Gelenkschmerzen bei Diabetes: Das sind die Auslöser

Gelenkschmerzen sind eine häufige Nebenwirkung bestimmter Medikamente
Gelenkschmerzen sind eine häufige Nebenwirkung bestimmter Medikamente © Fotolia

Sie haben Gelenkschmerzen bei Diabetes? Medikamente gegen Diabetes-Typ-2 könnten der Auslöser sein. Davor warnt die US-Arzneimittelaufsicht FDA. Es handelt sich dabei um sogenannte DPP-4-Hemmer.

Die blutzuckersenkenden Medikamente sind in den USA seit 2006 zugelassen – in Deutschland kamen sie ein Jahr später auf den Markt. Zwischen 2006 und 2013 meldeten US-Ärzte insgesamt 33 Fälle von schweren Gelenkschmerzen, die wahrscheinlich mit DPP-4-Hemmern in Verbindung stehen. Das berichtete die FDA und beruft sich dabei auf ihr „Adverse Event Reporting System“ in dem sie die Nebenwirkung von zugelassenen Arzneimitteln sammelt. Doch können Gelenkschmerzen bei Diabetes wirklich durch ein Medikament ausgelöst werden?

 

Gelenkschmerzen bei Diabetes: woher kommen sie?

Die Nebenwirkungen waren im Fall der DPP-4-Hemmer teilweise so schwer, dass sich die Betroffenen stationär behandeln lassen mussten. In allen Fällen verschwanden die Gelenkschmerzen bei Diabetes jedoch wieder, sobald die Medikamente abgesetzt wurden. Am häufigsten waren die Nebenwirkungen bei Präparaten mit dem Wirkstoff Sitagliptin – sie kamen allerdings auch bei allen anderen zugelassenen Substanzen vor (Vildagliptin, Saxagliptin, Linagliptin und Alogliptin).

Pillen
Kann ein Medikament Gelenkschmerzen bei Diabetes auslösen? Laut einer neuen Studie ist das tatsächlich der Fall© Fotolia

Die FDA warnt jedoch in einer Pressemitteilung: „Patienten sollten jetzt nicht aufhören, DPP-4-Hemmer einzunehmen, sie sollten aber sofort ihren Arzt kontaktieren, wenn sie von starken und/oder chronischen Gelenkschmerzen gequält werden“. Auch Ärzte und andere Gesundheitsexperten sollten DPP-4-Hemmer als möglichen Verursacher von Gelenkschmerzen bei Diabetes in Betracht ziehen.

 

Diese Medikamente können Gelenkschmerzen auslösen

Cholesterinsenker

Viele Menschen mit hohen Cholesterinwerten nehmen sogenannte Statine ein. Auch sie können Gelenkschmerzen auslösen. Besonders häufig treten sie bei Medikamenten mit dem Arzneistoff Simvastatin auf.

Brustkrebsmedikamente

Eine sehr häufige Nebenwirkung von vielen wichtigen Medikamenten zur Behandlung von Brustkrebs sind starke Gelenkschmerzen. Besonders betroffen sind Medikamente mit dem Wirkstoff Anastrozol (Handelsname: Arimidex) und Letrozol (Handelsname: Femara). In Erhebungen klagen über 50 Prozent der Anwenderinnen über starke Schmerzen in den Gelenken.

Osteoporosemedikamente

Der Wirkstoff Ibandronsäure senkt das Frakturrisiko bei Osteoporosepatienten. Es verhindert den Knochenabbau, beeinträchtigt aber nicht dessen Aufbau. Somit erhöht sich die Knochenmasse. Das Medikament kann als Monatspille oder als 3-Monatsspritze eingenommen werden. Die Gelenkschmerzen treten in den Tagen nach der Einnahme auf.

ADHS-Medikamente

Auch ADHS-Medikamente, die auf dem Wirkstoff Methylphenidat beruhen, können Gelenkschmerzen hervorrufen. Betroffene klagen besonders über Schmerzen in den Fingern und Händen.

Hamburg, 23. November 2015

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