Gericht kippt Maskenpflicht an Schulen: Heftige Debatte um Urteil

Mona Eichler Health-Redakteurin

Nachdem das Amtsgericht Weimar in einem Urteil Maskenpflicht, Abstandsregeln und Schnelltests an zwei Schulen in Thüringen untersagt hat, äußert sich nun das Bildungsministerium. Wie es jetzt weitergeht.

 

+++12.04. Bildungsministerium zweifelt Urteil von Weimar an+++

Ein am Sonntag bekannt gewordener Urteilsbeschluss sorgt derzeit für erhitzte Gemüter. Am Amtsgericht Weimar hatte ein Familienrichter eine einstweilige Anordnung erlassen, die Maskenpflicht, Abstandsregeln und Schnelltests an zwei Schulen in Thüringen untersagt. Ausgangspunkt der Entscheidung ist die Klage einer Mutter (Az.: 9 F 148/21), deren zwei Kinder die betreffenden Schulen besuchen. Angeführt wurde die Kindeswohlgefährdung.  

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Beschluss hat keine Auswirkungen

Kurz nach Bekanntwerden reagiert das Bildungsministerium Thüringen und kritisiert das Urteil von Weimar in aller Schärfe. „Beschluss des Familiengerichts Weimar hat keine Auswirkungen für Thüringen“ heißt es unmissverständlich in einer Erklärung des Ministeriums, die online eingesehen werden kann.

Im Nachfolgenden werden mehrere Punkte des Urteils beanstandet, allen voran die fehlende „ordnungsgemäße Bekanntgabe“. Des weiteren weist das Bildungsministerium Thüringen darauf hin, dass ein Urteil nur für an der Klage beteiligten Personen gefällt werden kann. „Vorliegend sind das zwei Schüler. Der Beschluss hat keine Auswirkungen auf die Infektionsschutzmaßnahmen, die für die Thüringer Schulen insgesamt angeordneten wurden. Sie bleiben rechtmäßig in Kraft.“

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„Gravierende verfahrensrechtliche Zweifel“

Ob das Urteil von Weimar überhaupt eine rechtliche Wirkung habe könne, zweifelt das Bildungsministerium an. Schließlich seien die Familiengerichte im Fall von Infektionsschutzmaßnahmen und Rechtsverordnungen der Landesregierung nicht zuständig.
 

„Der Beschluss wirft gravierende verfahrensrechtliche Zweifel auf. So beschränkt sich die Zuständigkeit des Familiengerichts in Sorgerechtsverfahren auf Fragen des Sorgerechts; die Überprüfung von Infektionsschutzmaßnahmen oder Rechtsverordnungen der Landesregierung obliegt dagegen den Verwaltungsgerichten.“

Eine obergerichtliche Prüfung solle „schnellstens“ durchgeführt werden. 

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+++Corona in Deutschland: Inzidenz steigt weiter+++

Das RKI meldet am Montag 13.245 Corona-Neuinfektionen und 99 Todesfälle innerhalb der vergangenen 24 Stunden. Eine Woche zuvor hatte die Zahl der Neuinfektionen 8.497 betragen und 50 Menschen waren mit oder an dem Virus gestorben. 
Damit sind seit Beginn der Pandemie in Deutschland 3.011.513 Menschen an COVID-19 erkrankt. 78.452 Personen sind in Verbindung mit dem Coronavirus gestorben. 

Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz steigt weiter: von 129,2 am Vortag auf aktuell 136,4. Am vergangenen Montag hatte der Wert bei 128 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche gelegen. 

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+++Corona-Ausbruch in Bahn auf den Weg nach Hamburg+++

Auf dem Weg von Sylt nach Hamburg kam es für Fahrgäste der Deutschen Bahn zu einem heftigen Zwischenfall. Der Zug, der in Westerland startete und über Sylt zurück in Richtung Hamburg unterwegs war, musste aufgrund einer Person, die sich mit dem Coronavirus infiziert hatte, gesperrt und evakuiert werden. 

