Gesundheitspodcast VITATALK: Vorsicht, Insektenstiche! Was Sie gegen Wespen, Mücken & Co tun können

Christoph Krelle

Im Sommer auf einer schönen Wiese zu entspannen oder durch den Wald zu spazieren, ist verlockend – aber dort tummeln sich auch tausende Insekten, die gerne stechen. Was tun? In der aktuellen Podcast-Folge VITATALK haben wir Ihnen die besten Experten-Tipps zusammengestellt.

Biene auf Blume auf Sommerwiese
Foto:  istock/Claudia Nass
Inhalt
  1. Woran Sie erkennen, ob Sie auf Insektenstiche allergisch reagieren
  2. Warum können Insektenstiche tödlich enden?
  3. 8 Tipps: Effektiver Schutz vor Insektenstichen
  4. Was hilft bei Insektenstichen? Die fünf besten Hausmittel

Ob Wespe, Biene oder Mücke – die Stiche von Insekten sind oft schmerzhaft, in manchen Fällen können sie sogar zum Tode führen. Immerhin drei Millionen Deutsche reagieren allergisch auf Insektenstiche, pro Jahr sterben circa 16 Menschen an Wespen-, Bienen- oder Hornissenstichen, dabei gelten Bienen und Hornissen als deutlich friedliebender als Wespen.

 

Woran Sie erkennen, ob Sie auf Insektenstiche allergisch reagieren

Es brennt, schwillt an, tut weh, es juckt, man kratzt – das sind die üblichen Symptome und Reize, die nach einem Insektenstich bei jedem Menschen auftreten. Werden die Beschwerden stärker und dauern länger als zwei Tage an, reagiert man sensibel auf das Insektengift. Treten weiterhin noch Übelkeit, Kopfschmerzen oder Ausschlag auf, spricht das für eine Insektengiftallergie. Allergiker sollten immer ein Notfall-Set bei sich tragen, das die wichtigsten Präparate, unter anderem Adrenalin und ein Antihistaminikum, zur schnellen Behandlung enthält.

Haben Sie den Verdacht, an einer Insektengiftallergie zu leiden, klären Sie dies am besten mit einem Allergologen ab. Er führt Hauttests oder Blutuntersuchungen durch, um die Allergie zu diagnostizieren und kann Sie über individuelle Schutz- und Therapiemaßnahmen informieren.

 

Warum können Insektenstiche tödlich enden?

Betroffene, die die Gefahr nicht ernst nehmen, müssen mit dem Schlimmsten rechnen: dem anaphylaktischen Schock – der tödlich verlaufen kann. Der anaphylaktische Schock ist die stärkste allergische Reaktion auf einen Insektenstich, die sehr schnell nach dem Stich und dem Allergenkontakt auftritt. Dabei reagiert der gesamte Organismus, mindestens jedoch zwei verschiedene Organsysteme, also zum Beispiel Haut und Atemwege, der Magen-Darm-Trakt oder das Herz-Kreislauf-System. Der Allgemeinzustand des Betroffenen verschlechtert sich rapide. Sofern in der Wunde noch ein Stachel sitzt, sollte dieser rasch entfernt werden, damit kein Gift mehr in den Organismus dringen kann. Notfallmedikamente sind sofort einzunehmen. Bei Kreislaufproblemen, Benommenheit oder Bewusstlosigkeit wird geraten, die Rückenlage einzunehmen und die Beine hoch zu lagern. Bei Atemproblemen ist es besser, sich hinzusetzen. Rufen Sie auf jeden Fall den Notarzt, wenn Sie entsprechende Symptome bei sich oder anderen feststellen.

