Grünem Star vorbeugen – mit 10 Minuten Bewegung!

Carolin Banser Medizinredakteurin
Frau und Hund im Winterwald
Forscher fanden heraus, dass energisches Gehen oder Laufen das Glaukom-Risiko um bis zu 73 Prozent senken kann © istock

Seit Jahren sind Wissenschaftler auf der Suche nach konkreten Maßnahmen, um einen Sehverlust zu verhindern. Eine neue Studie deutet an, dass wir unser Glaukom-Risiko ganz einfach senken können – indem wir aktiv bleiben.

Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Sport, besonders mäßige bis kräftige Aktivität wie schnelles Gehen oder Joggen, dazu beitragen kann, das Risiko eines Glaukoms (Grüner Star) zu senken.

Die Wissenschaftler an der Universität von Kalifornien präsentierten ihre Ergebnisse auf der Jahrestagung der American Academy of Ophthalmology, die kürzlich in New Orleans stattfand. Dr. Victoria L. Tseng, Autorin der Studie, stellte anhand verschiedener Erhebungen fest, dass Bewegung den Blutfluss zum Auge und den Druck im Inneren verändern kann. Daher untersuchte sie mit ihrem Team den Zusammenhang zwischen der Belastungsintensität und einem Glaukom.

 

Die Studie

Unter Verwendung landesweiter Erhebungsdaten, fanden die Forscher heraus, dass – verglichen mit den am wenigsten aktiven Menschen – die körperlich aktivsten Individuen ein 73 Prozent geringeres Risiko für die Entwicklung eines Glaukoms aufwiesen.

Um das Niveau der körperlichen Aktivität zu bestimmen, maßen die Forscher anhand von Fitnesstrackern Gehgeschwindigkeit und Schritte pro Minute. Nach der Analyse der Daten kam das Forscherteam zu der Erkenntnis, dass mit jeder 10-minütigen Zunahme der mäßigen bis starken körperlichen Aktivität pro Woche das Glaukom-Risiko um 25 Prozent sank.

Glaukom
Mehr als zwei Millionen Menschen in Deutschland leiden an einem Glaukom. Die Erkrankung kann eine Sehbehinderung oder sogar Erblindung hervorrufen© istock
 

Glaukom betrifft immer mehr Menschen

Weltweit ist das Glaukom die häufigste Ursache für nicht heilbare Blindheit. Mehr als zwei Millionen Menschen in Deutschland leiden an dieser Erkrankung. Patienten mit einem Glaukom sehen zunächst Ringe um Lichtquellen, später verengt sich das Sichtfeld immer weiter. Ursache des Glaukoms ist ein zu hoher Augeninnendruck, der den Sehnerv schädigt. Ausgelöst wird er dadurch, dass der Abfluss des Augenkammerwassers gestört ist.

 

Glaukom ist nicht heilbar

Ein Glaukom ist nicht heilbar. Früh genug erkannt, können Therapien ein Fortschreiten der Krankheit jedoch verlangsamen und mitunter die Sehkraft erhalten. Die meisten Betroffenen werden mit Tropfen behandelt, die den Augeninnendruck senken. Reicht das nicht aus, kommen weitere Therapien, wie eine Laserbehandlung oder chirurgische Eingriffe, zum Einsatz. Diese bringen jedoch nur Erfolg, wenn die Diagnose rechtzeitig gestellt wird, da bereits entstandene Schäden der Augen nicht rückgängig gemacht werden können.

Wissenschaftler sind bislang davon ausgegangen, dass die Wahl des Lebensstils das Glaukom selbst nicht beeinflusst. Neuere Studien zeigen allerdings eine Verbindung zwischen Lebensstilfaktoren und dem Augeninnendruck, der ein eindeutiger Risikofaktor für Glaukom ist.

Das Forscherteam ist deshalb der Frage nachgegangen, ob sich Lebensgewohnheiten finden lassen, die das Risiko der Entwicklung der Krankheit eindämmen.

 

Schnelleres Gehen entspricht einem niedrigeren Glaukom-Risiko

 „Unsere Forschung lässt vermuten, dass nicht nur das Training an sich mit einem verminderten Glaukom-Risiko einhergeht, sondern dass Menschen, die mit höherer Geschwindigkeit und mehr Schritten gehen oder laufen, ihr Glaukom-Risiko sogar noch weiter senken können – verglichen mit Menschen, die Sport mit niedrigeren Geschwindigkeiten und weniger Schritten treiben.“

Studien haben bereits gezeigt, dass Bewegung sich positiv auf den Augeninnendruck auswirkt. Laufen oder Fahrradfahren kann den Augeninnendruck bei Patienten mit Glaukom um bis zu 13mmHg senken. Auch ein energischer Spaziergang von 20 Minuten kann den Augeninnendruck um 1,5mmHg senken. Bereits ein Anstieg von einem mmHg würde das Risiko für einen Augenschaden um zehn Prozent erhöhen.

Die Forscher weisen darauf hin, dass die direkte Beziehung zwischen Glaukom und körperlicher Aktivität weiter untersucht werden muss, bevor klinische Leitlinien zu den Befunden formuliert werden können. Bis dahin rät die Expertin allen Patienten, Sport zu treiben, da dies sowohl ihrer Gesundheit als auch ihren Augen zugute kommt.

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