Giftige Inhaltsstoffe in Schnelltests an Schulen?

Ines Fedder Medizinredakteurin

In Hamburg sind Schnelltests für den Präsenzunterricht an Schulen verpflichtend. Dabei kamen bisher höchst umstrittene Tests zum Einsatz, die giftige Inhaltsstoffe beinhalten. So reagieren die Verantwortlichen.

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Inhalt
  1. Schnelltest an Schulen in Hamburg: Warum sind diese Tests so gefährlich?
  2. Giftige Selbsttests bereits in Hamburger Schulen angewandt
  3. Keine Sicherheitsmaßnahmen bei Schnelltest der Marke SD Biosensor?

Giftige Inhaltsstoffe in Schnelltests? Das kann und darf eigentlich nicht vorkommen. Schließlich sind alle Schnelltests, die zum Beispiel an Schulen oder Kliniken zum Einsatz kommen, vom Bund zertifiziert. Wie die „Welt“ jedoch recherchiert hat, sollen an Hamburger Schulen höchst umstrittene Schnelltests zum Einsatz gekommen sein, die laut „Welt“-Recherche giftige Inhaltsstoffe enthalten.

Dabei handelt es sich um mehr als 2 Millionen Schnelltests eines koreanischen Herstellers der Marke SD Biosensor (Sars-CoV-2 Rapid Antigen Test), die bisher für die Verwendung von Schulen angedacht waren und auch bereits angewandt wurden. Die Tests werden von Roche vertrieben.

 

Schnelltest an Schulen in Hamburg: Warum sind diese Tests so gefährlich?

Wie die „Welt“ berichtet, enthalten die Testkits die Chemikalie Octylphenol – ein Stoff, der in der Europäischen Union als besonders besorgniserregend und giftig eingestuft wird. Die European Chemicals Agency befürchte, dass bei der „sehr giftigen Substanz“ ernsthafte Augenverletzungen möglich seien und auch Hautirritationen nicht ausgeschlossen werden können.

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Giftige Selbsttests bereits in Hamburger Schulen angewandt

Der Hersteller der Schnelltests weist im Beipackzettel auf die Gefahren der Inhaltsstoffe hin und empfiehlt die Durchführung des Corona-Schnelltests mit Handschuh, Augenschutz oder Schutzbrille.

Werden diese Maßnahmen jedoch auch an Hamburger Schulen eingehalten? Nein, berichtet die „Welt“ und konfrontiert die Gesundheitsbehörde mit den Vorwürfen. Es habe zum Zeitpunkt der Schnelltestbestellung keine ausreichende Alternative in größerer Menge gegeben, so das Statement. Man habe daher auf diese Schnelltests zurückgegriffen und diese „durch Austausch des Stäbchens zu Schnellselbsttests gemacht“, zitiert die „Welt“. 

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Keine Sicherheitsmaßnahmen bei Schnelltest der Marke SD Biosensor?

Die oben beschriebenen Sicherheitsmaßnahmen würden sich lediglich auf die Durchführung bei einem professionellen Nasenabstrich durch Dritte beziehen. Dann sei entsprechende Sicherheitskleidung zu tragen, um die dritte Person vor Infektionen durch den Kontakt mit Testmaterialen zu schützen, so heißt es. Kinder bei der Durchführung eines Selbsttests betreffe das nicht.

Vor allen Dingen deshalb nicht, weil die Chemikalie laut Auskunft des Herstellers in der sogenannten Pufferlösung enthalten ist, die für die Kinder beim Selbsttest gar nicht zugänglich ist. Chemikalien am Tupfer gebe es nicht. 

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Warum nicht einfach andere Schnelltests in der Schule zum Einsatz kommen? Ganz einfach: Es waren nicht ausreichend verfügbar.

Nun jedoch hat sich dies geändert und die Stadt reagiert. Wie die „Welt“ berichtet, werden die betroffenen Schnelltests an einigen Schulen gar nicht mehr eingesetzt. Bleibt nur noch die Frage, warum man überhaupt Schnelltests in Verbindung mit giftigen Substanzen ausgerechnet für die Verwendung bei Kindern vorgesehen hat, da doch hier eine falsche Anwendung noch am ehesten möglich ist.

Quelle:

Giftige Flüssigkeit – Hamburg setzt umstrittene Schnelltests nicht mehr an Schulen ein, in: Welt.de

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