Podcast: Diagnose Brustkrebs - Wenn aus Schicksal Freundschaft wird

Franziska König

Zwei Frauen, zwei Geschichten, ein Schicksal: Diagnose Brustkrebs. Paulina Ellerbrock und Alexandra von Korff erkrankten beide an Brustkrebs. Kennengelernt haben sie sich über Social Media. Wie sie mit der Krankheit umgingen, den Alltag mit Kindern bewältigten und trotz allem optimistisch geblieben sind, berichten sie in unserer neuen Folge VITATALK.

Frau hält rose Schleife vor der Brust
Mit der Diagnose Brustkrebs ist man nicht alleine: Übers Internet kann man sich mit vielen Gleichgesinnten austauschen Foto:  iStock/YinYang
Inhalt
  1. Betroffene berichten: Zwei Frauenschicksale im neuen VITATALK 
  2. Wie erkenne ich Brustkrebs möglichst früh? 
  3. Diagnose Brustkrebs: Der Moment der Wahrheit
  4. Leben mit Brustkrebs: Unterstützung in einer Gemeinschaft von Betroffenen 
  5. Kann ich mit Brustkrebs noch Mutter sein? 
  6. Operative Therapie: Brustamputation und Brusterhaltung
  7. Noch mehr VITATALK?

Sie haben eine gemeinsame Geschichte - zwei Frauen sind an Brustkrebs erkrankt und finden Kraft in einer neuen Freundschaft. 

 

Betroffene berichten: Zwei Frauenschicksale im neuen VITATALK 

 

 

Wie erkenne ich Brustkrebs möglichst früh? 

Etwa 71.000 Frauen erkranken jährlich deutschlandweit an Brustkrebs – das ist fast jede achte Frau. Durchschnittlich liegt das Alter bei 63 Jahren – doch auch junge Frauen um die Dreißig, wie Paulina Ellerbrock und Alexandra von Korff, sind betroffen. Doch wie kann dem Krebs so früh wie möglich vorgebeugt werden? „Oft kennen wir unseren eigenen Körper nicht mehr und haben die Sensibilisierung für ihn verloren.“, sagt Paulina Ellerbrock. So ist es unheimlich wichtig, dass Mann und Frau sich regelmäßig, mindestens einmal im Monat, die Brüste abtasten und kneten. Gibt es Veränderungen? Spüre ich etwas, was sonst nicht da war? Spätestens ab Mitte 20 sollte man zusätzlich zur Früherkennung gehen.

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Diagnose Brustkrebs: Der Moment der Wahrheit

Nachdem Paulina Ellerbrock zufällig eine Veränderung an ihrer Brust feststellte, wurde zuerst eine Zyste fehldiagnostiziert. Doch sie hat ein ungutes Gefühl und hinterfragt den Befund. Zu Recht, denn die eine weitere Untersuchung ergibt eine ganz neue Diagnose; Brustkrebs. Aus dieser Erfahrung hat sie gelernt und will auch andere daran teilhaben lassen. Ihr Ratschlag: Als mündiger Patient sollten Befunde immer kritisch hinterfragt werden, sollte jeder seinem Bauchgefühl und seiner Intuition trauen. Der Frauenarzt kann lediglich vermuten, letztendlich ist es der Pathologe, der nach einer Standsbiopsie den Brustkrebs feststellt oder nicht. Zwischen Untersuchung und Diagnose vergegen zwei bis drei Tage bei Paulina – eine Zeit voller Spekulationen, Sorgen und Ängste.

 

Leben mit Brustkrebs: Unterstützung in einer Gemeinschaft von Betroffenen 

Doch wie lebt es sich mit der Diagnose Brustkrebs? Alexandra vergleicht den Umgang mit ihrer Krankheit mit einem „Projekt bei der Arbeit“. Sie hat sich eine Art To Do-Liste erstellt und hinter den vielen Arztterminen, Chemogesprächen brav ein Häckchen gesetzt. Ihr hat diese strukturierte Herangehensweise geholfen. Sowohl Paulina als auch Alexandra gewinnen Kraft und Energie aus dem Kontakt mit Gleichgesinnten. Sie vernetzen sich über Social Media mit anderen Frauen, mit denen sie ihr Schicksal teilen. Es entwickeln sich Freundschaften, persönliche Verbindungen, die einem Halt in den schweren Momenten geben. Doch genau hier zeigt sich die Kehrseite der neuen Beziehungen: „Es gehört nicht jeder zu den 80 Prozent, die es schaffen. Man hängt emotional sehr tief darin." Der Verlust einer Freundin setzt den Frauen immer wieder einen Spiegel vors Gesicht: „Man wird sich bewusst, dass es einen auch ganz schnell selber treffen kann." Der „gemeinsame Nenner“, wie sie ihn bezeichnen, bleibt nun mal der Krebs.  So muss jeder für sich selbst entscheiden, ob ihm diese Vernetzung übers Internet guttut. „Man muss auf sich selbst hören, nicht auf andere.“, betont Alexandra.

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Kann ich mit Brustkrebs noch Mutter sein? 

„Unser aller, aller wundester Punkt“, sagt Alexandra. „Die Kinder sind das Beste und gleichzeitig das Schlimmste, was uns in der Erkrankung passiert ist. Sie haben eine Tagesstruktur erwartet und uns mobilisiert. Unsere Krankheit mussten wir strukturieren, um den Alltag unserer Kinder stabil zu halten." „Die Krebsgeschichte ist erzählt, es gibt eine Sache, die blüht noch nach und das sind Schuldgefühle“, sagt Paulina. Sie beide hatten „Bad mom“-Gefühle, denn die Krebserkrankung war auch für die Kinder schlimm: „Sie haben versucht, die Situation, die wir ja selber kaum verstanden haben, Außenstehenden zu erklären.“, erzählt Alexandra.

 

Operative Therapie: Brustamputation und Brusterhaltung

Alexandra hatte eine brusterhaltende Operation. Paulina wurden beide Brüste amputiert. „Es erinnert mich an die Zeit, in der ich um mein Leben gekämpft habe. Ob ich das schön finde? Nein. Ob ich das sinnlich finde? Nein. Ob ich traurig darüber bin? Ja.“ Trotzdem sind sich beide Frauen sicher: Allein das Leben selbst ist das Wertvollste, was sie besitzen können – Luxusprobleme geraten in den Hintergrund.   

Der innerliche „Kampfsau-Modus“ 

"Ich kenne keine einzige Frau, die an dieser Krankheit zerbrochen ist“, bestätigt Paulina Ellerbrock. Jede Betroffene sollte auf den „Kampfsau-Modus“ vertrauen. „Der ist in jeder Frau." Und genau dieser Kampfesgeist hat Paulina und Alexandra geholfen, nicht aufzugeben, weiterzumachen und immer noch für die Familie und den Alltag da zu sein. 

Unsere Experten

Paulina Ellerbrock und Alexandra von Korff erkrankten selbst an Brustkrebs und sind "Krebsblogger". Sie haben einen gemeinsamen Podcast namens "Zwei Frauen, Zwei Brüste".

 

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