Gesundheitspodcast VITATALK mit Dr. Yael Adler: Schwaches Bindegewebe? Was Ihnen bei Cellulite & Co. helfen kann

Christoph Krelle

Besenreiser, Cellulite, Falten, Dehnungsstreifen – vor solchen äußeren Anzeichen eines geschwächten Bindegewebes fürchten sich vor allem junge Frauen. Doch auch Männer können betroffen sein. Viele greifen frühzeitig zu Cremes und Salben, um vorzubeugen. Aber wie wirksam sind die eigentlich? Darauf antwortet die Dermatologin Dr. Yael Adler in der aktuellen Podcast-Folge VITATALK. Die praktizierende Ärztin und Ernährungsexpertin aus Berlin erklärt die Hintergründe, zugleich räumt sie mit Vorurteilen und Mythen auf.

Cellulite am Bein der Frau
Cellulite sieht nicht nur unschön aus, sie kann weitreichende Folgen haben Foto:  Istock/ti-ja
 

Wodurch kommt es zur Bindegewebsschwäche?

Für gewöhnlich werden die ersten Anzeichen einer Bindegewebsschwäche ab dem 20. Lebensjahr sichtbar. Psychischer und physischer Stress sind häufige Auslöser.

Das Bindegewebe kann zum einen durch äußere Faktoren, insbesondere den persönlichen Lebensstil und Umweltbedingungen, belastet werden. Wer zum Beispiel regelmäßig Alkohol trinkt, raucht, viel Fastfood isst, wenig schläft und keinen Sport treibt, dessen Bindegewebe wird tendenziell schlaffer sein als bei jemandem, der auf eine ausgewogene Ernährung und eine gesunde Lebensweise achtet.

Weiterhin spielt der Hormonhaushalt eine Rolle, wobei Frauen während der Schwangerschaft besonders anfällig sein können, da die erhöhte Hormonproduktion das Bindegewebe belastet.

Doch ein schlaffes Bindegewebe „kann auch vererbt sein“, sagt Dr. Adler. Die Betroffenen könnten trotzdem noch positiven Einfluss auf ihr Bindegewebe nehmen und durch einen gesunden Lebensstil „verhindern, dass es zu schnell locker“ wird.

 

Mythos oder Heilmittel: Wie das Bindegewebe stärken?

  • Milch nur in Maßen: Sie enthält Aminosäuren, die dem Gewebe „nicht gut tun“, Entzündungen begünstigen und womöglich zu Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen, meint Dr. Adler. Ihre Empfehlung: Höchstens 150 bis 200 Milliliter am Tag trinken, und fermentierte Milchprodukte, also Buttermilch, Käse oder Joghurt, bevorzugen – die enthaltenen Milchsäurebakterien wirken positiv, unter anderem auf die Darmflora.
  • Wasser ist wichtig, aber kein Heilmittel: Dr. Adler rät dazu, mindestens zwei Liter Flüssigkeit pro Tag zu trinken, am besten Wasser oder ungesüßten Tee. Denn das Wasser wird im Bindegewebe gespeichert, wodurch es „saftig und voll“ wird. Da die im Gewebe enthaltene Hyaluronsäure, die die Flüssigkeit bindet, aber im Alter naturgemäß abnimmt, „hilft es dann auch nicht, noch mehr Wasser zu trinken“.
  • Massagen sind kein Muss: Bestimmte Handtechniken und Massagen können beim Stressabbau helfen, und dadurch dem Bindegewebe guttun. „Aber man kann auch Meditation machen, sich selbst liebevoll berühren oder Sport treiben“, um sich zu entspannen, sagt Dr. Adler. Für eine bestimmte Massagetechnik bei einem bestimmten Masseur gebe es keinen Grund – zumal man es „nicht schaffen kann, das Bindegewebe von außen umzustricken“.
     
Unsere Expertin im Podcast

Dr. Yael Adler, Dermatologin, Buchautorin („Darüber spricht man nicht: Weg mit den Körpertabus!“, „Haut nah“) und Gründerin des privatärztlichen Zentrums für Haut-, Venen-, und Lasermedizin in Berlin-Grunewald. Mehr Informationen unter www.dradler-berlin.de

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