Gelber Ausfluss: Diese Bedeutung hat er

Gelber Ausfluss im Slip oder beim Wasserlassen im Urin können unter anderem auf eine Infektion hinweisen. Manchmal stecken aber auch andere Ursachen dahinter. Urologe Dr. med. Christoph Pies gibt wichtige Informationen rund um das intime Thema.

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Im Normalfall weist vaginaler Ausfluss eine leicht weißliche Färbung auf. In manchen Fällen kann sich die Farbe jedoch ändern. So kann es etwa zu gelbem Ausfluss kommen. Die Ursachen dafür sind vielfältig – oft steckt eine Infektion dahinter.

Vaginaler Ausfluss – was ist das?

Ausfluss tritt durch die Vagina aus und nimmt mit den Wechseljahren ab. Er unterstützt die Abwehr und Selbstreinigung des Intimbereiches einer Frau. “Der Ausfluss kann sowohl aus der Harnröhre als auch aus der Scheide kommen”, sagt Dr. med. Christoph Pies (Urologe). Wie stark der Ausfluss vorkommt und wie seine Konsistenz ausfällt, kann von Frau zu Frau verschieden sein. Jedoch ist er normalerweise immer geruchlos, sauer und flüssig – bei einem pH-Wert zwischen 3,8 und 4,4.

Die Menge sowie das Erscheinungsbild des Ausflusses verändern sich im Laufe des weiblichen Zyklus: In der Mitte des Zyklus, zur Zeit des Eisprungs, ist er flüssig und transparent. Nach der Monatsblutung verändert sich seine Konsistenz erneut und er wird wieder zäher und weißlicher. Handelt es sich um zyklusbedingten Ausfluss, ist auch vom sogenannten Zervixschleim die Rede.

Dieser ist an den nicht-fruchtbaren Tagen dafür zuständig, die Gebärmutter zu verschließen und sie vor Bakterien zu schützen – deswegen hat er in dieser Zeit eine zähe, dichtere Konsistenz. Er wirkt wie eine Art Schleimpfropf. Kurz vor und während des Eisprungs ist der Zervixschleim verflüssigt und die Spermien können leichter in die Gebärmutter gelangen. Zusätzlich produzieren Milchsäurebakterien eine weitere Flüssigkeit in der Scheide. Auch diese wird als Ausfluss wahrgenommen, ist aber ganz normal.

Verfärbt sich der Ausfluss gelb, könnte das ein Anzeichen dafür sein, dass etwas im Körper nicht in Ordnung ist und eine Infektion vorliegt.

Gelber Ausfluss – was steckt hinter dem gelben Schleim?

Doch nicht immer ist gelber Ausfluss ein Grund zur Sorge. In vielen Fällen handelt es sich um vergleichsweise harmlose Auslöser, doch auch der Einsatz von Medikamenten kann nötig werden. Zum Beispiel bei Infektionen oder Entzündungen. Dabei gilt: Der jeweilige Partner muss sich stets mitbehandeln lassen, ansonsten kommt es erneut zu einer Ansteckung.

Diese Ursachen sind bei gelbem Ausfluss möglich:

Gelblicher Ausfluss als Anzeichen für Infektion

Gelbes Sekret ist in der Regel ein Indiz dafür, dass eine Immunreaktion gegen einen Krankheitserreger, der in den Körper gelangt ist, abläuft. Der gelbe Ausfluss wird meist durch die Ansammlung von sogenannten Leukozyten an der infizierten Körperstelle erzeugt. Eine Infektion ist insbesondere dann wahrscheinlich, wenn neben dem gelben Ausfluss auch Brennen beim Wasserlassen oder ein fischartiger Geruch auftritt. In einem solchen Fall, und wenn sich der gelbe Ausfluss mehrere Tage lang hält, ist ein Arztbesuch nötig.

Infektionen, die mit gelbem Ausfluss einhergehen, sind Chlamydien, Tripper und Trichomonaden. Diese können mithilfe von Antibiotika behandelt werden.

Gelber Ausfluss in der Schwangerschaft

Gelblicher Ausfluss während der Schwangerschaft deutet in der Regel auf einen gestörten Bakterienhaushalt hin und kann – vor allem in Verbindung mit einem unangenehmen Geruch – ein Anzeichen für eine Hefepilzinfektion oder eine Vaginose sein. Aufgrund des veränderten Hormonhaushalts ist die Scheide während der Schwangerschaft generell anfälliger für Infektionen. Diese können aber leicht mit Zäpfchen, Cremes und Medikamenten behandelt werden.

Gelber Ausfluss ohne Beschwerden und Geruch durch Medikamente

Bestimmte Medikamente können die Bakterienflora verändern und dadurch die Farbe des Ausflusses verändern. Das gilt vor allem für Antibiotika, die nicht nur krankheitserregende, sondern auch viele gesundheitserhaltende Bakterien vernichtet. Die gelbliche Verfärbung des Zervixschleims verschwindet von alleine, sobald die Medikamente abgesetzt werden. 

Gelber Zervixschleim durch falsche Hygiene

Die Farbe des Ausflusses kann sich verändern, wenn der Intimbereich falsch bzw. übertrieben stark gewaschen und gepflegt wird. Achten Sie darauf, dass Sie nur den äußeren Intimbereich waschen, die Scheide reinigt sich selbst. Benutzen Sie nur pH-neutrale Seifen oder Waschlotionen, die mit Milchsäurebakterien angereichert sind.

Ausfluss gelblich – muss ich zum Arzt?

Bei gelblichem Ausfluss ist es immer angeraten, die Ursache von einem Arzt oder Ärztin feststellen zu lassen. Warten Sie mit dem Arztbesuch nicht zu lange. Besonders, wenn Sie schwanger sind oder Sie zusätzlich andere Symptome wie Brennen oder Schmerzen entwickeln. Im Falle einer Infektion, auf die gelber Ausfluss hinweisen kann, muss diese medizinisch abgeklärt und medikamentös behandelt werden.

Wie entsteht gelber Ausfluss, der sich beim Urinieren zeigt?

Wenn nicht der Zervixschleim, sondern der Urin gelblich verfärbt ist, handelt es sich um "Eiweißbeimengungen, die von der Blasenschleimhaut abgesondert werden”, erklärt Dr. Pies. Aber nicht jede Verfärbung, Trübung oder Beimengung des Urins hat auch einen Krankheitswert.

"Geringe Absonderungen der Blasenschleimhaut sind normal, insbesondere wenn keine Beschwerden vorhanden sind. Wenn jedoch trotz erhöhter Trinkmenge sichtbare Schleimbeimengungen zu sehen sind, muss an eine Harnwegsinfektion oder eine Nierenfilterstörung gedacht werden”, sagt der Experte. Gelber Ausfluss sei sodann ein Gemisch aus weißen Blutkörperchen und Eiweißbestandteilen.

Nur kurzzeitig oder geringfügig verfärbter Urin bedürfe laut dem Experten in der Regel keine ärztliche Untersuchung. "Nur, wenn hier wiederholt Auffälligkeiten zu sehen sind, sollte ein Arzt aufgesucht werden”, so Pies. Zunächst reiche es, die Trinkmenge zu erhöhen und sich möglichst ausgewogen zu ernähren, damit der gelbe Ausfluss von alleine verschwindet.

Unser Experte: Dr. med. Christoph Pies, Facharzt für Urologie.