Gesichtscreme selber machen: Besser als gekauft?

Redaktion PraxisVITA
Gesichtscreme macht schön
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Inhalt
  1. Gesichtscreme selber machen: Schädliche Stoffe vermeiden 
  2. Gesichtscreme selber machen: Argumente dafür
  3. Das müssen Sie beachten 
  4. Fazit

Allergieauslösend, krebserregend oder schlicht umweltschädlich: Immer mehr Verbrauchern ist gekaufte Kosmetik suspekt. Aber ist selbst gemachte Creme wirklich eine Alternative

Peelings und Gesichtsmasken sind Klassiker der selbst angerührten Kosmetik. Immer mehr Menschen spielen aber auch mit dem Gedanken Gesichtscreme selber zu machen. Der Grund: Selbst in Naturkosmetik stecken nicht selten reizende oder unerwünschte Inhaltsstoffe. Beim Blick auf die oft ellenlange Liste an Inhaltsstoffen in der Gesichtspflege können leicht Zweifel aufkommen: Muss das wirklich alles sein? Und ist das alles wirklich gut für meine Haut? Viele Menschen achten mittlerweile nicht nur bei Lebensmitteln und Fertiggerichten darauf, was wirklich an Zutaten drinsteckt. Interessierte studieren eingehend vor dem Kauf einer neuen Gesichtscreme die sogenannte INCI-Liste. Die englische Abkürzung INCI steht für Internationale Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe. Sie bezeichnet also eine Richtlinie für die korrekte Angabe der Inhaltsstoffe in Kosmetika. 

Dieses System ist seit 1997 in der Europäischen Union gesetzlich vorgeschrieben. Es soll vor allem Allergiker davor schützen, ein für sie schädliches Produkt zu erwerben. Aber auch für Menschen ohne gesundheitliche Einschränkungen lohnt sich der Blick auf die Inhaltsstoffe. Nicht selten stellt sich schon bei den ersten Schlagwörtern der Aufzählung Ernüchterung ein. Die Zutaten müssen laut INCI dem Gewichtsanteil gemäß aufgeführt werden. Oft findet sich an vorderster Stelle Alkohol. Der wird von der Kosmetikindustrie (auch in der Naturkosmetik) als Konservierungsmittel geschätzt, kann aber zum Austrocknen der Haut beitragen. 

Rezepte für Gesichtscreme zum Selbermachen

 

Gesichtscreme selber machen: Schädliche Stoffe vermeiden 

Schwerwiegendere Bedenken gibt es gegen andere Konservierungsmittel in Kosmetikprodukten, die sogenannten Parabene. Diese Stoffe (zum Beispiel Methyl- und Ethylparaben) können in bestimmter Konzentration das Hormonsystem beeinflussen. Ob sie allerdings im menschlichen Körper der Entstehung von Brustkrebs Vorschub leisten oder die männliche Reproduktionsfähigkeit mindern, bleibt umstritten. Manche Verbraucher wollen aber vorsichtshalber lieber auf diese Inhaltsstoffe verzichten. 

In der Branche ebenfalls weitverbreitet sind Rohstoffe aus Mineralöl, das wiederum aus Erdöl gewonnen wird. Anstelle der INCI-Bezeichnung „Mineral Oil“ verstecken sich diese Rohstoffe auch unter den folgenden Bezeichnungen in der Gesichtspflege: 

• Cera Microcristallina (Microcristallina Wax)

• Ceresin

• Ozokerite

• Paraffin

• Paraffinum Liquidum 

• Petrolatum

Der Rohstoff wird in Form flüssiger Öle oder fester Wachse in der Kosmetik eingesetzt – und das nicht nur in billigen Drogerieprodukten, sondern auch in vermeintlicher Luxushautpflege. Mineralöl ist billig, gut verträglich und soll die Haut vor Feuchtigkeitsverlust schützen. Der Rohstoff ist allerdings unter Krebsverdacht geraten. Die Stiftung Warentest untersuchte 2015 gezielt 25 Kosmetikprodukte wie Cremes und Lippenpflegeprodukte auf Mineralölbasis. In allen fanden die Tester aromatische Kohlenwasserstoffe, Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons, kurz MOAH. Sie stehen seit langem im Verdacht, Krebs zu erregen. 

 

Gesichtscreme selber machen: Argumente dafür

Daneben gibt es eine Vielzahl an Inhaltsstoffen (unter anderem Parfüm, gern auch in der Naturkosmetik), die bei Verbrauchern Reizungen hervorrufen, eine Kontaktallergie auslösen können oder schlichtweg als unangenehm empfunden werden. Auch Mikroplastik in Kosmetik kann ein Argument gegen herkömmliche Gesichtspflege sein.

Eine selbst gemachte Creme kann diverse Vorteile haben: 

• das Produkt wird gezielt auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten

• überflüssige Füllstoffe und reizende Zutaten werden vermieden

• Sie kontrollieren die Qualität und Herkunft aller Inhaltsstoffe 

• bei vielen Produkten werden die aufwändige Verpackung oder Werbekosten vom Verbraucher mitbezahlt

Mögliche Nachteile einer selbst hergestellten Gesichtscreme: 

• aufwendige Herstellung

• Inhaltsstoffe sind in kleineren Mengen teurer in der Anschaffung 

• möglicherweise Anschaffungskosten für Utensilien

• natürliche Zutaten können ebenfalls Allergien auslösen 

• aufwendige Formeln sind für Laien schwer herzustellen 

 
 

Das müssen Sie beachten 

Eine selbst angerührte Gesichtscreme hat natürlich den Vorteil, dass das Produkt – anders als in der Drogerie – nicht monatelang im Regal haltbar sein muss, ehe es überhaupt zur Anwendung kommt. Aber auch für den normalen Hausgebrauch sind Bakterien und Pilze in der Kosmetik eine ernsthafte Gefahr. Sie können Keimen vorbeugen, indem Sie nur kleine Mengen herstellen und die Creme im Kühlschrank aufbewahren. Hygiene ist jedoch grundsätzlich das oberste Gebot. Die wertvollste, selbst gemachte Hautcreme nützt nichts, wenn sie nach kürzester Zeit zum Brutherd von Bakterien wird. 

Weiterhin in Sachen Hygiene zu empfehlen sind Tuben für selbst gemachte Gesichtspflege. Das Produkt wird portionsweise herausgedrückt. Auf diese Weise gelangen weniger Keime in die Creme, als wenn jedes Mal der Finger direkt mit dem Produkt in Berührung kommt. 

 

Fazit

Viele Inhaltsstoffe in Drogerie-, aber auch Parfümeriekosmetik lassen Verbraucher an der Wirkung der Produkte zweifeln. Da kann der Schritt naheliegen, die Gesichtscreme selber zu machen. Hygiene ist dabei aber absolutes Muss. Apps zum Scannen der Barcodes von Kosmetikprodukten können dabei helfen, reizende Inhaltsstoffe vor dem Kauf zu erkennen. 

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