Gesünder leben mit dem Hormonoskop

Hormonosk bei PMS
Mit einem Zykluskalender können Sie über mehrere Monate hinweg Ihren Menstruationszyklus beobachten. Bis zu 30 Prozent der Frauen bekommen in den letzten Tagen das prämenstruelle Syndrom © Fotolia

Wenn Sie das Auf und Ab im Zyklus verstehen, können Sie die Kraft Ihrer Hormone clever nutzen. Praxisvita erklärt, was genau in der Hormonkurve zu welchem Zeitpunkt passiert.

Frauen kennen den Einfluss ihrer Hormone meist nur durch die Regel und die Launen-Kapriolen davor. Aber der Zyklus leistet viel mehr. Das liegt an den drei Hormonen Östrogen, Progesteron und Testosteron (siehe Infobox) . Ihr Auf und Ab steuert Belastbarkeit und Schmerzempfinden, macht mal hungriger, mal kreativer und beeinflusst das Immunsystem. Gut zu wissen, was die Hormone gerade mit uns anstellen.

 

1. bis 5. Tag: Menstruation

+ Das ist die Glücksphase, denn die Bildung von Östrogen und Testosteron läuft jetzt an. Effekt bei vielen Frauen: Sie schauen optimistisch in die Welt, sind gut gelaunt. Das Selbstvertrauen wächst – das ist die beste Zeit für wichtige Gespräche, neue Kontakte, Feiern.

+ Wer jetzt auf gesunde Ernährung achtet, hat weniger Hungerattacken als sonst. Denn der Progesteron-Spiegel ist noch niedrig. Eine US-Studie zeigt: Zu Beginn ihres Zyklus essen Frauen im Schnitt zwölf Prozent weniger als sonst.

- Einige fühlen sich jetzt etwas schlapp. Durch die Blutung kann ein leichtes Eisen-Minus entstehen. Steuern Sie mit magerem Fleisch, Eiern, Hülsenfrüchten und viel Vitamin C, zum Beispiel aus Kiwis, gegen.

- Die Abwehr schwächelt ein bisschen – das bedeutet Erkältungsgefahr. Gönnen Sie sich jetzt besonders viel frische Luft und viele Pausen.

 

6. bis 12. Tag: Östrogen und Testosteron steigen

+ Für eine Brust-Untersuchung ist jetzt ist die beste Zeit. Selbst abtasten oder zur Mammografie gehen. Das Gewebe ist nun besonders weich und nicht so schmerzempfindlich wie sonst.

 

13. Tag: Maximales Östrogen

+ Das Gehirn arbeitet auf Hochtouren. Je mehr Östrogen und Testosteron im Blut zirkuliert, desto besser funktionieren die Hirnzellen. Frauen denken dann besonders schnell, sind schlagfertig und kreativ. Das ist gut – zum Beispiel für wichtige Gespräche im Job, zum Lernen oder auch für das Hobby.

+ Kurz vor dem Eisprung wirken Frauen anziehender auf Männer. Gut zu wissen – je nach Flirtlaune.

+ Energie und Tatkraft sind top – super für den Trainingseffekt beim Sport.

+ Die beste Zeit für den Rauchstopp. Das maximale Östrogen macht Entzugssymptome erträglicher, denn das Nervenkostüm ist jetzt besonders belastbar.

 

14. Tag: Eisprung

Die 3 Hormone, die uns steuern

Östrogen

Das ist der Oberbegriff für die wichtigsten weiblichen Geschlechtshormone. Sie fördern die Reifung einer befruchtungsfähigen Eizelle und wirken beim Eisprung mit. Zum Beispiel sind auch die Dicke der Haut, die Stärke der Knochen und die Stimmungslage von Östrogenen abhängig.

Progesteron

Das Gelbkörperhormon übernimmt in der zweiten Zyklushälfte die Herrschaft. Es bereitet die Gebärmutter auf eine Schwangerschaft vor. Wenn keine Befruchtung stattfindet, fällt der Progesteron-Spiegel wieder ab.

Testosteron

Ein männliches Hormon, das aber auch von Frauen in kleinen Mengen gebildet wird. Es steuert die Lust auf Sex mit, ist wichtig für Aufbau und Erhalt der Muskeln (zum Beispiel Herz, Gebärmutter) und senkt, wenn nötig, den Cholesterin-Spiegel im Blut.

+ Das Schmerzempfinden ist auf dem Tiefpunkt. Daher eignet sich dieser Tag gut für eine professionelle Zahnreinigung oder eine Zahnbehandlung. Auch Ohrlochstechen oder eine Massage kann man prima auf den Tag des Eisprungs legen.

+ Kuscheln und mehr – dazu haben Frauen jetzt die meiste Lust.

- Die Verletzungsgefahr ist dreimal höher als sonst im Zyklus. Man sollte jetzt zum Beispiel beim Sport besonders auf die Knie achten, denn das Östrogen macht die Kreuzbänder empfindlicher. Steigen Sie besser auf sanfte Bewegung um. Machen Sie zum Beispiel lieber Yoga, als joggen zu gehen.

 

15. bis 22. Tag: Progesteron steigt

+ Frauen finden jetzt mehr Ruhe. Das liegt an der Wirkung des Progesterons. Es soll den Körper auf eine mögliche Schwangerschaft vorbereiten. Nutzen Sie das für entspannende Tätigkeiten. Jetzt lassen sich zudem Dinge anpacken, die man lange vor sich hergeschoben hat – etwa den nervigen Hausputz.

+ Die Fettverbrennung läuft optimal. Eine US-Studie zeigt: 30 Prozent mehr Energieumsatz im Körper erleichtern Ausdauersport wie Walken oder Radfahren – und damit das Abnehmen.

 

23. bis 28 Tag: Alle Hormone sinken

- Jetzt verlangt der Körper im Schnitt mehr als 200 Extra-Kalorien. Das fanden Forscher der Universtät Hongkong heraus. Damit steigt leider die Gefahr von Heißhungerattacken auf Süßes, Fettes oder auch Salziges.

- Sind Sie gereizt oder nervös? Bis zu 30 Prozent der Frauen spüren jetzt das prämenstruelle Syndrom, kurz PMS genannt. Das Nervensystem reagiert empfindlicher, man ist bei Schwierigkeiten – etwa im Job – viel schneller frustriert, kommt generell eher auf negative Gedanken. Betroffene sollten nun wichtige Depots für die Nervenkraft auffüllen: Vitamin B6, zum Beispiel aus Bananen und Vollkornprodukten, sowie Kalzium, hauptsächlich aus Joghurt, Milch, Käse. Und Magnesium, zum Beispiel aus Nüssen, Kürbiskernen und grünem Gemüse. Ausdauersport wie Radfahren, Joggen oder Walken setzt Glückshormone frei, die entstressen. Auch spazieren gehen oder saunen wirkt jetzt entspannend und lindert das PMS.

Video: Die 6 besten Tipps gegen PMS

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