Gicht-Ursachen meist Hyperurikämie oder Grunderkrankungen

Redaktion PraxisVITA
Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Den verschiedenen Formen der Gicht geht immer ein erhöhter Harnsäure-Spiegel im Blut (Hyperurikämie) voraus, der letztlich zu Kristallablagerungen führt. Verschiedene Gründe können diesen Prozess beschleunigen und gelten daher als Gicht-Ursachen.

 

Gicht-Ursachen: Harnkristalle setzen sich in den Gelenken ab

Die primäre Hyperurikämie ist die häufigste der Gicht-Ursachen. Dabei handelt es sich um eine erblich bedingte Stoffwechselstörung. Bei den meisten Patienten scheiden die Nieren weniger Harnsäure aus, als notwendig wäre, und der Harnsäure-Spiegel im Blut steigt dementsprechend stetig an. In seltenen Fällen kann auch ein Gendefekt vorliegen, der zu einer Überproduktion von Harnsäure führt (z. B. Lesch-Nyhan-Syndrom). Diese ungewöhnlich hohen Mengen können die Nieren nicht verarbeiten. Das Ergebnis ist in beiden Fällen das Gleiche: Es bilden sich Kristalle, die sich zunächst in den Gelenken sammeln.

Kristallbildungen in den Gelenken sind die Ursache für Schmerzen und Schwellungen
Ein erhöhter Harnsäure-Spiegel im Blut (Hyperurikämie) führt zu Kristallablagerungen in den Gelenken. Dies hat zur Folge, dass die Gelenke anschwellen und schmerzen© Imago

Bei einer sekundären Gicht-Erkrankung kommen als Gicht-Ursachen meist Grunderkrankungen oder Lebensumstände infrage, die den Harnsäure-Stoffwechsel stören:

  • Erkrankungen, die zu einer geringeren Ausscheidung von Harnsäure führen (z. B. Nierenerkrankungen, Diabetes, bestimmte Tumoren)
  • Andere Krankheitsbilder lösen einen verstärkten Abbau oder Umbau von Zellen aus. Diese Prozesse erhöhen die Purinmenge und damit auch den Harnsäure-Spiegel, z. B. Blutkrebs (Leukämie) oder eine besondere Form der Blutarmut, bei der die roten Blutkörperchen früh zerfallen.
  • Medikamente können durch unterschiedliche Wirkungsweisen Ursachen einer sekundären Gicht sein (z. B. Acetylsalicylsäure, Diuretika, Chemotherapeutika)
  • Alkohol erhöht die Produktion von Harnsäure und hemmt gleichzeitig deren Ausscheidung. Daher kann exzessiver Konsum Gicht auslösen.
Gicht-Ursachen
Die häufigste der Gicht-Ursachen ist ein unausgeglichener Harnsäurespiegel© iStock
 

Bei Gichtanfall lagern sich immer Urat-Kristalle ab

Bei einem dauerhaft erhöhten Harnsäure-Spiegel im Blut lagern sich sogenannte Urat-Kristalle in den Gelenken und im Gewebe an. Dieser Prozess ist immer der Gleiche, unabhängig davon, ob die verantwortliche der Gicht-Ursachen ein primär oder sekundär erhöhter Harnsäure-Spiegel ist. Je höher die Harnsäure-Konzentration ansteigt, desto wahrscheinlicher wird ein Gichtanfall.

Die Normalwerte des Harnsäure-Spiegels:

  • bei Frauen zwischen 2,5 und 5,9 Milligramm pro Deziliter Blut (mg/dl)
  • bei Männern 3,5 bis 7,0 mg/dl
  • bei Kindern 1,9 bis 5,9 mg/dl

Gesteigerte Harnsäure-Konzentrationen erhöhen das Gicht-Risiko:

  • unter 6 mg/dl: Wahrscheinlichkeit von unter 1 Prozent, innerhalb der nächsten 1-1,5 Jahre einen Gichtanfall zu bekommen
  • unter 7-8 mg/dl: Wahrscheinlichkeit von 17 Prozent, innerhalb der nächsten 1-1,5 Jahre einen Gichtanfall zu bekommen
  • über 9 mg/dl: Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent, innerhalb der nächsten 1-1,5 Jahre einen Gichtanfall zu bekommen

Zusätzliche Risikofaktoren für einen Gichtanfall sind:

  • Alkoholmissbrauch
  • Übergewicht
  • purinreiche Ernährung (z. B. viel Fleisch und Innereien)
  • geringe Trinkmenge pro Tag (weniger als 1,5 Liter pro Tag)
  • Bluthochdruck
  • hohe Blutfettwerte
 

Gicht-Ursachen: Lebensumstände können akuten Anfall fördern

Häufig ist extremes Verhalten der Auslöser für einen akuten Gichtanfall. Das kann eine Mahlzeit mit sehr viel Fleisch sein, strenges Fasten, zu viel Alkohol oder große körperliche Anstrengung.

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