Gibt es bald eine Impfung gegen Nikotinsucht?

Eine Frau wird geimpft
Das Verlangen nach Nikotin einfach wegspritzen – mit einem neuen Impfstoff könnte das bald möglich sein © Fotolia

Ob mit Kaugummis, Nikotinpflaster oder purer Willenskraft: Fast 70 Prozent der Menschen, die mit dem Rauchen aufhören wollen, erleiden innerhalb einer Woche einen Rückfall. US-Forscher sind bei ihrer Suche nach einem wirksamen Ruchstopp-Mittel jetzt einen neuen Weg gegangen.

Der Ansatz ihrer aktuellen Studie: Eine Impfung gegen Nikotinsucht. Dabei wird dem Körper beigebracht, Nikotin als Eindringling zu betrachten und zu bekämpfen. Der Impfstoff regt das Immunsystem zur Bildung spezieller Nikotin-Antikörper an. Wenn der Geimpfte dann raucht, binden sich diese Antikörper an das Nikotin und halten es davon ab, das Gehirn zu erreichen. Das bedeutet, dass das Belohnungssystem des Gehirns nicht auf das Nikotin reagiert – die Glücksgefühle bleiben aus.

In einer Testreihe injizierten die Wissenschaftler des Scripps Research Institute im US-amerikanischen La Jolla Ratten innerhalb von 42 Tagen drei Dosen ihres neu entwickelten Impfstoffs. Daraufhin bildeten die Immunsysteme der Tiere die erhofften Antikörper.

 

Die Suche nach dem Impfstoff gegen Sucht

Nachdem ein früherer Versuch, eine Nikotinimpfung zu entwickeln, gescheitert war, sehen die Studienleiter die erfolgreichen Tests mit dem neuen Impfstoff als Durchbruch.

Weltweit arbeiten Forscher auch an der Entwicklung weiterer Impfstoffe gegen verschiedene Abhängigkeiten. Für Alkoholiker gibt es bereits ein Medikament, das ähnlich wirkt wie die neue Nikotin-Impfung: Der Wirkstoff „Nalmefen“ mindert das Wohlgefühl, das sich beim Trinken einstellt – das Verlangen nach Alkohol sinkt. In Studien reduzierten die Teilnehmer ihren Alkoholkonsum dadurch innerhalb von sechs Monaten um 60 Prozent.

Hamburg, 13. Januar 2015

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