„Grüne Cola“: Werbeschwindel aufgedeckt

Steht „Stevia“ für „zuckerfrei“ und „grün“ für „gesund“? Das sollen Verbraucher zumindest glauben, wenn sie im Supermarkt vor dem Softdrink-Regal stehen. Es stimmt aber nicht, zeigt der „Marktcheck“ der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Erfahren Sie hier, was wirklich hinter den falschen Gesund-Etiketten steckt.

Trotz des gesunden Images, das Trendgetränken durch Werbung oder grüne Etiketten verpasst wird, sind sie nicht gesünder oder deutlich zuckerärmer als andere Softdrinks – zu diesem Ergebnis kommt die Verbraucherzentrale Niedersachsen in ihrem „Marktcheck“ zu aktuellen Trendgetränken wie Fanta Klassik oder Coca-Cola Life.

 

Rote Ampel für die „Grüne Cola“

Darin prüften Experten der Verbraucherzentrale acht Getränke auf ihren Zucker- und Kaloriengehalt und vergaben anschließend Bewertungen in Form von den Ampelfarben. Grün steht dabei für einen geringen Zuckeranteil (bis 2,5 Gramm pro 100 Milliliter) und rot für einen hohen (über 6,3 Gramm pro Milliliter).

Drei der getesteten Produkte waren mit dem Zusatz von Stevia gekennzeichnet. Eins davon wurde mit „ein Drittel weniger Zucker – weniger Kalorien“ beworben. Ein weiteres Getränk ohne Stevia-Zusatz wies die Angabe „weniger süß“ auf.

Die Tests ergaben: Von den vier vermeintlich kalorien- und zuckerärmeren Getränken wiesen drei kaum weniger Zucker und Kalorien auf als das Standard-Produkt derselben Marke. Eine Coca-Cola enthält beispielsweise mit 54 Gramm ganze 18 Würfel Zucker pro 0,5-Liter-Flasche. Die „grüne“ Coca-Cola Life enthält immerhin noch elf Würfel Zucker (34 Gramm) und überschreitet damit deutlich die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene tägliche Zuckerdosis von 25 Gramm.

 

Grüne Cola „alles andere als gesund“

„Diese Zuckerbombe ist alles andere als gesund“, sagt Anneke von Reeken, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Zu bedenken sei, dass vor allem Jugendliche Trendgetränke wie Cola konsumieren – und für 12-Jährige liege die empfohlene Tageshöchstmenge sogar nur bei 22,5 Gramm.

Die ausführlichen Testergebnisse können Sie hier einsehen.

Hamburg, 15. Mai 2015

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