Gicht behandeln bevor es chronisch wird!

Ein akuter Gicht-Anfall tritt oft zuerst im Großzehengrundgelenk auf
Ein akuter Gicht-Anfall tritt oft zuerst im Großzehengrundgelenk auf. Als erste Maßnahme verschreibt der Arzt meistens ein entzündungshemmendes Schmerzmittel © iSTOCBMP

Gicht bleibt als Krankheit oft lange unerkannt. Doch wird die Erkrankung nicht rechtzeitig behandelt, kann sie chronisch werden. Erfahren Sie jetzt, wie Sie sich wirksam schützen können.

Möglicher Verlauf eines akuten Gicht-Anfalls: Ein starker Schmerz in der großen Zehe des rechten Fußes. Irmgard Hofer (65) trifft es wie aus heiterem Himmel, während sie ihren Wochen-Einkauf erledigt. Zurück in der Wohnung sieht sie, dass die Zehe rot und geschwollen ist. Doch Irmgard hat sich nirgends gestoßen. Sie kann sich die Beschwerden nicht erklären. Erst eine Untersuchung beim Arzt bringt Klarheit – die Diagnose: Gicht.

Die Erkrankung Gicht, die Hundertausende Deutsche – meist Ältere – plagt, entsteht durch einen zu hohen Harnsäure-Spiegel im Blut. Genetische Veranlagung und falsche Ernährung mit zu vielen ungesunden Fetten sind die häufigsten Ursachen. Das Heimtückische: Betroffene spüren meist Jahre oder gar Jahrzehnte keine Symptome. Deshalb bleibt Gicht oft lange unerkannt.

Wird die Erkrankung nicht behandelt, können sich sich sogenannte Gicht-Knoten bilden. Diese müssen oft operativ entfernt werden. Es kann außerdem zu immer häufiger auftretenden Schmerz-Attacken und schweren Nieren-Schäden kommen.

 

Harnsäure-Kristalle an den Gelenken verursachen Schmerzen

Erst wenn Schmerzen auftreten, wird ein Arzt aufgesucht. Häufig haben sich dann bereits Harnsäure-Kristalle an den Gelenken abgelagert und entzündet. Entweder im Grundgelenk der großen Zehe oder des Daumens. Dann ist ein schneller Therapie-Beginn wichtig. Denn: Wird das Problem nicht bekämpft, kann die Erkrankung chronisch werden. Deformierungen und Entzündungen der Gelenke sowie Knochen-Schäden sind mögliche Folgen. Das bedeutet auch: Starke Gelenk-Schmerzen, die in immer kürzeren Abständen auftreten und jeweils über mehrere Tage den Alltag erschweren.
 

 

Bei akutem Gicht-Anfall helfen Schmerzmittel

Der Arzt verschreibt bei einem akuten Gicht-Anfall entzündungshemmende Schmerzmittel. Außerdem kommen häufig auch Kortison-Präparate zum Einsatz. Zusätzlich lindern kalte oder warme Umschläge die Beschwerden. Sie können es zum Beispiel mit einem Quark-Wickel versuchen: Streichen Sie dazu den Quark etwa einen Zentimeter dick auf ein Baumwolltuch. Dieses wickeln Sie auf das entzündete Gelenk. Nach circa einer Stunde können Sie es wieder entfernen. Der Quark kühlt nicht nur, sondern entzieht dem Körper auch die Entzündung.

 

Ziel: Harnsäure im Blut senken.

Langfristig sollte jedoch das Ziel sein, die Konzentration der Harnsäure im Blut zu senken. Dafür ist es wichtig, viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Betroffene sollten genau darauf achten, mindestens zwei bis drei Liter Wasser oder ungesüßten Tee täglich zu trinken. Außerdem helfen verschiedene Medikamente – zum Beispiel sogenannte Urikosurika – dabei, die Produktion und Ausscheidung der Harnsäure zu regulieren.

 

Richtig und gesund essen beugt Gicht vor

Auch mit einer Ernährungs-Umstellung kann viel bewirkt werden. Das richtige Essen ist sogar Grundlage für eine erfolgreiche Behandlung. Purinreiche Nahrungsmittel, zum Beispiel Rinderfilets, Schweineschnitzel, Brathähnchen oder auch Innereien, nur in Maßen genießen. Nudeln, Reis, Milchprodukte und viel Obst und Gemüse sollten hingegen besonders oft auf dem Speiseplan stehen. Achtung: Auf gar keinen Fall eine radikale Diät machen, das würde die Harnsäure ansteigen lassen. Durch zu viel Alkohol wird der Krankheits-Verlauf auch negativ beeinflusst.

Und: Wer genetisch vorbelastet ist, kann mittels Blut-Kontrolle den Harnsäure-Wert bestimmen lassen, um noch vor dem Auftreten von Beschwerden mit der Therapie zu beginnen.

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