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Fahrgast in Klinik gebracht und positiv gestestet

Bei der positiv getesteten Person handelt es sich laut Medienberichten um einen 42-jährigen Mann aus Itzehoe, der im Zuge der Zugkontrolle als „Schwarzfahrer“ ertappt wurde. Als der Mann sich auf dem Bahnsteig übergab, alarmierten die Beamten vor Ort die Rettungskräfte. Der 42-Jährige wurde laut Medienberichten umgehend in eine Klinik gebracht. Dort fand man auch heraus, dass der Fahrgast sich mit dem Coronavirus infiziert hatte.

Der Zug, der indes in Richtung Sylt weiter gefahren war, wurde anschließend gestoppt. Weitere Reisende des Zuges mussten evakuiert werden. Wie viele von dem Vorfall betroffen waren, ist aktuell nicht bekannt.

Der leere Zug wurde anschließend nach Husum zur Reinigung und Desinfektion gebracht, erklärte ein Sprecher der Deutschen Bahn gegenüber den Medien. 

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+++09.04. Corona-Gipfel wird wohl verschoben+++

Nachdem beim letzten Bund-Länder-Treffen nach stundenlanger Debatte am Ende ein Ergebnis stand, welches am nächsten Tag direkt wieder zurückgenommen wurde, warten nun viele sehnsüchtig auf das nächste Gipfeltreffen, welches ursprünglich für den kommenden Montag angedacht war - vergebens! Denn der kommende Bund-Länder-Gipfel ist nun abgesagt, wie unter anderem die Nachrichten-Agentur Reuters und die ARD berichten.  

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Dass der Termin am Montag nicht stattfindet, hatten bereits mehrere Minister gegenüber den Medien angedeutet. So erklärte Tobias Hans, Ministerpräsident des Saarlandes, in der ZDF-Talkshow „Maybrit Illner“: „Das wird nicht am Montag sein. Im Moment spricht viel dafür, das nicht am Montag zu machen. Ich halte die Ministerpräsidentenkonferenz aber generell für sehr sinnvoll“, so der CDU-Politiker. 

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Neuer Gesetzesentwurf: Einheitliche Regeln für Ausgangssperren und Distanzunterricht

Aber warum soll das Gipfeltreffen überhaupt abgesagt werden? Der Grund dafür wurde im Laufe des Tages bekannt. Schon am kommenden Dienstag soll ein neuer Gesetzesentwurf verabschiedet werden, der eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes nach sich zieht. 

So sollen dem Bund künftig mehr Kompetenzen verleiht, um zum Beispiel einen bundesweit einheitlichen Lockdown oder weitere Corona-Regeln zu erlassen. Nach Reuters-Informationen soll schon in der kommenden Woche ein Gesetzesentwurf aud den Weg gebracht werden, "der eine direkt verbindliche und umfassende Notbremse für Kreise ab einer Inzidenz von 100 vorsieht". Unterhalb einer Inzidenz von 100 sollen die Beschlüsse der Ministerkonferenzen fortgelten und die Länder dahingehend ihre Zuständigkeit behalten. 

Ebenfalls in dem Gesetzesentwurf geregelt: Der Schulunterricht. So sollen ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 200 alle Schüler bundesweit in den Distanzunterricht wechseln. Bund und Ländern müssen sich nun darum bemühen, die anvisierte Neuregelung „so schnell wie möglich umzusetzen“, heißt es seitens der Regierung.

Quellen:

Corona-Gipfel am Montag steht auf der Kippe, in: ntv.de
Paukenschlag! Corona-Gipfel offenbar tatsächlich abgesagt - Neues mögliches Datum durchgesickert, in: merkur.de
Lockdown-Streit eskaliert: Bund-Länder-Gipfel für neue Corona-Regeln am Montag geplatzt, in: businessinsider.de
Streit um neuen Lockdown, in: sueddeutsche.de

 

+++09.04. Zahl der Neuinfektionen steigt wieder an+++

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt wieder an. Das Robert Koch-Institut meldet am Freitag 25.464 Neuinfektionen innerhalb eines Tages. Zudem wurden 296 Todesfälle dem RKI gemeldet. Der Inzidenz-Wert steigt erneut auf 110,4. Der Sieben-Tage-R-Wert liegt aktuell bei 0,80 (Vortag 0,76) 

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+++08.04. Corona-Ausbruch mit südafrikanischer Variante in Kita+++

Es ist ein alarmierender Corona-Ausbruch, der sich in Reutti, einem Stadtteil von Neu-Ulm im bayerischen Bezirk Schwaben ereignet hat. Insgesamt acht Kinder des Kinderhauses „Unterm Himmelszelt“ wurden positiv auf die hochansteckende Corona-Mutation aus Südafrika B.1.351 getestet

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Corona-Mutation aus Südafrika: Keine Immunität?

