuversichtlicheren Blick auf sich selbst und das eigene Leben anzugewöhnen. Außerdem können Betroffenen folgende Tipps helfen, ihre Angst vor Frauen zu überwinden:

  • Am eigenen Selbstwertgefühl arbeiten, beispielsweise durch Positive Affirmationen

  • Versuchen, die eigenen Schwächen anzunehmen und

    übertriebenen Perfektionismus abzulegen

  • Üben, „harmlosen“ Kontakt zu Frauen aufzunehmen – beispielsweise durch Blickkontakt in der U-Bahn

Wer mit diesen Tipps und professioneller Hilfe seine Angst vor Frauen angeht, hat gute Chancen, die Gynophobie abzulegen und damit seine Lebensqualität enorm zu steigern.

Quelle
  • Gesundheit heute – Krankheiten, Diagnose, Therapie, Das Handbuch für Schulmedizin, Naturheilkunde und Selbsthilfe (2008), Dr. med. Schäffler (Hrsg.), Knauer Ratgeber Verlag, München.