Gynophobie: Panische Angst vor Frauen

Ines Fedder Medizinredakteurin

Probleme beim Frauenkennenlernen und etwas Schüchternheit beim Flirten schön und gut – was aber ist, wenn sich das Unwohlsein gegenüber dem weiblichen Geschlecht zu einer echten Angsterkrankung entwickelt?

Junger mann mit Kapuze im Park
Eine krankhafte Angst vor Frauen geht über das gesunde Maß an Schüchternheit hinaus Foto:  istock/martin-dm
Inhalt
  1. Übertriebene Angst vor Frauen
  2. Ursache von Gynophobie
  3. Angst vor Frauen: Was kann ich tun?

In diesem Fall spricht man von einer Gynophobie, der krankhaften Angst vor Frauen. Sie gehört zu den sozialen Phobien, auch soziale Neurosen genannt und entwickelt sich oft bereits in der Jugendzeit. Die meisten sozialen Phobien kennzeichnet eine fortwährende Furcht vor Mitmenschen negativ bewertet zu werden, sodass in Folge Situationen gemieden werden, in denen man mit dem Angstobjekt, in diesem Fall der Frau, konfrontiert wird. Das Gegenteil einer Gynophobie, der Angst vor Frauen, ist die Androphobie, der starken Angst vor Männern. 

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Übertriebene Angst vor Frauen

Phobien (lat. Phobos, dt. Furcht) gehören zu den häufigsten Angsterkrankungen. Schätzungsweise 10 Prozent der Bevölkerung leiden unter einer irrationalen Furch vor bestimmten Situationen, Aktivitäten, Objekten oder Räumen. Dabei steht die ausgeprägte Furcht in keinem Verhältnis zur wirklichen Gefahr. Begleiterscheinungen von Phobien sind oft Depressionen sowie körperliche Angstsymptome wie Herzrasen, Schweißausbrüche, Atemnot, Schwindel, Magenschmerzen oder Durchfall. 

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Betroffene, die unter einer Gynophobie leiden, haben es anders als bei anderen Phobien deutlich schwerer, da sie dem Angstobjekt nicht aus dem Weg gehen können. Die krankhafte Angst vor Frauen bringt nicht nur Probleme beim Ausleben der Sexualität mit sich, Betroffene leiden häufig unter permanenten Unwohlsein, Panikattacken und Stottern.

 

Ursache von Gynophobie

Die Gründe für Gynophobie sind nicht eindeutig diagnostiziert. Der britische Sexualpsychologe Havelock Ellis begründete die Gynophobie in einer „Hypersensibilität gegenüber der weiblichen Geschlechtsorgane“. Er bezeichnete die krankhafte Angst vor Frauen auch als „Horror-Feminae“. In seiner Sexualstudie heißt es: „Wenn die Abwesenheit einer parallelen Erregung beim Betrachter von dem Gefühl der Unbekanntheit wie in der Kindheit oder von einer neurotischen Überempfindlichkeit begleitet wird, sind die Bedingungen für die Erzeugung von intensiven Horror-Feminae gegeben.“ Früher galt die krankhafte Angst vor Frauen auch als treibende Kraft für Homosexualität. 

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Angst vor Frauen: Was kann ich tun?

Soziale Phobien werden in der Regel durch eine kognitive Verhaltenstherapie behandelt. Durch sie lernt der Betroffene mit seiner Angst umzugehen und sie besser zu verarbeiten.

Quelle:

Gesundheit heute – Krankheiten, Diagnose, Therapie, Das Handbuch für Schulmedizin, Naturheilkunde und Selbsthilfe (2008), Dr. med. Schäffler (Hrsg.), Knauer Ratgeber Verlag, München.

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