Grippeimpfung schützt vor tödlichem Herzversagen

Stephanie Pingel Medizinredakteurin
Grippeimpfung gegen Herzversagen
Die Grippeimpfung als Schutz vor tödlichem Herzversagen? Laut einer Metaanalyse ist das möglich © jarabee123/iStock

Laut einer neuen Studienanalyse kann die Grippeimpfung vor einem ansonsten tödlichen Herzversagen schützen. PraxisVITA erklärt, wie umfänglich dieser Schutz sein kann.

Eine große Metaanalyse aus sechs vorhandenen Studien mit über 78.000 Patienten zeigt, dass die Grippeimpfung das Risiko für einen Tod durch Herzversagen deutlich reduzieren kann. Demnach sinkt das Sterberisiko nach der Impfung für die entsprechende Grippesaison um 50 Prozent. Doch das ist noch nicht alles: Auch nach der Saison senkt die Impfung die Wahrscheinlichkeit für einen herzbedingten Tod für das restliche Jahr um 20 Prozent. Die Ergebnisse der Analyse stellten die Forscher um den Kardiologen und Studienautor Hidekatsu Fukuta auf einer Konferenz des American College of Cardiology vor.

 

Grippe als Gefahr für Herzkranke

„Es ist bereits bekannt, dass eine Grippeinfektion das Sterberisiko für Patienten mit Herzversagen erhöhen kann“, so Fukuta. Laut dem Kardiologen lässt sich die hohe herzbedingte Sterberate von Patienten weltweit mit einer vergleichsweise niedrigen Impfrate in Relation setzen. „Vor diesem Hintergrund zeigt unsere Analyse deutlich, dass die Grippeimpfung mehr bei herzkranken Patienten eingesetzt werden sollte.“

 

Ein Zusammenhang ist noch kein Beweis

Die Forscher werteten Studien aus den USA, Europa und Asien aus. Fünf davon waren Beobachtungsstudien, die letzte eine Analyse einer klinischen Testreihe. Keine der Untersuchungen zielte spezifisch auf die Auswirkungen einer Grippeimpfung auf Patienten mit Herzversagen ab, die Impfrate der betroffenen Probanden reichte von 26 bis hin zu 86 Prozent. Die Forscher führen diese Schwankungen darauf zurück, dass die Grippeimpfung als möglicher Schutz für herzkranke Patienten noch nicht in den entsprechenden Leitlinien aufgeführt ist. Allerdings könnte es dafür auch noch etwas zu früh sein: Fukuta und seine Kollegen weisen daraufhin, dass Beobachtungsstudien zwar Zusammenhänge zeigen können, aber nicht zwangsweise Ursache und Wirkung beweisen. „Deshalb müssten als nächstes randomisierte Kontrollstudien durchgeführt werden, um unsere Ergebnisse zu bestätigen“, erklärt Fukuta. Erst danach könnten die vorhandenen Leitlinien aktualisiert werden.

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