Gesundheitspodcast: Wann ist ein Mann (noch) ein Mann?

Ines Fedder Medizinredakteurin

Frauen kennen das leidige Thema: die Wechseljahre – wenn der Hormonhaushalt verrückt spielt und alles nicht mehr so richtig in Balance zu sein scheint. Allerdings: Nicht nur das weibliche Geschlecht bringen die Hormone so manches Mal aus dem Gleichgewicht. In einer neuen Folge VITATALK klärt unter anderem Urologe Dr. med. Tobias Jäger darüber auf, was es für Männer eines gewissen Alters bedeutet, wenn sich die „Wechseljahre“ ankündigen.

Mann hält das Telefon genervt am Ohr
Die Veränderung des Hormonhaushalts des Mannes ist ein schleichender Prozess Foto:  istock/stevanovicigor
Inhalt
  1. Gesundheitspodcast VITATALK zum Thema „Männer in den Wechseljahren“ 
  2. Verlust der „Männlichkeit“
  3. VITATALK: Der Gesundheitspodcast online hören

Wobei die Bezeichnung „Wechseljahre“ im Grunde genommen ein wenig irreführend ist, wie Dr. med. Tobias Jäger von der Urologischen Praxisklinik Essen erklärt. Warum? Im Gegensatz zu den Wechseljahren der Frau handelt es sich bei den Änderungen des Hormonhaushalts der Männer eher um einen schleichenden Prozess, der sich über viele Jahre hinzieht – ein moderater Vorgang, der in der Regel frühestens ab dem 35. bis 40. Lebensjahr beginnt. Dann nimmt der Testosteron-Haushalt des Mannes langsam ab. Von einem schnellen, abrupten Wechsel kann hier also keine Regel sein. Die Veränderung im männlichen Hormonhaushalt macht sich dennoch mit der Zeit bemerkbar.

 

Gesundheitspodcast VITATALK zum Thema „Männer in den Wechseljahren“ 

Was das für einen Mann bedeutet, dass weiß auch Androloge Prof. Dr. med. Hans H. Pusch. Als Facharzt für „Männergesundheit“ beschäftigt er sich hauptsächlich mit dem Hormonhaushalt und der Fruchtbarkeit des Mannes. Die verringerte Produktion des männlichen Sexualhormons Testosterons bringt so einige Tücken mit sich: ein nachlassendes Haarwachstum, depressive Gemütslage, Zunahme des Bauchfetts, Schweißausbrüche, Schlafstörungen, Gelenk- und Muskelbeschwerden sowie Müdigkeit, Lustlosigkeit und allgemeine Abgeschlagenheit – und natürlich ein veränderter Sexualtrieb einhergehend mit Nachlassen der Potenz. 

Mann in den Wechseljahren und Partnerin
Übersicht Wenn das Testosteron weniger wird: Ein Androloge klärt auf

 

Verlust der „Männlichkeit“

Vor allem die veränderte Erektionsfähigkeit des Mannes im besten Alter macht vielen Betroffenen nachhaltig Probleme. Schließlich ist gesellschaftliche Stellung und das Rollenbild des Mannes auch heute noch stark von der Frage abhängig: Wann ist ein Mann ein Mann?

Medizinisch gesehen ist diese Frage schnell beantwortet: Der Mann ist dann ein Mann, wenn er ein X- und ein Y-Chromosom hat. Gräbt man bei dieser Frage allerdings ein bisschen tiefer, kommt man ganz schnell in einen Bereich, bei dem es vor allem auch um die psychische Gesundheit geht. Nicht selten verfallen Männer im Alter von 40 bis 50 Jahren in die klassische Midlife-Crisis. Aber: Was kann man dagegen tun?

Dr. med. Tobias Jäger, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Mann und Gesundheit e.V. setzt sich vor allem für mehr Aufklärung ein. „Bei leichten Beschwerden vergehen bei Männern teilweise Jahre, bis sie zum Arzt gehen.“ Eine bessere Aufklärung hilft dabei, mit den Folgen des Testosteronmangels, einhergehend mit den „männlichen Wechseljahren“, umzugehen – auch ohne eine risikoreiche Testosteron-Ersatztherapie.

Welche Tipps außerdem helfen, wenn die Hormonproduktion ein wenig nachlässt und weitere spannende Infos über das Thema „Männern in den Wechseljahren“ hören Sie in einer aktuellen Folge VITATALK – dem Gesundheitspodcast. 

Mann mit Smartphone misst Fruchtbarkeit
Kinderwunsch Neue App misst Fruchtbarkeit beim Mann

 

VITATALK: Der Gesundheitspodcast online hören

Hier gibt es noch mehr VITATALK! Hören Sie rein! Entweder hier bei uns, auf iTunes, TuneIn, Soundcloud und podcast.de.

Unsere Experten:

Priv.Doz. Dr. med. Tobias Jäger – Urologische Praxisklinik Essen, www.upk-essen.de Androloge Prof. Dr. med. Hans H. Pusch

     

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