Gerstenkorn – der Pickel am Auge

Wenn sich ein Gerstenkorn bildet, sollten Sie das Auge am besten ganz in Ruhe lassen
Wenn sich ein Gerstenkorn bildet, sollten Sie das Auge am besten ganz in Ruhe lassen © Fotolia

Harmlos, aber lästig: Entzündungen der Drüsen in den Lidern. In der kalten Jahreszeit treten sie besonders häufig auf.

Trockene Heizungsluft und klirrende Kälte begünstigen die Entstehung von trockenen Augen. Das heißt: Aufbau und Abfluss des Tränenfilms sind gestört. Dadurch kann es zu einem Sekretstau in den Drüsen der Augenlider kommen, der zu einer Entzündung führt. Gerstenkörner können sich auf der Außen- und an der Innenseite der Lidkante bilden – was besonders schmerzhaft ist. Verursacher der "Pickel" am Auge sind Eiterbakterien (Staphylokokken), die in eine Drüse am Lidrand eindringen. Das Augenlid schwillt an, tut weh, und nach etwa vier Tagen entsteht ein gelbliches Köpfchen an einer begrenzten Stelle. Jetzt braucht das Gerstenkorn noch rund eine Woche zum Reifen. Ist dieses Stadium abgeschlossen, platzt es auf, und der Heilungsprozess beginnt.

 

Gerstenkorn auf keinen Fall ausdrücken

Auch wenn ein Gerstenkorn wahnsinnig nervt: Finger weg! Es bleibt nur dann harmlos, wenn es in Ruhe reifen und von selbst aufbrechen kann. Jeder Versuch, diesen Vorgang durch Drücken zu beschleunigen, kann katastrophal enden: Durch die Fingerattacken können die Eiterbakterien in die Blutbahn und von dort ins Gehirn geraten. Denn das Blut der Augenlider ist größtenteils durch Venen direkt mit dem Hirn verbunden. Lebensgefährliche Komplikationen wie Hirnhautentzündung können die Folge sein. Wichtig: Wer häufig unter einem Gerstenkorn leidet, sollte seinen Arzt informieren. Denn der lästige Pickel kann ein Hinweis auf Diabetes sein.

 

Rotlicht und Salben fördern die Heilung

Desinfizierende oder antibiotikahaltige Augensalben (Letztere sind verschreibungspflichtig) verringern die Schwellung und hemmen die Infektion. Trockene Wärme, wie z. B. Rotlicht, beschleunigt zusätzlich die Heilung. Vermeiden sollten Sie dagegen feuchte Wärme (z. B. die beliebte Kompresse mit Kamille). Sie weicht die Haut auf, kann die Bakterien verschleppen und ein weiteres Gerstenkorn hervorrufen.

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