Das verheerende daran: Bisher ist die Mutante verhältnismäßig selten in Deutschland vorgekommen. Sie zählt zu den sogenannten „Escape Varianten“ des Corona-Virus, die noch ansteckender sein sollen als die hierzulande dominante Variante aus England B.1.1.7. Das größere Problem: Die südafrikanische Virus-Variante führt vermehrt zu Reinfektionen, sodass eine Immunität nach einer einmal durchgemachten Corona-Erkrankung nicht mehr gewährleistet ist.

Wie das Universitätsklinikum in Ulm bereits im März mitteilte, seien in dieser Region mehrere Fälle der südafrikanischen Variante nachgewiesen worden. Das bestätigt auch das Landratsamt.

Drei der vier Kita-Gruppen der betroffenen Kindertagesstätte befinden sich bereits in einer 14-tägigen Quarantäne. Kinder, die seit dem 30. März nicht mehr in der Einrichtung waren, sind von der Isolation ausgenommen, so heißt es gegenüber den Medien. Die Einrichtungsleitung hat noch keine Entscheidung darüber getroffen, ob die Kita vollständig geschlossen werden muss.

 

+++RKI meldet über 20.000 Neuinfektionen +++

Das Robert Koch-Institut meldet am heutigen Donnerstag 20.407 Neuinfektionen innerhalb eines Tages. Zudem wurden dem RKI 306 Todesfälle gemeldet. Da über die Osterfeiertage jedoch weniger getestet wurde, geht man davon aus, dass die Zahlen immer noch leicht verzerrt sind.

Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bundesweit derzeit bei 105,7. Der aktuelle R-Wert sinkt von 0,81 auf aktuell 0,76. 

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+++06.04. Corona-Ausbrüche in Altenheimen, Rückgang der Corona-Zahlen+++

Sowohl das Altenpflegeheim Nodus Vitalis in Dessau, Sachsen-Anhalt, als auch das Caritas-Pflegeheim im niedersächsischen Bohmte-Hunteburg (Landkreis Osnabrück) kämpfen aktuell mit Ausbrüchen des Coronavirus. Insgesamt liegen 31 bestätigte Fälle vor. Es besteht der Verdacht auf B.1.1.7-Infektionen. 

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Corona-Ausbruch in Dessau: 17 Infektionen

Das Gesundheitsamt Dessau-Roßlaus bestätigte den Corona-Ausbruch im Altenpflegeheim Nodus Vitalis. Wie unter anderem die „Mitteldeutsche Zeitung“ berichtet, sind bis Ostermontag 17 Bewohner der Pflegeeinrichtung im Stadtteil Alten positiv auf das Coronavirus getestet worden. 

 

Verdacht auf britische Corona-Mutante

Die erkrankten Männer und Frauen sind zwischen 67 bis 94 Jahre alt. Bei zwei Fällen besteht der Verdacht auf eine Infektion mit der britischen Corona-Mutante B.1.1.7.  Bereits am Karfreitag hatte es zehn bestätigte Krankheitsfälle im Altenpflegeheim Nodus Vitalis gegeben. Weitere Corona-Tests sollen helfen, die Situation unter Kontrolle zu bekommen. 

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Corona-Ausbruch im Kreis Osnabrück: Auch Mitarbeitende infiziert

In einem Pflegeheim der Caritas in Bohmte-Hunteburg (Landkreis Osnabrück) sind sowohl Bewohner als auch Mitarbeitende von dem Corona-Ausbruch betroffen. Wie der „NDR“ berichtet, wurden bei Schnelltests zunächst elf Bewohner*Innen und drei Mitarbeiter*Innen positiv auf das Coronavirus getestet. 

