Grüner Star: Gute Augen in jedem Alter

Alle zwei Jahre Glaukom-Untersuchung
Ab den 40. Lebensjahr sollten Sie alle zwei Jahre eine Glaukom-Untersuchung machen lassen (manche Kassen zahlen) © Fotolia

Es ist leider so: Mit den Jahren lässt bei den meisten von uns die Sehkraft nach. Aber wer frühzeitig reagiert, behält den Durchblick. PraxisVITA erklärt, was Sie beachten sollten – für gute Augen in jedem Alter.

Ob Speisekarte, Zeitschrift oder Einkaufszettel: Irgendwann beginnen wir beim Lesen, lange Arme zu machen. Eine Alterserscheinung, denn nicht nur die Haut wird älter – auch die Augen. So kommt es, dass mehr als 90 Prozent der über 60-Jährigen eine Brille tragen. Auch verschiedene Erkrankungen können auf die Augen gehen. Für gute Augen sollte man sie daher ab 40 Jahren einmal jährlich kontrollieren lassen.

 

Glaukom: Zu hoher Druck im Auge

Wie macht es sich bemerkbar?

Bei dauerhaft erhöhtem Augeninnendruck sterben die feinen Fasern des Sehnervs ab. Es entwickelt sich ein Tunnelblick, bei dem die Ränder des Gesichtsfelds verschwimmen. Unbehandelt droht Erblindung.

Was kann helfen – für gute Augen?

Experten raten, ab dem 40. Lebensjahr alle zwei Jahre eine Glaukom-Untersuchung machen zu lassen, auch wenn die Kasse nicht zahlt (ca. 20 Euro) – bei Risikopatienten (z. B. Glaukom in der Familie, Diabetes) werden die Kosten aber übernommen. Behandelt wird mit drucksenkenden Tropfen. Auch eine OP oder ein Laser-Verfahren (Laser-Trabekuloplastik) sind möglich – für gute Augen in jedem Alter.

 

Altersweitsicht: Lesen fällt schwer

Wie macht es sich bemerkbar?

Weil die Augenlinse zunehmend steifer wird, kann sie sich in der Nähe nicht mehr gut scharf stellen. Um Kleingedrucktes zu entziffern, muss der Abstand vergrößert werden.

Was kann helfen?

Eine Lesebrille. Wer zusätzlich kurzsichtig ist, braucht eine Gleitsichtbrille oder kann Multifokal-Kontaktlinsen wählen. Auch der operative Einsatz von Gleitsichtlinsen ist möglich. Ein neues Laser-Verfahren für Alterssichtigkeit, bei dem zugleich andere Fehlsichtigkeiten behoben werden können, heißt Supracor. Andere Möglichkeit: Ein Auge wird per LASIK-Verfahren so gelasert, dass es in der Ferne, das andere, dass es in der Nähe sieht. Das Gehirn mischt die Bilder.

Gute Augen
Durch einen hohen Blutzuckerspiegel wie bei Diabetes können Organe geschädigt werden – auch sonst gute Augen© Fotolia
 

Grauer Star: Wie verwaschen

Wie macht es sich bemerkbar?

Die Sicht wird verschwommen und kontrastloser. Auch Doppelbilder sind möglich. Aus ungeklärter Ursache trübt die Augenlinse ein. Das kann bis zur Erblindung führen. Im Zusammenhang mit Diabetes oder Neurodermitis ist die Gefahr erhöht.

Was kann helfen?

Nur eine OP. Die trübe Linse wird durch eine Kunstlinse ersetzt. Erst am einen Auge, nach einer gewissen Einheilzeit dann am anderen. Da starke UV-Strahlung die Linse schädigt, vorbeugend im Sommer eine hochwertige Sonnenbrille tragen. Eine gute Versorgung mit Vitalstoffen wie Lutein und Omega-3-Fettsäuren mindert das Risiko (aus der Apotheke).

 

Diabetes: Gefahr für sonst gute Augen

Wie macht es sich bemerkbar?

Schwankende Zuckerwerte schädigen die feinen Gefäße in der Netzhaut. Fett- und Eiweißstoffe lagern sich ein, die Zellen werden schlechter versorgt, es kann zu Einblutungen in den Glaskörper des Auges kommen. Schwarze Rußflecke in der Sicht oder Sehen wie durch einen grauen Vorhang sind Vorboten der diabetischen Retinopathie. Bei großen Einblutungen kann es zu einer plötzlichen, drastischen Sehverschlechterung kommen.

Was kann helfen?

Früherkennung und ein gutes Blutzucker-Management. Diabetiker sollten sich engmaschig untersuchen lassen. Gut für die Augen: Vitamine schützen die Sehkraft – für gute Augen.

 

AMD: Der blinde Fleck

Wie macht es sich bemerkbar?

Bei der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) erscheinen Buchstaben unscharf, verschwimmen in der Mitte. Gegenstände sowie gerade Linien scheinen verzerrt. Schreitet die AMD fort, bildet sich in der Mitte des Sehfelds ein blinder, dunkler Fleck, der sich immer weiter ausdehnt. Die feuchte Form der AMD führt unbehandelt zur Erblindung.

Was kann helfen?

Um vorzubeugen, sollten Sie nicht rauchen und auf Ihren Blutdruck achten. Eine Ernährung mit viel Gemüse und Obst trägt zum Erhalt der Makula, dem Bereich des schärfsten Sehens in der Netzhaut, bei. Ist ein Schaden eingetreten, werden regelmäßige Injektionen mit VEGF-Hemmern vorgenommen. Sie dichten Blutgefäße ab und bauen die Flüssigkeitsansammlung der feuchten AMD ab. Das hält das Fortschreiten auf. In einigen Fällen verbessert sich die Sehkraft sogar wieder.

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