Ginkgo: Diese Heilpflanze hilft gegen Schwindel

Carolin Banser
Ginkgo hilft bei Schwindel
Ginkgo kann gegen Schwindel genauso gut helfen wie ein herkömmliches Medikament © Shutterstock

Bislang wurden Schwindelanfälle mit Medikamenten behandelt. Ein Forscherteam hat jetzt die Wirkung eines Ginkgo-Extraktes mit dem herkömmlichen Medikament Betahistin verglichen. Alle Hintergründe der aktuellen Studie erfahren Sie hier.

 

Ginkgo wird häufig als Heilpflanze eingesetzt

Eigentlich ist der Ginkgo-Baum in China zu Hause. Dort wird er seit Jahrtausenden in Tempeln angepflanzt. Und auch in Europa hat er schon vor etwa 300 Jahren als Zierpflanze gedient. Dabei kann der Ginkgo viel mehr als nur schön aussehen – seit Jahren ist er als Heilpflanze bekannt. Ein Extrakt aus den Blättern der Pflanze fördert die Durchblutung, steigert die Leistungsfähigkeit und lindert Tinnitus. Ein Forscherteam aus der Ukraine und Deutschland ging nun der Frage nach, ob ein Ginkgo-Extrakt auch Schwindelanfälle genauso effektiv behandeln kann, wie das herkömmliche Medikament Betahistin.

 

Ginkgo kann Medikament ersetzen

Das Ergebnis der Studie: Das Ginkgo-Spezialextrakt EGb 761 ist bei Schwindel genauso wirksam wie das als Antivertiginosum (lat. vertigo = Schwindel) häufig eingesetzte Betahistin und dabei gut verträglich. Dies ist das Ergebnis einer Studie mit 160 Patienten, die seit durchschnittlich zwei Jahren an Schwindel litten. Die Patienten erhielten über 12 Wochen entweder EGb 761 (240 mg pro Tag) oder Betahistin (32 mg pro Tag). Die Schwere der Symptome wurde anhand verschiedener Schwindel-Skalen erfasst.

 

Weniger Nebenwirkungen unter Ginkgo

In beiden Behandlungsgruppen besserten sich die Beschwerden erheblich. Bei den Patienten, die das Ginkgo-Extrakt verabreicht bekamen, fiel die Besserung sogar noch deutlicher aus: Bei 79 Prozent der EGb 761-Patienten und bei 70 Prozent der Betahistin-Patienten wurde der klinische Gesamteindruck „sehr stark“ oder „stark verbessert“. Unter EGb 761 traten weniger Nebenwirkungen auf als unter Betahistin. Auch wenn sich beide Arzneien als wirksam erweisen, ist Ginkgo daher die besser verträgliche Behandlungsalternative.

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