Gen-Moskitos stoppen Malaria

Mosktio sticht einen Menschen
Moskitos können durch einen einzigen Stich Malaria übertragen. Bei dem neuen, genveränderten Stamm ist der dafür verantwortliche Parasit blockiert © Fotolia

Forschern ist es gelungen, einen genmutierten Stamm von Moskitos zu züchten. Bei den Tieren ist der Parasit, der für die Übertragung von Malaria sorgt, durch ein bestimmtes Gen blockiert. PraxisVita erklärt, wie die Züchtung funktioniert.

Es könnte der Durchbruch im Kampf gegen Malaria sein: US-Forschern ist es gelungen, einen Stamm von Moskitos zu züchten, bei denen der Parasit, der für die Übertragung von Malaria verantwortlich ist, blockiert ist. Dafür entwickelten die Forscher von der „University of California“ zunächst ein Gen mit Antikörpern. Dieses Gen wurde dann an eine spezielle Stelle in der DNA der Moskitos eingesetzt. Von ihrem Erfolg berichten die Wissenschaftler in der Montagsausgabe der „Proceedings of the National Academy of Sciences“.

 

Antikörper-Gen wird vererbt

Wichtig für die Forscher war vor allem, dass das blockierende Gen bei der Fortpflanzung der Moskitos mitvererbt wird. Bei dem Stamm, der jetzt gezüchtet wurde, funktionierte die Vererbung in 99,5 Prozent der Fälle. Für das Projekt wurden 680 wilde Moskitolarven mit dem Antikörper-Gen behandelt. Etwa die Hälfte der Tiere wurde erwachsen und dann mit anderen wilden Moskitos gepaart.

Dass das Antikörper-Gen in fast allen Fällen vererbt wurde, hat die Forscher positiv überrascht: „Das ist ein sehr wichtiger erster Schritt“, so Dr. Anthony A. James, der führende Forscher des Projektes. Für den Züchtungsversuch kamen zwei Gruppen zusammen: Dr. James entwickelte gemeinsam mit seinem Team das Antikörper-Gen auf Basis der Arbeit von Dr. Valentino M. Gantz und Dr. Ethan Bier. Die beiden Forscher hatten zuvor erfolgreich ein bestimmtes Gen in einem Stamm von Fruchtfliegen gezüchtet.

 

Genmanipulierte Moskitos werden anhand der Augenfarbe erkannt

Erkennen ließ sich die erfolgreiche Vererbung des Gens bei den Moskitos durch die roten Augen, die sich bei den Nachkommen bildeten. Dr. Gantz entwickelte für diesen Zweck extra eine Art Farbmarkierung, die als Teil des Antikörper-Gens ebenfalls in die DNA der Tiere eingesetzt wurde.

Während des Projektes achteten die Forscher besonders auf das Auftreten eventueller Nebenwirkungen des Gens, konnten aber keine feststellen. Daher wollen sie ihre Ergebnisse nun anhand eines Versuches in der Natur überprüfen: Aktuell befinden sich Dr. James und sein Team in Gesprächen mit der Regierung von Sambia. In dem afrikanischen Staat ist Malaria immer noch weit verbreitet. Mit der Erlaubnis der Regierung wollen die Forscher ihre gezüchteten Moskitos unter strenger Beobachtung mit den in Sambia wild lebenden Tieren kreuzen und überprüfen, ob das Antikörper-Gen auch über mehrere Generationen hinweg vererbt werden kann.

Hamburg, 25 November 2015

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