 

Weitere Test stehen an

Um die Befunde der Schnelltests zu verifizieren, wurden umgehend PCR-Tests durchgeführt. Deren Ergebnisse stehen in einigen Fällen noch aus. Trotzdem sind für den heutigen Dienstag bereits weitere Tests anberaumt. 

Die Heimleitung informierte darüber, dass sämtliche Krankheitsverläufe bisher milde ausfallen. 

 

+++Corona in Deutschland: Meldeverzögerungen an Ostern+++

Das Robert Koch-Institut meldet am 6. April 6.885 Neuinfektionen und 90 Todesfälle binnen 24 Stunden. Vor einer Woche waren es noch 9.549 Neuinfektionen und 180 neue Todesfälle gewesen. Berücksichtigt werden müssen allerdings die Meldeverzögerungen, die über die Osterfeiertage entstanden sind. Auf dem RKI-Dashboard informiert die Behörde: 

„Rund um die Osterfeiertage ist bei der Interpretation der Fallzahlen zu beachten, dass zum einen meist weniger Personen einen Arzt aufsuchen, dadurch werden weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt. Dies führt dazu, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet werden. Zum anderen kann es sein, dass nicht alle Gesundheitsämter und zuständigen Landesbehörden an allen Tagen an das RKI übermitteln.“


Stand heute haben sich seit Beginn der Pandemie in Deutschland 2.900.768 Menschen mit SARS-CoV-2 infiziert und 77.103 sind mit oder an dem Virus gestorben. Rund 2.597.100 Personen haben COVID-19 bereits überstanden – etwa 15.500 mehr als tags zuvor. Die Zahl der aktiven Corona-Fälle im Land sank um circa 8.700 auf 226.600. 

Die 7-Tage-Inzidenz ist im Vergleich zum Vortag etwas gesunken: von 128 auf 123 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. 

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+++01.04. Schuhgeschäfte in Bayern dürfen geöffnet bleiben+++

Der Einzelhandel ist bundesweit stark heruntergefahren. Nur in Regionen, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 liegt, darf der Einzelhandel weitere Öffnungen vornehmen. Dies ist in weiten Teilen Bayerns aktuell nicht der Fall. Dennoch hat das Verwaltungsgericht im Freistaat nun im Eilverfahren eine Kursänderung vorgenommen. Ab sofort dürfen Schuhgeschäfte in Bayern wieder öffnen.

Ein Händler aus Schweinfurt hatte bereits im Februar gegen die bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung zur Eindämmung der Corona-Pandemie geklagt und beantragt, dass sie für die Schuhbranche außer "Vollzug" gesetzt wird, wie unter anderem der "Spiegel" berichtet.

Zwar lehnten die Richter diesen Antrag ab, jedoch: Schuhgeschäfte fallen laut dem Urteil unter die Kategorie "unverzichtbares Ladengeschäft für die tägliche Versorung" und dürfen folglich nun wieder öffnen. Zudem fügten die zuständigen Richter an, dass mitllerweile in Bayern auch Bau- und Gartenmärkte geöffnet seien, die ebenfalls unter die Kategorie "unverzichtbar" fallen. Die Versorung mit Schuhen sei ein "Grundbedürfnis", welches Voraussetzung für das Ausüben zahlreicher Berufe oder sportliche Betätigungen im Freien sei. 

Obwohl die Begründung der Richter mit dem Urteil durchaus plausibel erscheint, betrifft die neue Regelung in Bayern nur den Schuh-Handel. Ob es zu weiteren Öffnungen in anderen Bundesland kommt, ist nicht abzusehen.

 

+++Corona-Zahlen steigen weiter: RKI meldet über 24.000 Neuinfektionen+++

Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet am Donnerstagmorgen erneut hohe Zahlen bei den gemeldeten Corona-Neuinfektionen. Innerhalb eines Tages wurden dem Institut 24.300 neue Corona-Fälle in Deutschland gemeldet. Vor einer Woche waren es noch 22.657 Fälle. Zudem wurden dem RKI 201 Todesfälle gemeldet.

Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bundesweit aktuell bereits bei 134,2 und steigt damit erneut etwas an (Vortag: 132,3). Nach Ansicht des RKI werden sich die Zahlen in den kommenden Tagen sogar noch verschlechtern. 

