Gesetzentwurf: Mehr Geld für Demenzkranke

Dementer Vater mit Tochter
Menschen mit Demenz sollen künftig mehr Unterstützung erhalten – das sieht ein Gesetzentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit vor © istock

Demenzkranke und andere psychisch und geistig beeinträchtigte Menschen sollen künftig mehr Unterstützung bekommen. Das sieht ein Gesetzentwurf vor, den Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) Medienberichten zufolge vorgelegt hat.

Demnach legte das Gesundheitsministerium einen Gesetzentwurf für die zweite Stufe der Pflegereform vor – am 1. Januar war bereits die erste Stufe in Kraft getreten.

 

Pflegeleistungen für mehr Menschen

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass künftig etwa 500.000 mehr Menschen Pflegeleistungen beziehen können. Besonders Menschen mit Demenz oder anderen psychischen oder geistigen Beeinträchtigungen sollen so besser unterstützt werden. Am bisherigen Pflegestufen-System hatten Experten immer wieder kritisiert, dass vor allem Patienten mit körperlichen Gebrechen mit Pflegeleistungen rechnen könnten – demente und psychisch erkrankte Menschen würden dabei benachteiligt.

 

Gibt es für manche weniger Geld?

Bisher werden Pflegebedürftige in drei Pflegestufen eingeteilt, die bestimmen, welche Leistungen sie beziehen können. Dieses System soll durch eine Einstufung in fünf Pflegegrade ersetzt werden. Für alle, die jetzt schon Pflegeleistungen beziehen, entsteht dadurch kein Nachteil – ein sogenannter Bestandsschutz sorgt dafür, dass sie entweder gleichbleibende oder höhere Leistungen erhalten.

Im August soll der Reformentwurf im Bundeskabinett beraten werden. Die Reform soll am 1. Januar 2017 in Kraft treten. Zu ihrer Finanzierung werden die Beiträge zur Pflegeversicherung ab 2017 laut Regierungsangaben um 0,2 Prozentpunkte ansteigen.

Im Video erklären wir Ihnen außerdem das System der Pflegegrade:

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