Gibt es in 15 Jahren kein AIDS mehr?

AIDS-Schleife
Seit 1988 wird am 1. Dezember der Welt-AIDS-Tag begangen © Fotolia

Zum Welt-Aids-Tag zieht die UN Bilanz: Wie weit ist der weltweite Kampf gegen die Krankheit fortgeschritten? Die Hoffnung der Experten: HIV und Aids bis 2030 ausgerottet zu haben. Doch es gibt auch noch viel Nachholbedarf – besonders was die Verteilung der medizinischen Versorgung angeht.

Zum Welt-Aids-Tag hat das Anti-AIDS-Programm der Vereinten Nationen (UNAIDS) viele gute Nachrichten zu vermelden: Immer mehr Menschen erhalten eine lebensrettende Behandlung, immer weniger sterben an den Folgen des HI-Virus.

„Indem wir die Medikamentenpreise reduziert haben, indem wir 15 Millionen Menschen in Behandlung gebracht haben, können wir hoffen, eine neue Generation zu erleben, die frei von HIV ist“, sagt UNAIDS-Direktor Michel Sidibé.

Im Kampf gegen AIDS konnten in den letzten Jahren entscheidende Fortschritte erzielt werden. 2014 hatten 41 Prozent der Betroffenen Zugang zu einer Therapie – eine Verdopplung seit 2010. Laut Sidibé dupliziert sich die Zahl der Menschen in Behandlung alle fünf Jahre. Nach Ansicht der UN-Experten könnte so ein großes Ziel erreicht werden: die Ausrottung von HIV und AIDS bis 2030.

 

Herausforderungen im Kampf gegen AIDS

Was jetzt auf keinen Fall passieren darf, ist ein Nachlassen im Kampf gegen die Krankheit, mahnt Sidibé: „Der Kampf ist noch nicht zu Ende. Wenn wir aufhören, wenn wir den Weg nicht weitergehen, werden wir einen Rückschlag erleben.“

Es seien noch viele Anstrengungen notwendig, um auch denen zu helfen, die von den positiven Entwicklungen bisher nicht profitieren. So seien noch etwa 22 Millionen Infizierte ohne Behandlung.

Bestimmte Teile der Welt sind besonders von der medizinischen Unterversorgung betroffen – etwa im Mittleren Osten und Nordafrika, wo nur rund 14 Prozent der Infizierten in Behandlung sind.

Eine weitere Herausforderung im Kampf gegen die Krankheit ist die Früherkennung: Nach Angaben der UN tragen rund 17 Millionen Menschen das Virus in sich, ohne es zu wissen. Maßnahmen wie die Verteilung von Selbsttests in medizinisch unterversorgten Gebieten sollen diesem Problem entgegenwirken.

Hier erfahren Sie, wo Sie in Deutschland einen HIV-Test durchführen lassen können.

Hamburg, 1. Dezember 2015

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