Gymnastik hilft bei Schleudertrauma

Gymnastik hilft bei Schleudertrauma
Eine frühzeitige krankengymnastische Therapie ist für den Heilungsprozess eines Schleudertraumas besser als eine Halskrause © Fotolia

Die Zeit der unbequemen ,,Halskrausen” ist vorbei. Sie sollen bei den etwa zwei Millionen Menschen jährlich die Nackenmuskeln nach Verletzungen schonen. Studien an mehreren Universitäten haben jetzt ergeben: Das ist genau der falsche Weg. Praxisvita sagt Ihnen warum.

Schleudertrauma heißt die fatale Diagnose, wenn vor allem die Nacken- und Halsmuskeln bzw. -Bänder stark überdehnt wurden. Das geschieht immer dann, wenn eine schnelle Bewegung des Körpers abrupt gestoppt wird.

Beispiel Auffahrunfall: Die Fahrerin ist angeschnallt, der Gurt hält Becken und Oberkörper weitgehend an der Rückenlehne. Durch den plötzlichen Stopp fliegt der Kopf, der natürlich frei beweglich ist, nach vorn. Eine ungeheure Belastung, die oft mit Prellungen und Überdehnungen bezahlt wird.

 

Krankengymnastik hilft bei Schleudertrauma besser als eine Halskrause

Bisherige Behandlung: Eine Halskrause stützte bis zu sechs Wochen lang den Kopf. So wollte man Muskeln und Bändern Zeit zur Regeneration geben. Erst wenn sie wieder stark genug waren, den Kopf allein zu halten, wurde die Krause abgenommen – Erlösung von einer unerträglichen Belastung an warmen Tagen: Man schwitzte, und es juckte unter der Krause.

Diese Methode ist verkehrt – so lautet die heutige Meinung verschiedener Experten. Der Körper hält aus eigenem Schutz- und Schon-Antrieb heraus den Kopf und die überdehnten Gewebe ohnehin weitgehend ruhig. Dadurch ist die Halskrause überflüssig. Und: Ärzte überlisten diesen natürlichen Reflex inzwischen. Sie bewegen den Kopf gezielt in alle Richtungen, jeden Tag ein wenig mehr. Studien haben nämlich ergeben: Nur so wird das Muskel-, Bänder- und Sehnengewebe zur schnellen Regeneration angeregt.

 

Gymnastische Übungen helfen neben Schleudertrauma auch bei Verstauchungen, Sportverletzungen und Prellungen

Auch bei anderen Verletzungen, etwa Verstauchungen, Sportverletzungen und Prellungen, werden Gelenke und Muskeln durch gezielte krankengymnastische Übungen zur schnelleren Wiederherstellung der Mobilität gereizt. Dadurch ist man nicht nur schneller wieder fit – auch die Kosten für das öffentliche Gesundheitswesen werden gesenkt.

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