Gesundgeheimnis Algen: 5 spannende Fakten

Algen sind gesund
Algen sind genau genommen keine echten Pflanzen, sondern pflanzenartige Lebewesen mit einem Zellkern (Chromalveolata), die Photosynthese betreiben © Fotolia

Schon vor mindestens 4.500 Jahren aßen Menschen in China Algen, da sie deren Nährwert schätzten. Heute werden die zumeist grünen Gewächse aus dem Wasser in sehr vielseitiger Weise genutzt. Erfahren Sie bei Praxisvita, was alles in der Alge steckt – und was der Mensch aus ihr herausholen kann.

Eine aktuelle Studie des KTH Institute of Technology in Stockholm zeigt, wie aus einem biokompatiblen Kunststoff und „Lanasol“ – ein Bestandteil von Rotalgen – ein antibakterielles Material hergestellt werden kann.

 

1. Algen als natürlicher Bakterienschutz

Um die Wirksamkeit der Rotalgen gegen Bakterien nutzen zu können, bedienten sich die Forscher eines neu entwickelten Verfahrens: Dem sogenannten „Electrospinning“. Dabei werden sehr dünne Fäden – hundertmal dünner als ein menschliches Haar –, die aus dem speziellen Polymer und Algenbestandteil bestehen, zu einem hochfeinen Gewebe verwoben.

Das so gewonnene Material ist auf natürliche Weise antibakteriell und kann nicht nur Schweißgeruch verhindern, sondern auch in Luftfiltern und Textilien – wie z.B. Bettbezügen, Kleidungsstücken oder Handtüchern – in Krankenhäusern eingesetzt werden, um Bakterien abzutöten. Die desinfizierende Wirkung gegen den in Kliniken weit verbreiteten multiresistenten Erreger „Staphylococcus Aureus“ liegt bei 99,9 Prozent.

Bisher wurden antibakterielle Textilien vor allem mit Silberionen behandelt. Ein Verfahren, das aufgrund von gesundheitlichen Risiken – Silberionen stehen im Verdacht Schäden an der menschlichen Erbsubstanz auszulösen und die Fortpflanzungsfähigkeit von Männern sowie die Entwicklung von Embryonen zu stören – sehr umstritten ist.

 

2. Algen sind echte Ernährungs-Booster

Algen werden – vor allem in Asien – aufgrund ihrer reichhaltigen Inhaltsstoffe verspeist. Schon mit 15 Gramm getrockneten Speisealgen (z.B. Nori) kann man rund ein Viertel der empfohlenen Tagesmenge an Ballaststoffen zu sich nehmen. Dabei besitzen die Wasser-Gewächse kaum Fett und sind reich an Eiweiß und Proteinen. Insgesamt kann man zudem mit Algen (z.B. 10 Gramm der Spirulinaalge) den täglich empfohlenen Bedarf an Mineralstoffen abdecken. Gründe, weswegen Algen als höchsteffektive Nahrungsergänzung für Diäten oder bei Nährstoffmangel sind.

Doch Algen eignen sich aus ernährungstechnischer Sicht nicht nur zum direkten Verzehr. Längst hat sie auch die Lebensmittelindustrie für sich entdeckt. Sogenannte Phyllokoide – das sind kleine blattartige Gebilde in den Algen – finden sich in vielen aufbereiteten Nahrungsmitteln im Supermarkt. Sie werden beispielsweise dazu verwendet Milchprodukten eine gewünschte Festigkeit zu verleihen, Inhaltsstoffe in Getränken gleichmäßig zu verteilen oder Wasser in Nahrungsmitteln zu binden.

 

3. Ein Algenbad gegen Cellulite

Getrocknete – und gemörserte – Algen gelten als Geheimtipp gegen Cellulite. Die große Menge an bestimmten Aminosäuren, Jod und entwässerndem Kalium sind das optimale Mittel gegen die Hautdellen. Am besten ist, Sie gönnen sich ab und zu ein Algenbad. Dazu weichen Sie zwei Tassen Algen in acht bis zehn Tassen kaltem Wasser für 15 bis 20 Minuten ein. Danach kochen Sie die eingeweichten Algen für eine halbe Stunde aus. Filtern Sie die Algen aus dem Topf und geben Sie das verbliebene Algenwasser in Ihr Badewasser. Fertig ist das Algenbad.

 

4. Der Turbo für das Immunsystem

Einige Algensorten (z.B. die Afa-Alge oder Spirulina-Alge) gelten nicht nur als gut für die Verdauung, sondern fördern auch die Kräfte unserer körpereigenen Abwehr. Als Nahrungsergänzungsmittel gelten Algen als „Superfood“, da sie so reich an Vitalstoffen – wie z.B. pflanzlichem Eisen, Vitamin A und C oder Kalzium –, Alphalinolsäure und Eiweiß sind.

 

5. Algen sind Giftkiller

Die Chlorella-Algen sind seit hunderten Jahren wegen ihrer Eigenschaft als natürlicher Entgifter bekannt, da sie Schadstoffe – wie beispielsweise Schwermetalle oder radioaktive Substanzen – im Darm binden. Weil diese Algensorte das auch ohne einen Darm kann, wird sie immer häufiger dazu genutzt, um Abwässer und Gewässer von Cadmium, Blei und Quecksilber zu reinigen.

Hamburg, 1. Oktober 2014

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