Grippewelle 2019 – Höhepunkt überschritten

Redaktion PraxisVITA

Wann startet die Grippewelle 2018/2019? Wie gut schützt eine Impfung und für wen wird sie empfohlen?

Der Impfstoff, der künftig von den Krankenkassen bezahlt wird, schützt vor vier statt wie bisher nur vor drei Virustypen
Der Impfstoff, der künftig von den Krankenkassen bezahlt wird, schützt vor vier statt wie bisher nur vor drei Virustypen Foto:  sitox/iStock
 

+++8.3.: Höhepunkt der Grippewelle überschritten+++

Der Höhepunkt der Grippewelle 2019 ist wohl überschritten – das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet für die neunte Kalenderwoche (25.2.-3.3.) einen Rückgang der Neuerkrankungen. Das Institut stuft die Influenza-Aktivität inzwischen als "deutlich erhöht" und nicht mehr als "stark erhöht" ein. Seit Jahresbeginn wurden dem RKI bisher 19.962 im Labor bestätigte Grippefälle gemeldet.

 

+++14.2.: Grippewelle 2019 greift um sich+++

Die Grippewelle 2019 ist angerollt – das RKI stufte die Aktivität der Atemwegserkrankungen in der sechsten Kalenderwoche (2.2.-8.2.) als stark erhöht ein. In diesem Jahr wurden dem RKI bisher 14.341 im Labor bestätigte Grippefälle gemeldet. Das sind weniger als im Vorjahr: 2018 wurden in der gleichen Kalenderwoche 17.990 Fälle registriert.

 

Wer sollte sich impfen lassen?

Am schwersten trifft die Grippe meist ältere Menschen – die Ständige Impfkommission (STIKO) des RKI empfiehlt die Grippeimpfung darum vor allem Menschen über 60 Jahren. Zusätzlich sollten sich Personengruppen mit einem erhöhten Risiko für schwere Krankheitsverläufe impfen lassen – dazu gehören Schwangere und chronisch kranke Menschen. Zum Schutz kranker und pflegebedürftiger Menschen wird auch Personen mit Tätigkeiten im Medizin- und Pflegebereich die Impfung nahegelegt. Die Grippeimpfung ist aber generell für Menschen jeden Alters geeignet. Experten raten sich im Oktober, spätestens aber im November gegen Grippe impfen zu lassen.

 

Wie wirksam ist die Grippeimpfung?

Die Wirksamkeit der Grippeimpfung unterscheidet sich von Saison zu Saison – dafür sind verschiedene Faktoren verantwortlich. Doch bei der Grippewelle 2019 ist mit einer weit höheren Wirksamkeit der Schutzimpfung zu rechnen als in der vergangenen Saison. Denn während gesetzlich Versicherte bisher in der Regel immer nur einen Dreifach-Impfstoff bekamen (also vor drei Virussträngen geschützt waren), übernehmen die Krankenkassen künftig die Kosten für den Vierfachimpfstoff, der vor vier verschiedenen Virustypen schützt.

Aufgrund der weiten Verbreitung des Dreifach-Impfstoffes bot die Impfung in der Grippesaison 2017/2018 nur einen begrenzten Schutz, erklärt Prof. Dr. Christoph Lübbert, Leiter des Fachbereiches Infektions- und Tropenmedizin am Universitätsklinikum Leipzig: „Für zwei Drittel der Erkrankungen war die Yamagata-Linie des Influenza-B-Virus verantwortlich; diese war aber im Impfstoff nicht enthalten und laut Untersuchungen hatte die Impfung deshalb in manchen Risikogruppen nur einen etwa 15-prozentigen Schutz. Im Vergleich dazu verspricht der Vierfach-Impfstoff für dieses Jahr jedoch eine Wirksamkeit von bis zu 80 Prozent!“

Bei älteren Menschen ist die Wirksamkeit der Grippeimpfung in der Regel geringer – der Grund dafür ist, dass das Immunsystem im Alter weniger effektiv arbeitet. Dennoch lohnt sich eine Impfung für sie, so der Experte: „Ältere Patienten profitieren wie auch wir jüngeren Menschen wirklich immer von der Impfung. Ihre Krankheitsverläufe sind sehr viel milder, dadurch können auch Klinikeinweisungen und Folgeschäden vermieden werden. Eine Studie der Universität Chieti-Pescara hat zudem Folgendes ergeben: Ältere Menschen profitieren offenbar das ganze Jahr über von einer Grippeimpfung. Unter den Senioren, die eine Impfung erhalten hatten, starben in einem Jahr 46 Prozent weniger Menschen als in der Vergleichsgruppe ohne Impfschutz.“

 

Wie hoch ist das Risiko für Impfschäden?

„Die Grippe ist weitaus gefährlicher als die Impfung“, so Lübbert. „Der Impfstoff selbst zählt zu den weltweit am häufigsten verabreichten und ist wirklich sehr, sehr sicher. Nur etwa bei einem von 700.000 bis zu einer Million Patienten kann eine schwere Nebenwirkung, nämlich das sogenannte Guillain-Barré-Syndrom auftreten. Dabei handelt es sich um eine Nervenentzündung mit Lähmungserscheinungen, die allerdings nicht nur von Impfungen, sondern auch als Folge von Infektionserkrankungen auftreten kann. Zum Vergleich: Im letzten Jahr hätten wir laut Aussage der Ständigen Impfkommission bundesweit mindestens 5.000 Grippe-Tote weniger gehabt, wenn mehr Menschen geimpft gewesen wären.“

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