Gemeine Wegwarte - eine Heilpflanze aus dem alten Ägypten

Die Gemeine Wegwarte regt die Galle an. Sie lindert damit Verdauungsbeschwerden und Appetitlosigkeit. Sie kann aber auch Ausschläge hervorrufen.

Ein Mythos über die Wegwarte war, dass sie unter dem Kopfkissen einer Jungfrau im Traum den zukünftigen Ehemann erscheinen ließ
Ein Mythos über die Wegwarte war, dass sie unter dem Kopfkissen einer Jungfrau im Traum den zukünftigen Ehemann erscheinen ließ© Fotolia
 

Gemeine Wegwarte: Anwendung und Heilwirkung

Definition Gemeine Wegwarte

Bezeichnung: Cichorium intybus Familie: Korbblütler (Asteraceae) Gattung: Wegwarten (Cichorium)

In der Volksmedizin verwendet man das Kraut und die Wurzel der Gemeinen Wegwarte als die Verdauung, den Gallenfluss und die Bildung von Magensaft förderndes Mittel sowie als Tonikum. Die Kommission E (BGA/BfArM9 stuft beide Pflanzenbestandteile als schwach choleretisch (das bedeutet den Gallenfluss fördernd) ein und nennt als Anwendungsgebiete Verdauungsbeschwerden und Appetitlosigkeit.

In seltenen Fällen kann es zu allergischen Hautreaktionen kommen. Die Anwendung erfolgt in Form von Aufgüssen oder per Einnahme.

 

In der Gemeinen Wegwarte enthaltene Wirkstoffe

Bitterstoffe, Flavonoide

 

Botanik

Einer Legende nach sollen die Blüten der Wegwarte die blauen Augen eines verwandelten Burgfräuleins seien, das vergeblich auf die Rückkehr ihres Geliebten vom Kreuzzug wartet
Einer Legende nach sollen die Blüten der Wegwarte die blauen Augen eines verwandelten Burgfräuleins seien, das vergeblich auf die Rückkehr ihres Geliebten vom Kreuzzug wartet© Fotolia

Die Gemeine Wegwarte ist eine bis zu 1,50 Meter hoch wachsende, krautige, mehrjährige Staude mit dicker Pfahlwurzel. Ihr Stängel ist geknickt, sparrig und innen hohl. Die Grundblätter sind fiederteilig, die Stängelblätter länglich. Die Blüten leuchten von Juni bis Oktober blau, sind aber nur bei Sonnenschein geöffnet und folgen dem Verlauf der Sonne. Die Gemeine Wegwarte hat Schließfrüchte.

 

Verbreitung

Die Gemeine Wegwarte wächst in den gemäßigten Regionen Asiens, Europas und Amerikas. Sie gedeiht auf nährstoffreichen Böden unterschiedlichster Art.

 

Andere Namen der Gemeinen Wegwarte

Zichorie, Wilde Zichorie, Wegwarte, Gewöhnliche Wegwarte

Wissenswertes über die Gemeine Wegwarte

Der römische Naturforscher Plinius der Ältere berichtet im 1. Jahrhundert nach Christus, dass bereits die alten Ägypter die Wegwarte als Heilpflanze verwendeten.

Der aus der Wurzel gewonnene Zichorienkaffee, auch Muckefuck genannt, fungierte früher als Kaffeeersatz, da er deutlich erschwinglicher war als echter Kaffee. Die jungen Sprossen, die an der Wurzel sprießen werden gerne als Salat verzehrt und sind als Chicorée im Handel zu finden.

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