Gelenkschmerzen durch Übersäuerung

Muskel- und Gelenkschmerzen können ein Anzeichen für eine Übersäuerung sein
Muskel- und Gelenkschmerzen können ein Anzeichen für eine Übersäuerung sein © IStock

Viele Menschen klagen über Probleme mit den Knien oder über einen verspannten Rücken. Woher die Schmerzen kommen können und wie Sie die Beschwerden lindern, verraten wir Ihnen hier.

 

Wenig Bewegung führt zu Schmerzen in den Gelenken

Wir sitzen zu viel – für unseren Bewegungsapparat ist das alles andere als gut. Denn eine starre Körperhaltung und mangelnde körperliche Aktivität können mittelfristig zu Schmerzen in Muskeln und Gelenken führen.

Besonders der Rücken ist hohen Belastungen ausgesetzt. Von vier Deutschen haben Schätzungen zufolge drei mindestens einmal in ihrem Leben mit Kreuzschmerzen zu kämpfen. Und auch die Gelenke leiden, wenn man sich zu wenig bewegt. Muskel- und Gelenkbeschwerden können aber auch Anzeichen für eine Übersäuerung sein. Ein möglicher Auslöser für die Übersäuerung ist eine falsche Ernährung: Zuviel Wurst, Fleisch und Getreideprodukte (säurebildend) und zu wenig Obst und Gemüse (basisch). Das kann die natürliche Säure-Basen-Balance aus ihrem Gleichgewicht bringen.

 

Schmerzrezeptoren reagieren empfindlich auf Säure

Überschüssige Säure wird im Bindegewebe zwischengelagert. Erstaunlicherweise spielt es eine wichtige Rolle im Säure-Basen-Haushalt. Denn bei einer Übersäuerung ändert sich nicht nur die lokale Säurekonzentration im Bindegewebe, sondern auch dessen Struktur. Es kann weniger Wasser speichern und wird dadurch weniger elastisch. Die Folge ist eine sogenannte Strukturstarre – die normale Funktion von Muskeln, Sehnen und Bändern ist beeinträchtigt. Kein Wunder also, dass der Rücken schmerzt. Darüber hinaus weiß man inzwischen, dass die Schmerzrezeptoren empfindlich auf Säure reagieren und die Schmerzschwelle durch sie zusätzlich herabgesetzt wird. Jede Form von Schmerzen wird dadurch verstärkt. Die Probleme treten vor allem dort auf, wo bereits eine Vorschädigung existiert: Im durch Arthrose belasteten Knie oder im verspannten Rücken.

Ob Ihre derzeitige Ernährungsweise eine Übersäuerung begünstigt, erfahren Sie im Selbsttest „Bin ich übersäuert?“

 

Mit Obst und Gemüse in Balance kommen

In vielen Fällen kann eine Entsäuerungskur mit viel Obst und Gemüse und einer zusätzlichen Kur mit einem Basenpräparat (Apotheke) über zwei bis drei Monate hilfreich sein. Ist die Übersäuerung abgebaut, kann sich das Bindegewebe erholen. Die Beweglichkeit von Muskeln und Gelenken wird unterstützt. Klinische Untersuchungen zeigen, dass eine Basen-Kur auch chronische Rückenschmerzen lindern kann. Übergewichtige sollten möglichst Gewicht verlieren. Denn jedes Pfund weniger bedeutet auch weniger Last. Doch Vorsicht: Eine radikale Hunger-Kur fördert eine Übersäuerung, da beim Fettabbau sogenannte Ketosäuren entstehen. Die führen zu einer Übersäuerung und sind mit ein Grund für die Diätkrise. Schonender und dauerhafter bringen Sie Pfunde zum Schmelzen, wenn Sie vor allem Obst und Gemüse auf den Speiseplan setzen.

 

Mehr Aktivität löst Verspannungen

Und natürlich sollten Sie mehr in Bewegung kommen, stundenlanges Sitzen vermeiden. Das sorgt für geschmeidigere Gelenke und hilft auch, Verspannungen zu lösen. Suchen Sie sich eine Aktivität, die Ihnen Freude macht und die Sie fordert, aber nicht überfordert. Ob Gymnastikgruppe, der Schwimmbadbesuch, Spaziergänge oder der Tanzkurs: Hauptsache, Sie werden regelmäßig aktiv.

Weitere Informationen zum Thema Entsäuerung finden Sie hier.

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