Gräser-Allergie: Ursachen, Symptome und Therapie

Ein großer Teil der Pollenallergiker reagiert auf Gräserpollen. Kein Wunder, denn die Windblütler haben eine Menge Blütenstaub im Gepäck. Doch nicht alle Gewächse lösen eine Gräser-Allergie aus. Welche Gräser allergische Reaktionen auslösen und wie man sich davor schützen kann.

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Bei einer Gräser-Allergie zeigt das Immunsystem eine Überreaktion auf eigentlich harmlose Gräser-Pollen. Das kann unangenehme Folgen haben und das Leben der Betroffenen stark beeinflussen. Deshalb ist es wichtig zu wissen, auf welche Gräser-Pollen man allergisch reagiert.

Gräser-Roggen-Allergie: Diese Gräser-Pollen lösen Beschwerden aus

Weltweit gibt es mehrere tausend verschiedene Gräserarten, allein in Deutschland wachsen hunderte von ihnen, auf Wiesen und Feldern, in Wäldern oder am Wegesrand, in Parks und Gärten. Für Allergiker sind die sogenannten Süßgräser relevant, die in Futtergräser (unter anderem Knäuelgras, Lieschgras, Ruchgras, Weidelgras oder Rispengras) und Getreide (zum Beispiel Roggen, Hafer, Weizen, Mais und Gerste) eingeteilt werden.

Die Pollen werden durch den Wind verbreitet. Eine einzelne Roggenähre setzt beispielsweise über 4 Millionen Pollen frei. Um eine allergische Reaktion auszulösen, braucht es jedoch nur eine kleine Menge – keine gute Nachricht für Allergiker. Denn je empfindlicher man ist, desto länger leidet man unter den Symptomen. Eine Gräser-Allergie kann die Lebensqualität stark einschränken, weshalb man sich vor ihr schützen und geeignete Maßnahmen ergreifen sollte.

Wann ist Gräser-Allergie-Zeit?

Die quälende Zeit beginnt im April und endet erst im September/Oktober: So lange fliegen die Gräser-Pollen durch die Luft und belasten Allergiker. Manche Ziergräser verbreiten ihre Pollen sogar bis in den November. Am stärksten ist die Pollenkonzentration von Ende Mai bis Mitte Juli.

Pollen bei Gräser-Allergie: Kalender des Pollenflugs

Pollenflugkalender
Die Übersicht zeigt, wann welche Pollen fliegen Foto: PraxisVita/Vivian Mule

Gräser-Allergie – die Symptome

Die Allergie wird umgangssprachlich auch als Heuschnupfen und von Fachleuten als jahreszeitlich bedingte allergische Rhinitis – also Schnupfen – bezeichnet. Letzteres deutet auf die Symptome hin, denn eine Gräser-Allergie äußert sich folgendermaßen:

  • Starke Niesattacken

  • Gerötete und tränende Augen

  • Wässriger Schnupfen

  • Verstopfte Nase

  • Juckreiz in Nase und/oder Rachen und Ohren

Zudem leiden viele Menschen bei Gräser-Allergie unter Müdigkeit. Manchmal führt die Gräser-Allergie zu Halsschmerzen, meist wird es jedoch eher als ein Kratzen empfunden. Eher selten ist bei Gräser-Allergie ein Hautausschlag. Wenn doch, reagieren die Allergiker auf die Pollen mit Juckreiz auf der Haut oder einem Ausschlag bis hin zu Nesselsucht. Bei Menschen, die bereits an Nesselsucht oder Neurodermitis leiden, reagiert auch bei einer Gräser-Allergie die Haut eher empfindlich.

Sind anfangs nur die oberen Atemwege betroffen, kann sich eine starke Gräser-Allergie später auch auf die Bronchien ausweiten. Das wird als "Etagenwechsel" bezeichnet. Dann droht die Gefahr eines allergischen Asthmas, das chronisch werden kann und daher behandelt werden sollte. Die Anzeichen sind ein pfeifender Atmung, Atembeschwerden mit Beklemmungsgefühl und trockener Husten.

Gräser-Allergie und Kreuzallergie

Wer unter einer Gräser-Allergie leidet, entwickelt oftmals auch eine Kreuzallergie auf bestimmte Lebensmittel. Dazu kann es kommen, wenn die Allergene der Pflanzen einander ähneln. Gräser-Allergiker reagieren daher häufig auch auf Nahrungsmittel wie zum Beispiel:

  • Erdnüsse

  • Kartoffeln

  • Kiwi

  • Mangold

  • Wasser- oder Honigmelone

  • Hülsenfrüchte

  • Soja

  • Tomaten

Allergie auf Gräser: Verstärkt durch den Klimawandel?

