Gleitgel: Gesundheitsschädlich und ungesund?

Ines Fedder Medizinredakteurin

Die Verwendung von Gleitgel ist heute keine Seltenheit mehr. Dabei ist Gleitgel nicht gleich Gleitgel. Einige Inhaltsstoffe können sogar gesundheitsschädlich sein.

Gel kommt aus einer Tube
Gleitgel verhilft zu mehr Lust beim Liebesspiel Foto:  iStock/studio-pure
Inhalt
  1. Welche Arten von Gleitgel gibt es?
  2. Gleitmittel mit Silikon
  3. Gleitgel auf Wasserbasis
  4. Gleitgel auf Ölbasis
  5. Gleitgel und Kondome: Was ist bei der Verwendung zu beachten?
  6. Für wen ist Gleitgel überhaupt geeignet?
  7. Allergisch gegen Gleitgel: Was tun bei Unverträglichkeit?
  8. Eine allergische Reaktion äußert sich meist durch:
  9. Ist Gleitgel gesundheitsschädlich?
  10. Alternativen: Natürliches Gleitmittel

Es gibt verschiedene Gründe, beim gewünschten, „feuchtfröhlichen“ Liebesspiel zum Gleitmittel zu greifen. Zum einen, wenn es einmal nicht ganz so „feuchtfröhlich“ sein sollte (zum Beispiel, wenn man unter Scheidentrockenheit leidet) und zum anderen vereinfacht es gewisse Sexpraktiken ­– wie zum Beispiel den Analverkehr – ungemein. 

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Welche Arten von Gleitgel gibt es?

Man unterscheidet beim handelsüblichen Gleitgel drei verschiedene Arten von Gelen. Welche, die auf Wasserbasis hergestellt sind und andere, die auf einer Silikon- oder Ölbasis basieren. Unterschiede gibt es dabei nicht nur im Preis.

 

Gleitmittel mit Silikon

Gleitgele, die in der Herstellung auf Silikone setzen, sind in der Regel meist teurer als andere. Der Vorteil: Die Wirkungsdauer. Wer auf eine lange Nacht hofft, für den sollte die Silikon-Variante die erste Wahl sein. Der Gleiteffekt dauert nämlich wesentlich länger an als zum Beispiel beim wasserbasierten Gleitgel. Einziges Manko: Die Verwendung von Silikonen ist bei Medizinern umstritten. 

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Gleitgel auf Wasserbasis

Gleitgele, die auf Wasserbasis hergestellt werden, sind wesentlich kostengünstiger als die Silikon-Gleitgele. Der Nachteil: Das Gel zieht relativ schnell ein, sodass man während des Liebesspiels das ein oder andere Mal häufiger zur Tube greifen muss.

 

Gleitgel auf Ölbasis

Bei Gleitgel, welches auf einer Ölbasis hergestellt ist, sollten Sie besondere Vorsicht walten lassen. Bevor Sie das Gleitgel verwenden, sollten Sie immer erst einen Blick auf die Verpackung werfen. Die Verwendung bei Gleitgelen auf Ölbasis ist nämlich häufig eingeschränkt. 

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Gleitgel und Kondome: Was ist bei der Verwendung zu beachten?

Ölbasiertes Gleitmittel in Verbindung mit der Verwendung von Kondomen kann problematisch werden. Das im Gleitgel enthaltene Öl kann das Latex des Kondoms angreifen, sodass das Kondom schneller reißt.

 

Für wen ist Gleitgel überhaupt geeignet?

Gleitgel ist grundsätzlich für jeden geeignet, der keine allergische Reaktion auf die Inhaltsstoffe zeigt. Liegt eine Unverträglichkeit vor, sollten Sie gegebenenfalls auf ein Produkt mit anderen Inhaltsstoffen umschwenken oder aber komplett auf Gleitgel verzichten.

 

Allergisch gegen Gleitgel: Was tun bei Unverträglichkeit?

Brennt und juckt es bei der Verwendung des Gleitmittels, könnte eine allergische Reaktion auf bestimmte Inhaltsstoffe vorliegen. Das können zum Beispiel die verschiedenen Duftstoffe sein, die dem Gleitgel hinzugefügt werden. Für solche Fälle gibt es neuerdings Gleitmittel auf der Basis von Wasser ohne Duft- und Konservierungsstoffe, die besonders für Allergiker geeignet sind. Sie sind ein wenig teurer, allerdings besser verträglich. 

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Eine allergische Reaktion äußert sich meist durch:

  • Jucken im Schambereich
  • Hautrötungen
  • Pusteln und Pickel
  • Ekzeme und Hautausschlag
 

Ist Gleitgel gesundheitsschädlich?

Die Fachzeitschrift Ökotest hat 20 Gleitmittel getestet und im Hinblick auf die Inhaltsstoffe untersucht. Dabei kam raus: Drei der 20 Gleitmittel fielen mit „mangelhaft“ durch. Bemängelt wurden unter anderem Inhaltsstoffe wie Polyhexandid (PHMB), ein Konservierungsstoff, der von der EU als Gefahrenstoff eingeordnet ist, welches in Medizinprodukten allerdings dennoch verwendet werden darf. Ebenfalls kritisiert wurde die Verwendung bestimmter Silikone sowie Paraffine.

 

Alternativen: Natürliches Gleitmittel

Wer auf etwaige, bedenkliche Zusatzstoffe verzichten möchte, kann auch natürliche Mittel als Gleitgel verwenden. Darunter zählen:

Dabei sollten Sie Folgendes beachten: Kokos- und Olivenöl nicht in Kombination mit Latexprodukten (Kondome) verwenden. Bei Verwendung von Aloe-vera-Gel erst auf einer kleinen Hautpartie im Innenschenkelbereich auf Hautverträglichkeit testen.

Quellen:

www.allergiefreie-allergiker.de, Abrufdatum: 17.09.2019

https://www.oekotest.de/kosmetik-wellness/20-Gleitmittel-im-Test_110287_1.html?artnr=109409&bernr=10, Abrufdatum: 17.09.2019

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