Gift im Gemüsegarten

Gemüse aus dem Garten mit Blei belastet
Gemüse aus dem heimischen Garten ist erheblich stärker mit Blei und anderen Schwermetallen belastet als Gemüse aus dem Supermarkt © Fotolia

Es gilt als eine gesunde Art der Lebensmittelbeschaffung – der Anbau von Obst und Gemüse im eigenen Garten. Nun zeigt eine aktuelle Untersuchung, dass diese Rechnung besonders bei Bodenfrüchten aus heimischen Gemüsegärten nicht mehr aufgeht. Praxisvita hat für Sie die Fakten.

Einer Recherche des Norddeutschen Rundfunks (NDR) zufolge sind Feldfrüchte – wie z.B. Salat – aus dem eigenen Garten häufig mit erheblich höheren Mengen an giftigen Substanzen belastet als Gemüse aus dem Supermarkt. Das überraschende Ergebnis der Recherche wurde gestern in der NDR Dokumentation "Die Tricks mit Obst und Gemüse – was wir wirklich essen" vorgestellt.

 

Die Lage des Gartens ist entscheidend

Von dem Sender in Auftrag gegebene Labor-Analysen haben gezeigt, dass die Belastungen von Feldfrüchten aus dem heimischen Garten mit giftigen Stoffen sehr unterschiedlich und die Lage des Gartens dafür ganz entscheidend ist. Wer in der Nähe einer stark befahrenen Straße, einer Industrieanlage oder von landwirtschaftlich bestellten Flächen sein Gemüse anbaut, sollte Vorsichtsmaßnahmen treffen, rät Laura von Hoffen, Expertin für Umweltgifte von der Technischen Universität Berlin.

Konkret waren Kopfsalate aus Supermärkten und Discountern im Labor untersucht worden. Die Salate aus privaten Gemüsegärten rund im Hamburg waren ursprünglich nur als Kontrollproben zu den gekauften Produkten geprüft worden. Das erstaunliche Ergebnis: Die Kopfsalate aus dem Handel wiesen nur geringe Mengen an giftigen Stoffen – wie z.B. Schwermetalle und Pestizide – auf und bewegten sich alle im Rahmen der EU-Grenzwerte. Anders bei den Salaten aus den Kleingärten. Die waren teilweise so stark mit Schwermetallen belastet, dass sie in Supermärkten oder Discountern nicht verkauft werden dürften.

 

Bleiwerte in heimischen Gärten hoch

Nach Aussagen des Senders war vor allem die Bleibelastung bei dem Gemüse aus dem Garten extrem hoch. Gemüse, das in den Handel geht, darf maximal 0,3 Milligramm Blei pro Kilogramm enthalten. In drei von fünf getesteten Salaten aus den Kleingärten wurde dieser Wert jedoch überschritten – teilweise um bis das 18-fache der erlaubten Bleimenge. "Solche hohen Mengen Blei regelmäßig aufzunehmen, ist sehr schädlich“, erklärt Laura von Hoffen. Tut man es dennoch, "drohen Nieren- oder Leberschäden." Die Analysen beschränkten sich für die Sendung auf Salatköpfe – dennoch seien von Bleibelastungen im Boden alle dort angepflanzten Früchte betroffen.

Hamburg, 19. August 2014

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