Geschwollene Beine: So verhindern Sie Ödeme

Redaktion PraxisVITA
Venen fit halten mit Wadengüssen verringert Risiko auf Ödeme
Wer seine Venen fit hält, zum Beispiel mit Wadengüssen, verringert das Risiko, an einem Ödem zu erkranken © Fotolia

Geschwollene Beine vermeiden, so gehts! Praxisvita verrät, warum fitte Venen wichtig sind, wie Sie Ödemen vorbeugen und so geschwollene Beinen verhindern.

Fast jede Frau kennt das: An warmen Tagen, nach langem Sitzen oder Stehen, zeichnet sich das Bündchen des Strumpfes deutlich an den Unterschenkeln ab. Manchmal sind die Knöchel sogar sichtbar geschwollen, die Beine kribbeln oder fühlen sich schwer an. Was steckt dahinter – und wann besteht Handlungsbedarf?

„Ursachen für geschwollene Beine gibt es viele", sagt der Venenexperte Prof. Dr. Eberhard Rabe. „Dazu gehören Herzschwäche, Nierenerkrankungen oder ein sogenanntes Lymphödem. In den meisten Fällen aber sind die Venen schuld. Beim Venenarzt, dem Phlebologen, lässt sich das heute risiko- und schmerzlos abklären."

 

Geschwollene Beine: Wie entstehen sie?

Bei Wärme weiten sich die Gefäße. Arterien können dies durch winzige, um sie herumlaufende Muskeln kompensieren. Bei Venen fehlt diese Gefäßmuskulatur. Hier wird das Blut über die Muskelpumpe, also die Bewegung der Skelettmuskulatur, Richtung Herz befördert. Winzige Klappen in den Venen verhindern, dass Blut zurückfließt. Sind die Gefäße aber sehr weit und bleibt auch die Muskelpumpe durch zu wenig Bewegung aus, dann staut sich Blut in den Beinvenen. Die Venenklappen werden undicht. Immer mehr Blut übt einen immer stärkeren Druck auf die Gefäßwände aus. Schließlich wird Flüssigkeit aus dem Blut in das umliegende Gewebe ausgepresst. Es entsteht eine Wasseransammlung, geschwollene Beine und meist ein Ödem sind die Folge. Tritt eine solche Schwellung öfter auf, ist dies ein Warnsignal und sollte abgeklärt werden. Denn tut man nichts dagegen, können die Venenklappen dauerhaft zerstört werden.

 

Geschwollene Beine vermeiden, Beine hochlagern

„Gut für die Venen sind kalte Wadengüsse, viel Bewegung und das regelmäßige Hochlegen der Beine", so Prof. Rabe. Dabei sollten die Füße mindestens auf Herzhöhe liegen. „Venencremes kühlen angenehm, ein Einfluss auf die Schwellungsneigung ist wissenschaftlich aber nicht erwiesen." Im Gegensatz zu medizinischen Kompressionsstrümpfen (aus der Apotheke). Diese verhindern durch exakt dosierten Druck, dass sich Blut in den Beinvenen staut. „Das beugt weiterer Schädigung der Venen vor", so Prof. Rabe. In Sanitätshäusern werden die Strümpfe exakt angepasst. Das ist entscheidend, denn Kaufhausware übt oft einen zu geringen, oder – noch schlimmer – Druck an der falschen Stelle aus. Manche Sanitätshäuser arbeiten mit einem computergesteuerten 3D-Vermessungsverfahren.

Achtung: Bei plötzlich auftretenden oder schmerzhaften geschwollenen Beinen müssen Sie zum Arzt. Es könnte sich um eine Thrombose, einen Venenverschluss, handeln. Löst sich der Blutpfropfen und wandert er in die Lunge, droht eine mitunter lebensgefährliche Lungenembolie.

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