Geschwollene Beine: Bin ich krank?

geschwollene Beine
Geschwollene Beine können ein Hinweis auf gefährliche Erkrankungen wie Wundrose oder Thrombose sein – bei plötzlich auftretenden Schwellungen darum immer zum Arzt gehen © Fotolia

Von Allergien über Diabetes bis Wundrose: Geschwollene Beine sind Warnsignale des Körpers. Hier erfahren Sie, was sie bedeuten können.

Geschwollene Beine: Die 3 besten Akut-Tipps

Ausziehen: Unbequeme und zu enge Schuhe und Strümpfe behindern den Blutfluss, auch hohe Absätze belasten die Venen. Schuhe ausziehen oder zumindest wechseln, bringt daher meist schnell Erleichterung.

Abkühlen: Füße und Beine von unten nach oben mit kaltem Wasser abduschen. Das verengt die Gefäße und lässt weniger Blut in den Beinen versacken.

Hochlegen: Ob nur kurz zwischendurch oder mithilfe eines Kissens über Nacht: Hochlegen begünstigt den Blutrückfluss.

Kennen Sie das auch? Ist man mal den ganzen Tag auf den Beinen, fühlen sich diese am Abend schwer und geschwollen an. Das ist ganz normal, durch geeignete Maßnahmen verschwinden die Beschwerden schnell wieder. „Andauernde oder plötzlich geschwollene Beine hingegen können auch ein Warnzeichen sein, sollten daher unbedingt ernstgenommen werden“, rät Dr. Michael Wagner, Präsident der Deutschen Venen-Liga.

Je nachdem ob nur ein oder beide Beine geschwollen sind, kommen verschiedenste Krankheiten als Ursache dafür infrage.

 

Ursachen für einseitig geschwollene Beine

  • Flüssigkeitsansammlung (Lymphödem), zum Beispiel infolge einer Operation oder angeboren
  • Bakterielle Infektion (Wundrose), zum Beispiel durch Verletzungen
 

Ursachen für beidseitig geschwollene Beine

Weil geschwollene Beine auch Symptom einer Thrombose sein können, die im Extremfall sogar lebensgefährlich ist, sollte man Beschwerden frühzeitig ärztlich abklären lassen.

 

Geschwollene Beine können auf Venenerkrankung hinweisen

Geschwollene Beine können aber auch erste Anzeichen einer chronischen Venenerkrankung sein. Darunter versteht man vorwiegend das Krampfaderleiden (Varikose) und die Chronische Venöse Insuffizienz (CVI).

Bei der Varikose funktionieren die Venenklappen in den Beinen nicht mehr richtig. Diese Klappen öffnen sich für das Blut, das in Richtung Herz fließt und blockieren den Rückfluss zum Fuß. Sie sind notwendig, damit das Blut entgegen der Schwerkraft aus den Beinen zurück zum Herzen gepumpt werden kann. Funktionieren die Venenklappen nicht, sackt das Blut zurück in die Beine. Die Adern leiern aus und werden als Krampfadern sichtbar.

Geschwollene Beine können durch eine sogenannte Varikose hervorgerufen werden
Geschwollene Beine können durch eine sogenannte Varikose hervorgerufen werden © IStock

In der Folge kann es zu Beschwerden wie Schweregefühl und Schmerzen in den Beinen kommen. Außerdem können Schwellungen der Beine (Ödem), Hautveränderungen und ein Unterschenkelgeschwür (Ulcus cruris) auftreten. Diese bleibenden Veränderungen werden als Chronische Venöse Insuffizienz (CVI) zusammengefasst.

Ärzte haben sich jetzt in puncto Venenerkrankungen auf einen Konsens geeinigt: Die Therapie soll im Idealfall auf verschiedenen Säulen basieren. Jeder Arzt sollte auf alle Methoden zurückgreifen können und diese entweder allein oder in Kombination einsetzen – immer im Interesse des Patienten.

Prinzipiell stehen dem Patienten drei unterschiedliche Säulen zur Verfügung:

 

Kompression

Patienten sollten Kompressionsstrümpfe oder einen Kompressionsverband tragen. Das drückt die Venen von außen zusammen. Dadurch schließen die Venenklappen wieder richtig, und das Blut kann zum Herzen zurückfließen. Diese Behandlung belastet den Körper in keiner Form.

 

Medikamente

Venenmittel eignen sich vor allem für Patienten, die sich nicht operieren lassen möchten oder die trotz OP weiter Beschwerden haben. Es sollten nur Wirkstoffe eingesetzt werden, die sich in Studien bewährt haben.

 

Invasive Maßnahmen

Um Krampfadern zu beseitigen, gibt es verschiedene Methoden. Dazu zählen zum Beispiel das Veröden (Sklerosierung), das Herausziehen (Stripping) und die Laser-Therapie. Für diese Eingriffe ist der Winter ideal, denn anschließend müssen einige Monate Kompressionsstrümpfe getragen werden. Diese wärmen – im Sommer kann das unangenehm sein.

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.