Gibt es eine Impfung gegen Hautkrebs?

Carolin Banser Medizinredakteurin
HPV-Impfung gegen Hautkrebs
Neueste Forschungen zeigen: Eine HPV-Impfung könnte künftig auch vor Hautkrebs schützen © istock

Zahlreiche Studien haben belegt, dass UV-Strahlen Hautkrebs verursachen. Jetzt haben Forscher allerdings einen Auslöser für die bösartigen Veränderungen der Haut gefunden, gegen den eine Impfung helfen könnte.

Pro Jahr erkranken in Deutschland etwa 200 000 Menschen neu an weißem bzw. hellem Hautkrebs. Experten schätzen, dass er künftig sogar bei jedem Zweiten in Deutschland auftreten wird. Besonders gefährdet sind Studien zufolge hellhäutige Männer, die beruflich im Freien zu tun haben. Mit 40 hat jeder Zweite von ihnen bereits eine Vorstufe des weißen Hautkrebses entwickelt. Aber auch junge Menschen sind aufgrund von exzessivem Sonnenbaden (Solarium), Wintersportaktivitäten und steigender Reiseaktivität in Länder mit starker Sonnenbelastung zunehmend von der Krebserkrankung betroffen.

 

Humane Papillomviren begünstigen die Entstehung von Hautkrebs

Beim weißen Hautkrebs ist vor allem die regelmäßige Strahlenbelastung entscheidend – deshalb sind oft Menschen betroffen, die ihr Leben viel im Freien verbringen. Doch nicht nur ausgiebige Sonnenbäder schädigen die Erbsubstanz in den Zellen. Neueste Forschungen haben ergeben, dass auch Viren an der Entstehung beteiligt sind: Die sogenannten Papillomviren begünstigen die Entstehung von weißem Hautkrebs. Diese Viren sind verwandt mit denen, welche Gebärmutterhalskrebs auslösen können.

Für ihre Studie hatte das Team um Anna Marthaler von der Universität des Saarlandes den Einfluss einer HPV-Infektion auf weißen Hautkrebs untersucht. Dieser Zusammenhang war bereits in Tierversuchen nachgewiesen worden. Jetzt konnte er erstmals bei Menschen belegt werden.

Probanden der Studie waren Patienten mit der sogenannten "Epidermodysplasia verruciformis" – einer seltenen Krankheit, bei der die Haut der Betroffenen durch einen Gendefekt besonders anfällig für Infektionen mit humanen Papillomviren (HPV) ist. Anhand von Gewebeproben konnten die Forscher bei diesen Patienten die Anfälligkeit für Hautkrebs besonders gut überprüfen.

 

Beta-HPV-Typen stören Schutzmechanismus

Die Analyse hat gezeigt, dass die sogenannten Beta-HPV-Typen (z.B. HPV-8) tatsächlich Zell-Veränderungen in der Haut hervorrufen und einen Schutzmechanismus stören. Dabei schwächen bestimmte Moleküle die schädliche Wirkung der UV-Strahlung auf die Hautzellen ab und verhindern so eine unkontrollierte Vermehrung. Durch die Präsenz der Papillomviren werden die sogenannten Schutzmoleküle in ihrer Produktion gestört. Die Folge: Entartete Hautzellen können sich ungebremst vermehren.

 

Impfung gegen Hautkrebs möglich?

Die aufgedeckten Zusammenhänge legen nahe, dass ein Impfstoff gegen die beta-Papillomviren weißem Hautkrebs vorbeugen könnte. Nach Einschätzung der Experten sind jedoch noch einige Forschungsarbeiten nötig,  bevor ein Impfstoff gegen Hautkrebs entwickelt werden kann.

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