Genug geschlafen und trotzdem müde?

Arzt stellt Chronisches Erschöpfungssyndrom fest
Genug geschlafen – trotzdem müde? Wer sich länger als sechs Monate völlig kraftlos und wie gelähmt fühlt, sollte unbedingt den Hausarzt aufsuchen © Fotolia

Eine aktuelle Befragung zeigt: 31 Prozent der Deutschen über 16 Jahre leiden manchmal oder sogar oft unter Ermüdungserscheinungen. Frauen trifft es häufiger als Männer. Dauert das Gefühl an, könnte einer der folgenden Auslöser der dafür Grund sein.

 

Lang anhaltender Erschöpfungszustand

Das passiert im Körper: Wer sich länger als sechs Monate wie gelähmt fühlt, dazu diffuse Schmerzen spürt, hat vielleicht ein Chronisches Erschöpfungssyndrom (CFS). Vermutete Ursachen sind Infekte, Immun- oder Hormonstörungen sowie Stress.

Das hilft: CFS gehört in Behandlung. Erster Ansprechpartner ist der Hausarzt. Es gibt keine wirklichen Tests dafür. Die Diagnose wird allein anhand von Symptomen gestellt. Es ist hilfreich, Entspannungstechniken zu lernen und das Immunsystem durch Bewegung und Vitamine zu stärken. Auch wichtig: Infekte auskurieren!

 

Unterversorgung mit Vitaminen

Das passiert im Körper: Wenn Sie nicht nur müde, sondern auch reizbar und unkonzentriert sind, kann Vitaminmangel dahinterstecken. Schuld ist oft eine einseitige Ernährung, eine längere Krankheit oder die Einnahme von Medikamenten. Besonders zu wenig Vitamin B oder C löst Antriebslosigkeit aus.

Das hilft: Eine gute Quelle für Vitamin C ist Sanddornsaft. Ein Glas deckt den Tagesbedarf. Auch Zitrusfrüchte, wie z. B. zwei Orangen täglich, liefern viel von dem Fitmacher. Um die Vitamin-B- Speicher aufzufüllen, morgens eine Portion Haferflocken essen, mittags Hülsenfrüchte, Fleisch oder Fisch und öfter Sonnenblumenkerne oder Nüsse naschen.

 

Durchhänger im Herbst

Das passiert im Körper: Wenn die Tage kürzer werden, sind manche energielos und niedergeschlagen, haben ein erhöhtes Schlafbedürfnis und Heißhunger auf Süßes. Das deutet auf eine so genannte Winterdepression hin. Vermutete Ursache: Trifft zu wenig Tageslicht auf die Netzhaut der Augen, wird zu viel Melatonin ausgeschüttet. Dieses Hormon regelt den Schlafwach-Rhythmus.

Das hilft: Viel Licht. Verbringen Sie täglich 30 bis 60 Minuten draußen, möglichst mittags. Bewegung bringt den Stoffwechsel in Schwung. Oft hilft auch eine Lichttherapie. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten.

 

Die Schilddrüse arbeitet nicht richtig

Das passiert im Körper: Werden zu wenig Schilddrüsenhormone gebildet, liegt eine Unterfunktion vor. Sie verlangsamt alle Stoffwechselvorgänge. Weitere Symptome neben Müdigkeit: Kälteempfindlichkeit, Zyklusstörungen, schuppige Haut, dünner werdendes Haar, häufig auch weniger Appetit.

Das hilft: Der Hausarzt kann anhand eines Bluttests erkennen, ob eine Unterfunktion vorliegt. Wenn ja, bringen Medikamente (künstliche Hormone oder Jod) den Stoffwechsel wieder in Balance – und die Tatkraft zurück.

 

Nächtliche Atemaussetzer

Das passiert im Körper: Manchen Menschen stockt nachts der Atem – ohne dass sie es bemerken. Für sie bedeutet Schlaf Stress, weil sie kaum Tiefschlafphasen haben. Die Erholung fehlt dann am Tag. Ärzte sprechen von einer Schlafapnoe (Atemstillstand im Schlaf). Die Ursache ist meist eine Verengung der oberen Atemwege.

Das hilft: Am besten fragen Sie Ihren Partner, ob er bemerkt hat, dass Sie nachts unregelmäßig atmen: Auf drei, vier Schnarcher folgt Ruhe – dann ein röchelndes Geräusch. Bei Verdacht zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt gehen. Der kann Sie ins Schlaflabor überweisen. Wenn eine Apnoe festgestellt wird, hilft eine Atemmaske.

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