Gesundheits-TÜV für Geschlechtsorgane

Zur Früherkennung und entsprechenden Behandlung von Hodenkrebs ist es wichtig, dass Männer ihre Hoden regelmäßig nach Knötchen abtasten
Zur Früherkennung und entsprechenden Behandlung von Hodenkrebs ist es wichtig, dass Männer ihre Hoden regelmäßig nach Knötchen abtasten © shutterstock

Tasten und Hinsehen. Die Sexualorgane von Frauen sind zyklusbedingt stetigen Veränderungen unterworfen. Erfahren Sie hier, wie Frauen und Männer ihre Intimzonen im Selbstcheck prüfen können.

 

Das können Männer checken

Die Hoden sind die Produktionsstätten der Spermien. Männer sollten ihre Hoden nach Knötchen oder Knoten abtasten – immerhin erkranken jährlich 3 000 Männer in Deutschland an Hodenkrebs. Besondere Aufmerksamkeit ist bei Hodenhochstand erforderlich.

Die Prostata oder Vorsteherdrüse liefert die Nährflüssigkeit der Spermien. Die meisten Männer über 60 haben eine vergrößerte Vorsteherdrüse. Hinweise darauf liefern Anzahl und Dringlichkeit der Toilettenbesuche. Sollten Sie bemerken, dass sie dauerhaft häufiger Harndrang haben, der sich nur schwer kontrollieren lässt, sollte ein Urologe zu Rat gezogen werden.

Bei Potenzstörungen muss "Mann" nicht gleich zu Viagra greifen. Bei der so genannten erektilen Dysfunktion, unter der zwanzig Prozent der über 30-Jährigen leiden, gibt es einen einfachen Trick: Kleben Sie sich Randstreifen von Briefmarken abends um den Penis. Ist er morgens zerrissen, ist organisch alles in Ordnung. Bei Potenzstörungen helfen Abbau von Übergewicht, Reduzieren von Alkohol und Nikotin sowie ein gesundes Maß aus Entspannung und Bewegung.

Durch den ständigen hormonellen Rhythmus verändert sich die weibliche Brust stetig. Daher sind Krankheiten auch umso schwieriger zu erkennen. Die Brust besteht im Wesentlichen aus Fett, Drüsen und Bindegewebe. Der beste Zeitpunkt für die Selbstuntersuchung ist direkt nach der Menstruation.

 

Brustuntersuchung: So geht’s

Stellen Sie sich mit herabhängenden Armen vor einen Spiegel. Haben sich Größe, Form- und Haut der Brust oder der Brustwarzen verändert? Heben Sie die Arme und prüfen Sie die Brüste und Brustwarzen nun noch einmal von vorne und seitlich. Nun legen Sie die rechte Hand flach auf die linke Brust und tasten Sie sie mit allen Fingern im Uhrzeigersinn ab. Stellen Sie sich vier Viertel vor, in die Sie die Brust unterteilen. Wiederholen Sie dies mit der linken Hand an der rechten Brust. Drücken Sie die Brustwarze vorsichtig zwischen Daumen und Zeigefinger. Tritt dabei Flüssigkeit aus, achten Sie auf deren Farbe und Beschaffenheit. Tasten Sie auch die beide Achselhöhlen mit der flachen Hand ab und achten Sie dabei auf Knotenbildungen. Wiederholen Sie alles noch einmal im Liegen. Manche Veränderungen lassen sich erst dann aufspüren. Je häufiger und regelmäßiger Sie sich selbst untersuchen, desto eher fallen Ihnen ungewöhnliche Veränderungen auf. Sehr aufmerksam sollten Sie Knoten oder Verhärtungen im beobachten, die lediglich an einer Brust zu spüren sind. Die meisten Knoten sind übrigens gutartig, es handelt sich in der Regel um verkalkte Milchgänge. Während der Wechseljahre wird das Brustgewebe weicher.

 

Schnelle Hilfe durch Joghurt

Scheide und Vagina sind besonders in stressigen Zeiten Angriffsstellen für Bakterien oder Pilze. Am Einfachsten ist der Selbstcheck im Stehen mit einem Kosmetikspiegel, wenn Sie abwechselnd ein Bein auf den Badewannenrand stellen. Bei einer starken Rötung kann eine Pilzinfektion dahinter stecken, insbesondere bei begleitendem Juckreiz. Meist kommt es dann auch zu vermehrtem, weißlichem Scheidensekret.

Hier helfen bei leichten Symptomen Sitzbäder mit Kamille oder Tampons mit Joghurt. Die darin enthaltenen Milchsäurebakterien ernähren sich vornehmlich von Hautpilzen. Hat sich nach zwei bis drei Tagen nicht wieder alles normalisiert, bleibt der Gang zum Arzt doch nicht erspart. Pöckchen oder warzenartige Gebilde werden meist von Viren verursacht, manchmal sind es Krebsvorstufen. Diese sollte sich ein Gynäkologe genauer ansehen – er entscheidet, ob sie entfernt werden müssen.

 

Check-Up lohnt sich

Frauen zwischen 50 und 69 können alle zwei Jahre eine Mammographie durchführen lassen, wenn sie am Brustkrebs-Screening teilnehmen.

Nur 40 Prozent der Männer nehmen Vorsorgeuntersuchungen wahr! Dabei übernehmen die Krankenversicherungen die jährliche Prostata-Untersuchung ab dem 45. Lebensjahr. Dabei tastet ein Urologe oder Internist die Drüse ab. Dauer: Rund fünf Minuten. Viele Krankenversicherungen haben Bonushefte für Versicherte, die regelmäßig die ärztlichen Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen.

 

Impfung schützt vor Krebs

Die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs ist jetzt eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherungen. Jedes Jahr erkranken 500 000 Frauen daran, 350 000 von ihnen sterben. Die Impfung kommt nur für junge Mädchen von 12 bis 17 in Frage, die noch keinen Geschlechtsverkehr hatten. Die Impfung erfolgt in drei Schritten, schützt aber leider nicht vor allen Erregern, die diese Krebsart auslösen.

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