Gliederschmerzen – welche Ursachen haben sie?

Redaktion PraxisVITA
Inhalt
  1. Gliederschmerzen-Ursachen: Erkältungen und Grippe-Erkrankungen
  2. Erkrankungen der Blutgefäße verursachen Gliederschmerzen
  3. Überlastungen, Verletzungen und Erkrankungen von Muskulatur und Bindegewebe führen zu Schmerzen
  4. Gliederschmerzen-Ursachen: Erkrankungen der Gelenke und Knochen
  5. Gliederschmerzen-Ursachen: Ausstrahlende Schmerzen
  6. Gliederschmerzen-Ursachen: Störungen des Hormon- und Mineralstoffhaushalts
Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Gliederschmerzen können viele Ursachen haben. Die Bandbreite reicht von kurzfristigen Überlastungen durch zu viel oder ungewohnte Bewegung über nahende Infekte bis zu chronischen rheumatischen Erkrankungen. Bei länger bestehenden und/oder unklaren Gliederschmerzen empfiehlt es sich, einen Arzt aufzusuchen, der die Ursachen abklärt.

Häufige Ursachen für Gliederschmerzen sind:

  • Erkältungen (grippale Infekte), Grippe-Erkrankungen
  • Erkrankungen des arteriellen, venösen oder lymphatischen Gefäßsystems.
  • Beschwerden an Muskulatur und Bindegewebe
  • Knochen- und Gelenkbeschwerden

Ebenso zählen unter anderem Erkrankungen des zentralen Nervensystems (ZNS) sowie rheumatische Erkrankungen und bestehende Rücken- und Nackenprobleme zu den häufigen Ursachen von Gliederschmerzen.

 

Gliederschmerzen-Ursachen: Erkältungen und Grippe-Erkrankungen

In vielen Fällen führt eine nahende Erkältung (grippaler Infekt) oder eine Grippe (Influenza) dazu, dass Gliederschmerzen entstehen. Der Körper reagiert auf den bevorstehenden Infekt mit einer erhöhten Schmerzempfindlichkeit, was sich unter anderem durch Gliederschmerzen äußert. Oft gehen Gliederschmerzen und Muskelschmerzen mit typischen weiteren Symptomen eines Infekts wie Abgeschlagenheit einher.

 

Erkrankungen der Blutgefäße verursachen Gliederschmerzen

Oft verursachen krankhafte Veränderungen an den arteriellen oder venösen Blutgefäßen Gliederschmerzen. Werden zum Beispiel bestimmte Bereiche nicht mehr oder nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt, können teils heftige Gliederschmerzen entstehen. Gründe für eine verminderte Blutversorgung sind vollständige oder teilweise Gefäßverschlüsse (z. B. durch Thrombosen) unterschiedlicher Ursache sowie sogenannte Kompressionssyndrome, bei denen Blutgefäße durch verschiedene Ursachen so stark zusammengedrückt werden, dass kaum mehr Blut hindurch fließt. Ebenso können entzündlich-rheumatische Entzündungen der Blutgefäße (Vaskulitiden) Gliederschmerzen verursachen.

 

Überlastungen, Verletzungen und Erkrankungen von Muskulatur und Bindegewebe führen zu Schmerzen

Ein häufiger Grund für Gliederschmerzen sind Überlastungen, Verletzungen und Erkrankungen der Extremitäten. Ein typisches Beispiel für eine Überlastung ist Muskelkater, der durch ein Übermaß an Bewegung oder ungewohnte Bewegungen entstehen kann. Außer den Muskeln können auch Bänder, Sehnen und weitere bindegewebige Strukturen mit Schmerzen auf Überlastungen reagieren. Ein Beispiel hierfür sind Sehnenscheidenentzündungen, die beispielsweise durch übermäßig langes Schreiben am Computer entstehen können. Weiterhin gibt es verschiedene Erkrankungen der Muskulatur, die zu Gliederschmerzen führen (septische Myositis). Ebenso können Verletzungen einzelner Strukturen – zum Beispiel ein Muskelfaserris oder ein Sehnenriss – Gliederschmerzen verursachen.

Mann mit Schmerzen im Bein
Druch Knochenerkrankungen wie beispielsweise Arthrose können Gelenkschmerzen begünstigt werden© Fotolia
 

Gliederschmerzen-Ursachen: Erkrankungen der Gelenke und Knochen

Eine weitere mögliche Ursache von Gliederschmerzen sind Erkrankungen der Gelenke und Knochen. Zu den weiter verbreiteten Gelenkerkrankungen gehören unter anderen Gelenkverschleiß (Arthrose) und Gelenkentzündungen (Arthritiden) verschiedener Ursache. Gelegentlich vorkommende Knochenerkrankungen sind Knochenschwund (Osteoporose), Knochenerweichung (Osteomalazie) und Knochenmarkentzündung (Osteomyelits). Auch Knochen(an)brüche kommen bei Gliederschmerzen als Ursache infrage. Zu den seltenen Gliederschmerzen-Ursachen zählen bösartige Tumoren im Knochengewebe.

 

Gliederschmerzen-Ursachen: Ausstrahlende Schmerzen

Schmerzen in den Armen und den Beinen können auch durch Rücken-, Nacken- und Schulterprobleme entstehen. Die Schmerzempfindungen des gesamten Körpers – und damit auch der Extremitäten – entstehen in Wechselwirkung zwischen dem jeweiligen Organ/Körperteil und dem Gehirn. Die Verbindung zwischen diesen wird über ein Geflecht von Nervenfasern hergestellt. Das Gehirn ist mit weiten Teilen des Körpers über Nervenbahnen verbunden, die zunächst im Innern des Wirbelkörpers (Spinalkanal) verlaufen. An den Wirbelkörpern treten einzelne dieser Nervenbahnen aus dem Spinalkanal aus. Von dort gliedern sie sich im Verlauf immer weiter auf, sodass sie schließlich den ganzen Körper durchziehen. Werden die Nervenfasern (z. B. durch Verspannungen der Rückenmuskulatur) gequetscht oder irritiert, können dadurch Empfindungsstörungen entstehen. Diese reichen von leichten Missempfindungen wie Kribbeln, beispielsweise in den Fingern, bis zu unerträglichen Schmerzen und Lähmungserscheinungen. Schmerzen, die bis in die Gliedmaße ausstrahlen, kommen auch bei Schäden an inneren Organen vor. Ein bekanntes Beispiel ist der schmerzende Arm bei einem akuten Herzinfarkt.

 

Gliederschmerzen-Ursachen: Störungen des Hormon- und Mineralstoffhaushalts

Produziert die Schilddrüse zu viel oder zu wenig Schilddrüsenhormone (Hyper-, Hypothyreose), kann dies ebenfalls eine Ursache für Gliederschmerzen sein. Gelegentlich führt auch eine Unterversorgung des Körpers mit wichtigen Mineralstoffen wie Kalzium, Kalium oder Natrium zu Muskelschmerzen in Armen und/oder Beinen. Diese Unterversorgung kann wiederum zahlreiche Ursachen (z. B. Nierenprobleme) haben.

Weitere mögliche Ursachen für Gliederschmerzen sind:

  • Einnahme bestimmter Medikamente
  • übermäßiger Alkoholkonsum
  • chronische Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes und Gicht
  • rheumatische Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis und Morbus Bechterew         
  • Fibromyalgie
  • Erkrankungen des zentrales Nervensystems (z. B. ein zurückliegender Schlaganfall)
  • psychische Probleme (psychogener Rheumatismus)
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