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+++Horror-Szenario: RKI rechnet mit Inzidenz von über 300 nach Ostern+++

In einem Bericht des RKI, der sich mit dem Mutationsgeschehen in Deutschland beschäftigt, stellt das Robert Koch-Institut eine düstere Prognose an. Man rechne in der Woche nach Ostern bundesweit bereits mit einer Inzidenz von über 300! Man gehe davon aus, dass nach den Osterfeiertagen ein deutlich höheres Niveau der Corona-Zahlen erreicht sei als zur Weihnachtszeit.

Der Grund für die hohen Zahlen sei die zunehmende Verbreitung von Mutationen in Deutschland. Die britische Corona-Variante habe derzeit in Deutschland bereits einen Anteil von über 70 Prozent aller gemeldeten Neuinfektionen erreicht.

 

+++Zu hohe Zahlen: Norden verschärft Corona-Maßnahmen+++

Im nördlichsten Bundesland in Deutschland, Schleswig-Holstein, werden derweil die Corona-Maßnahmen aufgrund der hohen Infektionszahlen weiter verschärft. Der Landkreis Pinneberg und Segeberg ziehen aufgrund des zu hohen Infektionsgeschehens die Notbremse. Auch die Stadt Flensburg muss verschärfen.

Notbremse im Landkreis Pinneberg

Der Landkreis Pinneberg liegt mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 114,8 deutlich über der 100. Ab Donnerstag werden daher hier die Corona-Schutzmaßnahmen verschärft.

Notbremse auch in Flensburg und Landkreis Segeberg

Auch der Landkreis Segeberg mit einer aktuellen Inzidenz von 132,0 verschärft die Corona-Regeln wieder. Auch hier wird ab Donnerstag (1.04.) die Notbremse gezogen sowie in der Stadt Flensburg, bei der das Infektionsgeschehen schwankend über 100 liegt. 

Münchner Marienplatz menschenleer
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Folgende Maßnahmen werden ergriffen:

  • Kontaktbeschränkungen auf einen Haushalt und eine weitere Person sowohl im privaten als auch im öffentlichen Bereich. Kinder unter 14 Jahren sind ausgenommen.
  • Kitas müssen zurück in die Notbetreuung.
  • Der Einzelhandel muss zurück zum „Click-and-Collect“, ausgenommen Läden des täglichen Bedarfs, Wochenmärkte und Baumärkte.
  • Bei Dienstleistungen mit Körperkontakt, etwa Friseur- und Kosmetik-Studios muss ein negativer Corona-Test vorliegen.

Am Tag zuvor hatte bereits Hamburg die aktuellen Corona-Maßnahmen drastisch verschärft und sogar eine Ausgangssperre verhängt. 

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+++Corona-Verschärfungen in Dresden: Geschäfte müssen wieder schließen+++

Nicht nur der Norden, sondern auch der Osten verschärft die Corona-Maßnahmen. In Dresden wurden ebenfalls Lockerungen wieder rückgängig gemacht. Wie unter anderem „RTL“ berichtet, gelten ab sofort folgende Regeln:

  • Angehörige des Hausstands dürfen sich nur noch mit einer weiteren Person treffen.
  • Das Verlassen der eigenen Unterkunft ist nur aus einem triftigen Grund erlaubt (Einkäufe, Arbeitswege).
  • Im Einzelhandel muss alles, was über den Grundbedarf hinausgeht, wieder schließen.
  • Friseure, Fußpflege, Blumenläden, Bücherläden, Bibliotheken und Fahrschulen bleiben geöffnet.
  • Es gilt ein Alkoholverbot in Teilen der Innenstadt
  • Individualsport zu zweit oder in Gruppen mit 20 Teilnehmern draußen ist ebenfalls untersagt.

Immer wieder wird Deutschland von heftigen Corona-Ausbrüchen erschüttert. In Nordrhein-Westfalen kam es nun zu einem besonders schweren Ausbruch. 

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+++29.03. Corona-Ausbruch bei dm: 800 Mitarbeiter in Quarantäne+++

Im Verteilerzentrum Weilerstwist im Kreis Euskirchen in Nordrhein-Westfalen ist es zu einem größeren Corona-Ausbruch gekommen. 800 Mitarbeiter wurden nach zahlreichen positiven Testungen in Quarantäne geschickt, wie unter anderem der „Generalanzeiger“ berichtet.

