Giftspritzen der Landwirtschaft – Pflanzenschutzmittel verantwortlich für Autismus, Parkinson und Krebs

Pestizide machen krank
US-amerikanische Forscher fanden nun heraus, dass der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft schwere gesundheitliche Schäden bei Ungeborenen auslöst © Fotolia

In der Landwirtschaft verwendete Pflanzenschutzmittel lösen schwere Gesundheitsschäden aus. Das zeigt eine Meta-Studie aus den USA, die alle chemischen Varianten der Pflanzenschutzmittel berücksichtigte. Besonders gravierend sind die Einflüsse der Pestizide auf werdende Mütter und deren Ungeborene.

Die kürzlich veröffentlichte Untersuchung der University of California in Davis zeigt, dass die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln, die auch in Deutschland von der Landwirtschaft genutzt werden, Geburtsfehler und Entwicklungsstörungen bei Neugeborenen – wie Autismus und andere Nerven- und Gehirnschäden – auslösen kann. Vorausgegangene Studien bewiesen zudem, dass die zur landwirtschaftlichen Pflanzenbehandlung entwickelten chemischen Substanzen für Krebs, Unfruchtbarkeit, Parkinson und schwere Allergien verantwortlich sind.

Die in der Fachzeitschrift Environ Health Perspectives vorgestellte Meta-Studie berücksichtigt in ihrem Versuchsaufbau alle in der Landwirtschaft eingesetzten Pflanzenschutzmittel – auch vermeintlich harmlose Glyphosat. Die Ergebnisse belegen nun einen signifikanten Zusammenhang zwischen Pestiziden in der Landwirtschaft und schweren Geburtsfehlern und Entwicklungsstörungen bei Neugeborenen.

 

Die Studie erfasst Häufigkeit von Pestiziden und Geburtsfehlern

Die Wissenschaftler um Studienleiterin Professor Irva Hertz-Picciotto ermittelten ihre Ergebnisse über einen Abgleich der Häufigkeit von Geburtsfehlern und Entwicklungsstörungen bei Neugeborenen sowie der räumlichen Nähe der Mütter zu chemisch behandelten, landwirtschaftlichen Flächen. Dazu wurden Informationen des California Pesticide Use Reports ausgewertet. Dieser Report umfasst umfangreiche und exakte Angaben aller landwirtschaftlichen Betriebe, die chemische Pflanzenschutzmittel verwenden. Zusätzlich wurden die Daten von über 1.600 Müttern erfasst, wobei besonderes Augenmerk darauf lag, wo sich die werdenden Mütter während ihrer Schwangerschaft aufhielten. Zuletzt bestimmten die Forscher die Häufigkeit von Geburtsfehlern und Entwicklungsstörungen bei Neugeborenen in den betreffenden Regionen.

 

Ergebnisse sind erschreckend

Die so gewonnenen Ergebnisse sind erschreckend: Die Wahrscheinlichkeit für einen schwere Geburtsfehler oder Entwicklungsstörungen bei Neugeborenen ist in landwirtschaftlichen Gebieten aufgrund der eingesetzten Pestizide um bis zu 60 Prozent höher als in nichtlandwirtschaftlichen Gebieten. Am stärksten gefährdet sind demnach Mütter, die im Umkreis von weniger als 1,5 Kilometern von landwirtschaftlich genutzten Feldern leben. Nach Aussagen der Forscher sind die Daten über akute Gesundheitsgefahren so deutlich, dass sie sich an einem Risiko-Gradienten darlegen lassen. Der zeigt: Je näher werdende Mütter von einem gespritzten Feld entfernt wohnen, desto höher ist ihr Risiko ein Kind mit Entwicklungsstörungen oder Geburtsfehler zur Welt zu bringen.

Hamburg, 23. Juni 2014

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