Grüner Tee: Von wegen gesund!

Stephanie Pingel
Grüner Tee ist besonders gesund
Grüner Tee ist grundsätzlich sehr gesund – beim Kauf sollten Sie aber dennoch auf das Urteil von „Stiftung Warentest“ vertrauen © Fotolia

Grüner Tee hat viele gesundheitsfördernde Eigenschaften. „Stiftung Warentest“ hat jetzt die Produkte verschiedener Anbieter auf Schadstoffe untersucht – mit überraschenden Ergebnissen.

Seit fast 5000 Jahren wird Grüner Tee wegen seinen gesundheitsfördernden Eigenschaften getrunken. Unter anderem wirkt der kleine Alleskönner unter den Teesorten verdauungsfördernd, verbessert die Fettverbrennung und soll entgiften. Grund genug für „Stiftung Warentest“, die Produkte von unterschiedlichen Herstellern auf Schadstoffe zu testen. Das ernüchternde Ergebnis: Nur 5 von 25 getesteten Sorten erhielten die Bewertung „gut“.

 

Der beste ist ein Bio-Tee

Getestet wurden sowohl Beuteltees als auch Kapseln und Pulver. Die Tester kauften dafür in Supermärkten, Fachgeschäften und in Bioläden ein. Der Testsieger ist ein Bio-Produkt: Der „Alnatura Grüner Tee Sencha“ bekam zwar kleine Abzüge durch eine leichte Nikotin-Belastung, schnitt insgesamt aber am besten ab und bekam die Gesamtnote „gut“. Die besten losen Tees wurden noch mit „befriedigend“ bewertet, einige Sorten bekamen aber auch die Noten „ausreichend“ oder sogar „mangelhaft“. Einer der Gründe: In diesen Tees war eine erhöhte Menge des Pflanzeninhaltsstoffes Pyrrolizidinalkaloid nachgewiesen worden. Und dieser hat in Tierversuchen bereits krebserregend gewirkt. Vermutlich sind die Inhaltsstoffe über mitgepflücktes Unkraut in den Tee gelangt.

 

Grenzwerte sind nicht genau definiert

Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sollte ein 60 Kilogramm schwerer Erwachsener langfristig nicht mehr als 0,42 Mikrogramm Pyrrolizidinalkaloide am Tag zu sich nehmen – auch, wenn es offiziell keinen Grenzwert gibt. Testleiter und Lebensmittelchemiker Thomas Koppmann warnt: „Teetrinker können diese Menge schnell überschreiten.“ Bei einigen der getesteten Grüntees reicht dazu bereits eine Tasse am Tag.

Hamburg, 25. September 2015

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