Google kommt in unseren Körper – mit der Nano-Pille die Medizin umkrempeln

Mit einer neuen Erfindung will Google es möglich machen, Krankheiten zu erkennen, bevor sie ausgebrochen sind
Mit einer neuen Erfindung will Google es möglich machen, Krankheiten zu erkennen, bevor sie ausgebrochen sind © Fotolia

Der Internetriese Google will mithilfe echter Zukunftstechnik ein neuartiges Diagnosewerkzeug in unserem Körper installieren. Forscher loben das Vorhaben als medizinischen Quantensprung. Datenschützer dagegen sind alarmiert. Was hat Google vor? Praxisvita hat die Antworten.

Eine Diagnose-Methode, die Krankheiten vorhersagt, bevor sie auftreten, könnte unzählige Menschenleben retten. Was sich nach Sciencefiction anhört, wird in den USA gerade Realität. Das geheimnisumwitterte Google X Projekt entwickelt zurzeit eine Nano-Pille, mit der es möglich sein soll, selbst kleinste Anzeichen einer Erkrankung – wie z.B. Krebs, Arterienverstopfung oder Entzündungen – zielgenau aufzuspüren. Schon in fünf Jahren will Google mit der Technik den Markt erobern.

 

Ein winziges Teilchen für Google – eine riesige Sache für den Menschen?

Die winzigen Krankheits-Detektoren – sogenannte Nanopartikel, die tausendmal kleiner sind als rote Blutkörperchen – haben im Grunde zwei Aufgaben: Erstens Anzeichen für Krankheiten aufspüren und zweitens diese Indizien dann an einen tragbaren Empfänger senden, den Google wahrscheinlich als Armbanduhr designen wird.

Eingenommen werden die Nanopartikel wie eine einfache Tablette. Vom Magen aus verteilen sich die Mikroteilchen im ganzen Körper. Dabei sind die Nanos so konzipiert, dass sie sich an spezifische Krankheitsmoleküle – also die kleinste Teilchenebene einer Krankheit – anheften, wenn sie auf sie treffen. An solchen Molekülen sammeln sie sich und hören auf sich zu bewegen.

 

Krankheiten auf Nano-Ebene reflektieren

Dieses Anhaftungs-Verhalten der Nano-Partikel wiederum wird von dem Sensor am Arm registriert, der entweder über ein spezielles Licht- oder Schallwellen-Reflektions-Verfahren die Kleinstteilchen beobachtet.

Würde dies gelingen, hätte Google ein körperliches Frühwarnsystem entwickelt, das Krankheiten anzeigt, bevor sie gefährlich werden. Da die Arm-Empfänger z.B. mit einem Hausarzt vernetzt werden könnten, wäre es in Zukunft denkbar, dass wir uns nicht mehr zum Arzt schleppen müssen, wenn es uns schlecht geht, sondern dass uns morgens ein Arzt anruft und mitteilt, dass wir abends krank werden.

Hamburg, 31. Oktober 2014

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