Junge hat viele Insektenstiche an den Beinen und sitzt im Gras
Symptome & Beschwerden Insektenstiche – typische Symptome einer Entzündung

 

8 Tipps: Effektiver Schutz vor Insektenstichen

Um solchen Extremsituationen vorzubeugen, verraten die Allergologen der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf acht Maßnahmen, die Sie vor Insektenstichen schützen:

  1. Ruhe bewahren: Insekten können nerven und beängstigen – doch hektische Bewegungen oder Anpusten machen die Plagegeister nur aggressiver.
  2. Nicht barfuß laufen: Vor allem Hummeln, Bienen und Wespen halten sich in Bodennähe auf, um dort Blütennektar zu sammeln. Anstatt barfuß durchs Gras zu stapfen, tragen Sie lieber Schuhe.
  3. Helle, eng geschnittene Kleidung tragen: Bunte Kleidung zieht Insekten an, aber helle Kleidung finden sie weniger attraktiv. Ist die noch dazu eng geschnitten, können sich die fliegenden Krabbeltierchen nicht verfangen.
  4. Auf Parfum verzichten: Insekten werden von intensiven Düften angezogen, deshalb sollten Sie im Sommer besser auf intensive Parfums, Cremes und Haarsprays verzichten.
  5. Getränke mit Strohhalm trinken: Wespen lieben zuckerhaltige Getränke, sie setzen sich in Trinkgläser und unverschlossene Flaschen. Um einem lebensgefährlichen Insektenstich im Mund vorzubeugen, achten Sie darauf, woraus Sie trinken. Und halten Sie Flaschen geschlossen.
  6. Distanz zu Mülleimern halten: In der Nähe von Mülleimern halten sich vermehrt Wespen und andere Insekten auf, weil sie dort Nahrung finden. Halten Sie besser Abstand.
  7. Reifes Obst zügig ernten: Ernten Sie Obstbäume und Sträucher rechtzeitig, lesen Sie Fallobst schnellstmöglich auf. So verhindern Sie, dass sich die fliegenden Besucher vermehren.
  8. Zur Vorsorge impfen lassen: Eine Insektengiftimpfung bietet Allergikern wirkungsvollen Schutz vor einem potenziell lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock. Die spezifische Immuntherapie SIT wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausdrücklich empfohlen.
 

Was hilft bei Insektenstichen? Die fünf besten Hausmittel

Und wenn Sie doch einmal von einem Insekt gestochen werden? Dies sind die 5 besten Hausmittel, die sich bei Insektenstichen bewährt haben und schnelle Heilung versprechen:

  1. Spucke gegen den Juckreiz: Geben Sie etwas Spucke auf den Stich, das vermindert den Juckreiz.
  2. Frische Zwiebel auf den Wespenstich: Träufeln Sie etwas Essigwasser oder Zitronensaft auf die Wunde, das wirkt abschwellend und schmerzlindernd. Alternativ schneiden Sie eine frische Zwiebel auf und legen sie mit der Schnittseite auf den Stich – der frische Zwiebelsaft kühlt und befeuchtet.
  3. Alkohol zur Desinfektion: Desinfizieren Sie die Wunde, indem Sie etwas medizinischen Alkohol, Franzbranntwein oder klaren Schnaps auf ein Tuch geben und mit diesem dann den Stich vorsichtig betupfen. Dies verhindert Schwellungen und hat eine kühlende Wirkung.
  4. Insektenstiche mit Petersilie behandeln: Reiben Sie den Stich mit frischen Petersilienblättern ab, das wirkt schmerzlindernd. Achten Sie aber darauf, nicht zu stark auf die betroffene Stelle zu drücken.
  5. Eis gegen Schwellungen: Bei großen Schwellungen können Sie diese mit einem in kaltes Wasser getränkten Lappen oder etwas Eis (z.B. Eiswürfel oder Cooling Packs) eindämmen. Halten Sie die Kühlung etwa zehn Minuten lang, wiederholen Sie den Vorgang nach persönlichem Empfinden mehrere Male.

 

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Unsere Experten im Podcast

Allergologen-Team der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Biologin Dr. Melanie von Orloff, NABU Landesverband Berlin
Mückenexperte Prof. Dr. Werner Mohrig, Gießen
Veterinärmediziner Dr. Burkhard Bauer, Institut für Parasitologie und Tropenveterinärmedizin der Freien Universität Berlin
Biologe Prof. Dr. Klaus Reinhold von der Uni Bielefeld

 

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