Gesund-Gefahr Flugzeug: Löst Fliegen Krankheitsschübe bei CED aus?

Lösen Flugreisen Krankheitsschübe bei CED aus?
Eine aktuelle Studie zeigt, dass Flugreisen Krankheitsschübe bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen auslösen können © Fotolia

Flugreisen und Aufenthalte in großer Höhe können bei Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmentzündungen Krankheitsschübe auslösen – das zeigt eine aktuelle Studie aus der Schweiz.

Flugreisen können möglicherweise Schübe von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa auslösen. Das fanden die Forscher um Dr. Stephan Vavricka vom Stadtspital Triemli in Zürich heraus. Grund für die vermehrten Krankheitsschübe nach Flugreisen: der geringe Sauerstoffgehalt in großer Höhe. In Flugkabinen herrschen Luftbedingungen wie im Gebirge – Luftdruck und Sauerstoffgehalt sind mit denen in einer Höhenlage von 1.500 bis 2.500 Metern über dem Meeresspiegel vergleichbar.

 

Höhenluft begünstigt Krankheitsschübe

Dass die sogenannte Hypoxie (Mangelversorgung des Gewebes mit Sauerstoff) die Entstehung von Entzündungen im Darm begünstigen kann, weiß man bereits. Nun wollten die Forscher herausfinden, ob es auch einen Zusammenhang zwischen höhenbedingtem Sauerstoffmangel und Krankheitsschüben von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) gibt. Dazu untersuchten Vavricka und seine Kollegen etwa 100 Patienten mit einer CED. Sie verglichen Patienten, die in einem zwölfmonatigen Beobachtungszeitraum mindestens einen Krankheitsschub gehabt hatten, mit solchen, die beschwerdefrei geblieben waren. Das Ergebnis: Die Patienten, die einen Schub erlitten hatten, hatten sich in den vier Wochen davor häufiger in einer Höhe über 2.000 Metern aufgehalten oder eine Flugreise unternommen als Patienten ohne Beschwerden. Das Fazit der Wissenschaftler: Flugreisen und Höhenaufenthalte erhöhen bei Patienten mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa das Risiko für Krankheitsschübe in den folgenden vier Wochen.

Was sind chronisch-entzündliche Darmerkrankungen? Ausführliche Informationen zu Morbus Crohn und Colitis ulcerosa lesen Sie hier.

Hamburg, 2. Juli 2014

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