Google Cardboard rettet kleines Mädchen

Frau mit Google Cardboard
Mittels Google Cardboard gelang es US-Medizinern, eine lebensrettende Operation an einem zwei Monate alten Mädchen durchzuführen © Fotolia

Teegan Lexcen wurde mit schweren Organfehlbildungen geboren. Doch ihre Eltern gaben die Hoffnung nicht auf – und wurden belohnt: Wir erzählen die bewegende Geschichte, wie eine 3D-Brille dem kleinen Mädchen das Leben rettete.

Die Geburt ihrer Zwillinge war für Eltern aus Minnesota eine beglückende Nachricht – doch bald darauf folgte die Ernüchterung: Die kleine Teegan war mit einer schwerwiegenden Fehlbildung geboren worden – ihr fehlte eine Lunge und die Hälfte des Herzens. Die Ärzte teilten den Eltern mit, dass sie nichts für das kleine Mädchen tun könnten und rieten ihnen, ihre Tochter mit nach Hause zu nehmen und die letzten Momente mit ihr zu genießen.

Als Teegan nach zwei Monaten noch lebte, schöpften ihre Eltern wieder Hoffnung und begannen, sich nach anderweitiger Hilfe umzusehen. Im Nicklaus Children’s Hospital in Miami stießen sie auf Ärzte, die bereit waren, sich der kleinen Teegan anzunehmen.

 

Google Cardboard ermöglicht exakte Operation

Zunächst entschied das Team aus Kinderherzspezialisten, 3D-Modelle von Teegans Herzen und Lunge zu erstellen. Doch es gab ein Problem: Der 3D-Drucker war defekt – und die Zeit drängte. Da es keine Möglichkeit gab, Teegans Organe während des Eingriffs als Modelle vor Augen zu haben, griffen die Chirurgen kurzerhand zu einem Ersatz: dem Google Cardboard – einer Vorrichtung, die als 3D-Brille für Smartphones dient.

Per App luden sie Scans von Herz und Lunge des Babys auf ein Smartphone. Als der durchführende Chirurg Google Cardboard aufsetzte, konnte er die Organe in 3D von allen Seiten betrachten – wie bei einem ausgedruckten Modell. Das erlaubte es den Medizinern, den Eingriff genau zu planen und exakt durchzuführen.

„Es war überwältigend“, berichtete Teegans Mutter Cassidy Lexcen CNN, „diesen kleinen Pappkarton und das Telefon zu sehen und zu denken: Das rettete das Leben unserer Tochter.“

Inzwischen muss Teegan nicht mehr beatmet werden und befindet sich auf dem Weg der Besserung.

Hamburg, 9. Januar 2016

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