Grippeschutz: Wer sollte sich impfen lassen?

Dr. Nadine Hess
Expertin Dr. Hess: „ Eine Impfung ab Anfang November macht am meisten Sinn, damit die Impfung auch noch am Ende der Saison wirkt.“ © privat

Immer wieder im Herbst stellt sich für viele Familien die Frage nach der Grippeschutzimpfung. Für wen ist sie empfehlenswert? Wann sollte sie gemacht werden? Welche Impfstoffe gibt es und warum muss man es jedes Jahr wieder neu impfen?

 

Das sagt die Kinderärztin Dr. Nadine Hess

Die ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts (STIKO) empfiehlt die Impfung offiziell für alle Personen über 60 Jahren, Menschen allen Alters mit „erhöhtem Erkrankungsrisiko“ infolge chronischer Erkrankungen (zum Beispiel chronische Atemwegserkrankungen, Diabetes mellitus, Immundefekten, Nieren-, Leber-, Herzerkrankungen, etc. – wenn Sie unsicher sind, ob Sie oder Ihre Kinder an einer Erkrankung leiden, die eine Impfung sinnvoll machen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt), Schwangere, Bewohner von Pflegeeinrichtungen und Personen, die aufgrund ihres Berufes einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind. Dazu gehört medizinisches Personal, aber beispielsweise auch für Busfahrer, Lehrer, Erzieher und viele mehr kann eine Impfung ratsam sein.

 

Rechtzeitige Impfung empfehlenswert

Die „Hauptsaison“ für die „echte Grippe“ – auch Influenza genannt – ist meistens ab Januar eines jeden Jahres (manchmal etwas eher oder später) und dauert dann etwa vier Monate an. Der Impfstoff ist in der Regel ab September verfügbar, aus meiner Sicht macht eine Impfung ab Anfang November am meisten Sinn, damit die Impfung auch noch am Ende der Saison wirkt.

Kind bekommt nasalen Grippeschutzimpfstoff
Leider bislang nur für Kinder zugelassen: ein Grippeschutz-Impfstoff, der wie ein Nasenspray angewendet wird© Fotolia
 

Nasaler Grippe-Impfstoff für Kinder

Es gibt unterschiedliche Hersteller für Impfstoffe, die sich alle ähneln – es sind Dreifach- und Vierfachimpfstoffe auf dem Markt (sie wirken gegen drei, bzw. vier Grippestämme). Bisher nur für Kinder – leider noch nicht für Erwachsene – ist ein nasaler Impfstoff zugelassen, der wie ein Nasenspray angewendet wird. Zwar gibt es für Kinder auch noch die klassische Grippeschutzimpfung mit einer Spritze, bei dem nasalen Impfstoff entfällt jedoch für die Kleinen der unangenehme Picks. Die Wirkung der „Nasensprayimpfung“ ist zudem sehr gut, laut einigen Studien ist die Wirkungsweise sogar besser als der herkömmliche Impfstoff zum injizieren. Eigentlich auch leicht nachvollziehbar, denn der Impfstoff wird genau dort aufgebracht, wo die Viren auf den Körper treffen und ihn infizieren können – im Nasen-Rachenraum. Ob der Impfstoff in dieser Darreichungsform bald auch für Erwachsene verfügbar ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt leider noch nicht abzusehen. Ich hoffe es sehr, denn auch ich würde lieber ein Nasenspray verwenden, als eine Injektion zu bekommen.

 

Warum die Impfung jedes Jahr erneuert werden muss

Die Impfung muss in jedem Jahr erneuert werden, da sich die Eigenschaften des Influenzavirus verändern und somit auch die Impfstoffe daran angepasst werden müssen. Außerdem lässt der Schutz der Impfung relativ schnell nach, so dass auch bei einer unveränderten Zusammensetzung des Impfstoffes eine erneute Verabreichung einmal im Jahr empfehlenswert ist.

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