Die Konzentration von Pollen in der Luft wächst seit Jahren stetig. Das liegt unter anderem auch an der Erderwärmung und dem steigenden Anteil der CO2-Emmissionen. Mehr Kohlendioxid führt zu mehr Pflanzenwachstum – und je mehr Pflanzen es gibt, desto mehr Pollen setzen diese frei.

Die Belastung durch Gräserpollen könnte sich demnach in Zukunft deutlich erhöhen und ihre allergene Wirkung verschlimmern, wodurch Allergiker noch mehr zu leiden hätten.

Gräserpollen-Allergie: Was tun?

Wer bei sich selbst eine Gräser-Allergie vermutet, sollte dies vom Arzt abklären lassen. Mithilfe eines Allergietests (Pricktest) kann dieser feststellen, ob und gegen welche Pollen man allergisch reagiert. Dazu werden verschiedene Allergene auf den Unterarm aufgetragen und die Haut leicht eingeritzt. Rötet sich die Haut an der Stelle, weist dies auf eine Überempfindlichkeit hin.

Da die kleinen Pollen ungehindert durch die Luft fliegen, kann man ihnen kaum entgehen. Expert:innen empfehlen, sich mit diesen Maßnahmen zu schützen:

  • Türen und Fenster geschlossen halten und nur zu den Zeiten lüften, wenn der Pollenflug gering ist – abends auf dem Land und morgens in der Stadt.

  • Getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer aufbewahren.

  • Haare vor dem Schlafengehen waschen.

  • Wäsche nicht im Freien trocknen.

  • An der frischen Luft eine Atemmaske tragen, die die Pollen aus der Luft filtert.

  • Die Nase regelmäßig mit einer speziellen Salzlösung spülen.

  • Im Urlaub ans Meer oder in die Berge fahren, wo die Pollenbelastung deutlich niedriger ist.

Diese Maßnahmen sind im Alltag allerdings zum Teil schwer umsetzbar und für viele Menschen einfach lästig. Deshalb verschreiben Ärzte häufig Medikamente zur symptomatischen Behandlung der Allergie.

Gräser-Allergie: So wirken Medikamente

In den meisten Fällen werden sogenannte Antihistaminika bei Gräser-Allergie zur Behandlung verschrieben. Sie wirken gegen die körpereigenen Entzündungsbotenstoffe, die Histamine, die für die Allergie-Symptome verantwortlich sind. Die Mittel werden in Form von Tabletten, Salben oder Injektionen verabreicht, häufig kommen auch Nasenspray und Augentropfen bei Gräser-Allergie zum Einsatz.

In schweren Fällen kann auch eine spezifische Immuntherapie, die Hyposensibilisierung, helfen. Dabei wird eine langsam ansteigende Dosis des Allergens verabreicht, so dass das Immunsystem lernt, dass dieses nicht gefährlich ist. Die Behandlungsdauer beträgt in der Regel 3 bis 5 Jahre und wirkt in rund 80 Prozent der Fälle erfolgreich gegen die Gräser-Allergie.

Treten die Symptome der Gräser-Allergie in der Schwangerschaft auf, sollten Medikamente nur nach ärztlicher Beratung genommen werden.

Wirken bei Gräser-Allergie auch Hausmittel?

Auch Hausmittel gegen Gräser-Allergie können leichte Symptome lindern:

  • Kühle Kompressen beruhigen gereizte Augen.

  • Inhalieren mit Heilkräutern hilft gereizten Schleimhäuten.

  • Sanddornöl lindert die wunde Nasenhaut.

  • Honig wirkt als natürliches Antihistaminikum und lindert die Symptome.

Jedoch sollten Hausmittel nur nach Absprache mit Ärztin oder Arzt angewendet werden – droht bei schlimmer werdenden Beschwerden Asthma, sind Medikamente bei einer Gräser-Allergie die bessere Wahl.

Quellen:

Gräser (Poaceae) in: pollenwarndienst.at

Was ist Heuschnupfen? in: men-allergie-portal.com

Was ist Heuschnupfen? in: lungenaerzte-im-netz.de