Bereits am vergangenen Mittwoch wurden im Drogeriemarkt-Zentrum unter den Mitarbeitern insgesamt 94 positive Corona-Fälle gegenüber der Presse bestätigt. Bei allen positiven Fällen wurde die britische Corona-Variante festgestellt.

800 Mitarbeiter in Quarantäne

Nachdem zunächst 200 Mitarbeiter für 14 Tage in Quarantäne geschickt wurden, hat sich die Anzahl der Mitarbeiter, die sich in Isolation begeben müssen, noch einmal erhöht. Nach einer „Neubewertung der Lage“ sei entschieden worden, dass 600 weitere Mitarbeiter in Quarantäne müssen.

 

Corona-Ausbruch bei dm: Was bedeutet das für die Drogerie-Mäkte?

Christian Bodi, dm-Geschäftsführer im Bereich Logistik, erklärte gegenüber der Presse: „Wir haben sofort reagiert und Maßnahmen ergriffen, um die Verfügbarkeit von Produkten in unseren dm-Märkten sicherzustellen.“ Eine Versorgung der Drogerie-Märkte bundesweit sei also gesichert.

Die Behörden haben das Ausbruchsgeschehen untersucht und bestätigten, dass das Unternehmen alle Hygienestandards vorbildlich eingehalten habe.

Quelle:

Wieder Quarantäne für dm-Drogeriemarkt in Weilerswist, in: wdr.de 

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+++26.03. Virusmutation bei Corona-Ausbruch nachgewiesen+++

In Freiburg im Breisgau (Baden-Württemberg) wurde erstmals die südafrikanischen Virusvariante B.1.351 bei einem größeren Corona-Ausbruch nachgewiesen. Das bestätigten Stadtverwaltung und Gesundheitsamt am späten Donnerstagnachmittag, wie die „Badische Zeitung“ berichtet.

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Infektionen in Jugendhilfeeinrichtung

Betroffen ist eine Jugendhilfeeinrichtung eines freien Trägers. Zum Schutz der überwiegend jungen Betroffenen wurde nicht bekanntgegeben, um welche Einrichtung genau es sich handelt

 

111 Personen in Quarantäne

Nachweislich infiziert sind 19 Personen – Erzieher*innen und Kinder. Um den Ausbruch mit der seltenen südafrikanischen Mutante so schnell wie möglich unter Kontrolle zu bringen, verhängte das Gesundheitsamt Quarantäne-Anordnungen für ingesamt 111 Menschen. Die infizierten Kinder hatten eine Kita, einen Hort sowie eine Grundschule mit Hort besucht. 

Person infiziert Kinderstuhl
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+++Corona in Deutschland: Neuinfektionen steigen, Todesfälle sinken+++

In den vergangenen 24 Stunden meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut 21.573 Corona-Neuinfektionen sowie 183 Todesfälle. Im Vergleich zur Vorwoche steigt die Zahl der neuen Fälle damit einmal mehr, während die Todesfälle sinken. Am 19. März waren dem RKI binnen eines Tages 17.482 Neuinfektionen und 226 Todesfälle bestätigt worden. 

Ingesamt haben sich seit Beginn der Pandemie in Deutschland 2.734.753 Personen mit COVID-19 infiziert, 75.623 Menschen sind daran gestorben. Als genesen gelten aktuell rund 2.467.600 Personen. Das sind 11.400 mehr als tags zuvor. Das RKI schätzt die Zahl der aktiven Corona-Infektionen auf 191.500 Fälle.

Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz, die angibt, wie viele Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner gerechnet in einer Woche verzeichnet werden, liegt aktuell bei 119,1. Der Wert steigt seit Tagen stetig an. Mitte der Woche hatte die Inzidenz noch bei 108,1 gelegen, gestern dann bei 113,3.

Im Impfmonitoring gibt das RKI zudem an, dass bisher 8.150.256 Menschen in Deutschland (9,8%) die Erstimpfung erhalten haben. 3.603.639 (4,3%) wurden bereits das zweite Mal geimpft.

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