Grippe – wer sich unbedingt impfen lassen sollte

Ein Arzt gibt einem Patienten einen Impfausweis
Experten raten Patienten in Risikogruppen dringend zur Grippe-Impfung © Fotolia

„Die Grippe ist nicht gefährlich“ oder „Die Impfung macht mich krank“ – solche falschen Annahmen halten zahlreiche Menschen davon ab, sich gegen Influenza-Viren impfen zu lassen. Dabei kann die Grippe für viele von ihnen besonders gefährlich werden.

In einer gemeinsamen Erklärung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, des Paul-Ehrlich-Instituts und des Robert Koch-Instituts warnen Experten vor gefährlichen Impflücken in der Grippesaison.

Hintergrund ihrer Warnung sind eine mangelnde Impfbereitschaft und schwere Krankheitsverläufe in den vergangenen Jahren. So zeigt der Influenzasaisonbericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza am Robert-Koch-Institut, der jährlich im September veröffentlicht wird, dass in der vergangenen Grippesaison die Altersgruppe über 60 Jahren besonders von schweren Krankheitsverläufen betroffen war. Insgesamt wird von geschätzten 6,2 Millionen zusätzlichen Arztbesuchen durch die Grippe in der Saison 2014/2015 berichtet. Schätzungsweise 3,7 Millionen Menschen waren durch die Influenza arbeitsunfähig und rund 31.000 mal wurden Patienten von ihrem Hausarzt wegen grippebedingter Beschwerden in ein Krankenhaus eingewiesen.

 

Impflücken bei Risikogruppen

Um solche Fälle zu vermeiden, raten die Experten dringend zur Impfung, besonders in den Risikogruppen. Dazu gehören:

  • Menschen ab 60 Jahren
  • Patienten mit chronischen Erkrankungen
  • Schwangere
  • Bewohner von Alters- und Pflegeheimen
  • Medizinisches und Pflegepersonal

In den vergangenen Jahren bestanden in diesen Gruppen jedoch große Impflücken, wie eine aktuelle Studie des Robert-Koch-Instituts zeigt. Demnach lag die Grippe-Impfquote bei Personen über 60 Jahren in der Saison 2012/13 bei 50 Prozent und in der Saison 2013/14 bei 49 Prozent. Bei Patienten mit chronischen Erkrankungen im Alter von 18-59 Jahren waren lediglich 24 Prozent (2012/13) beziehungsweise 23 Prozent (2013/14) geimpft.

Auf die Frage nach den Gründen für eine Entscheidung gegen die Grippe-Impfung wurden am häufigsten Misstrauen in die Impfung genannt und die Meinung, dass die Krankheit nicht gefährlich sei. Etwa die Hälfte der Risikopersonen (mindestens 60 Jahre alt und/oder chronisch krank) lehnte die Impfung aufgrund der Annahme ab, die Influenza-Impfung könne eine Erkrankung verursachen – das ist aber nicht der Fall.

 

Grippeimpfung für Flüchtlinge

Auch für in Deutschland lebende Flüchtlinge ist die Grippe-Impfung wichtig, betonen Experten. Der Grund ist neben einer befürchteten Grippewelle in Flüchtlingsunterkünften der Allgemeinzustand der Flüchtlinge. Menschen, die nach den Strapazen einer langen Flucht geschwächt sind, kann eine Grippe-Erkrankung besonders heftig treffen.

 

Wann ist der ideale Zeitpunkt für die Impfung?

Meist beginnt die Grippesaison um den Jahreswechsel und dauert drei bis vier Monate. Der Körper braucht rund zwei Wochen, um den Impfschutz aufzubauen. Wird zu früh geimpft, kann der Impfschutz schon wieder etwas nachgelassen haben, bis es zum Kontakt mit dem Virus kommt. Darum raten Mediziner zu einer Impfung im Oktober oder November.

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