Grüner Tee gegen Darmentzündungen

Grüner Tee
Mediziner empfehlen Patienten mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, dreimal täglich je zwei Tassen grünen Tee zu trinken © Fotolia

Grüner Tee lindert Darmentzündungen – darauf deuten bereits zahlreiche Studien hin. US-Forscher haben jetzt erstmals den genauen Wirkmechanismus entschlüsselt, der dahintersteckt. Doch es gibt auch Einschränkungen: Ein bestimmter Nährstoff hemmt die antientzündliche Wirkung des Tees.

Grüner Tee kann bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) die Zeit zwischen den Entzündungsschüben verlängern und neue Schübe abmildern – zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler der Universität Münster bereits 2013 in einer Studie mit Mäusen. Zahlreiche weitere Studien wiesen anschließend auch auf einen antientzündlichen Effekt des Grünen Tees hin, speziell bei Darmentzündungen. Wie es zu dieser Wirkung kommt, was bisher jedoch nicht vollständig geklärt.

Auf der Suche nach dem Mechanismus, der sich dahinter verbirgt, ist ein bestimmter Inhaltstoff des grünen Tees schon seit Längerem im Fokus der Forscher: das sogenannte Epigallocatechingallat (EGCG). Wissenschaftlern der Pennsylvania State University gelang es jetzt, den genauen Prozess hinter der entzündungshemmenden Wirkung von EGCG zu entschlüsseln: Demnach inaktiviert der Stoff die sogenannte Myeloperoxidase, ein entzündungsförderndes Enzym, das während einer Entzündung von weißen Blutkörperchen freigesetzt wird.

 

Eisen hemmt Wirkung von Grünem Tee

In derselben Studie fanden die US-Forscher heraus, dass Eisen EGCG an seiner Anti-Entzündungs-Reaktion hindert und so die heilsame Wirkung des Grünen Tees beeinträchtigt. Sie raten darum von der gleichzeitigen Aufnahme von eisenhaltiger Nahrung oder Eisenpräparaten mit Grünem Tee ab. „Wenn man Grünen Tee nach einer eisenhaltigen Mahlzeit trinkt“, erklärt Studienleiter Matam Vijay-Kumar, „bindet sich der Hauptinhaltsstoff des Tees an das Eisen. Wenn das passiert, verliert der Grüne Tee seine Wirkung als Antioxidationsmittel.“

Das ist für Patienten mit chronischen Darmentzündungen von besonders großer Bedeutung, denn sie leiden häufig an einem Eisenmangel und nehmen darum Eisenpräparate ein.

Vijay-Kumar: „Es ist wichtig, dass CED-Patienten, die sowohl Eisenpräparate als auch Grünen Tee zu sich nehmen, wissen, wie ein Nährstoff den anderen beeinflusst. Die Erkenntnisse aus der Studie könnten sowohl für Menschen hilfreich sein, die Grünen Tee mögen und ihn wegen seiner allgemein positiven Wirkung trinken, als auch für solche, die ihn gezielt verwenden, um Krankheiten und Beschwerden zu behandeln.“

Hamburg, 10. März 2016

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