Gelber Ausfluss: Was tun bei farbigem Schleim?

Michelle Kröger

Wenn Sie gelben Ausfluss im Slip oder beim Wasserlassen im Urin entdecken, muss das nicht immer gleich auf eine Infektion hinweisen. Gelber Ausfluss – was ist normal, was nicht? Und wie verhalte ich mich, wenn ich gelben Ausfluss während der Schwangerschaft wahrnehme? Wir geben Ihnen wichtige Informationen rund um das intime Thema.

Gelber Ausfluss muss nicht immer Grund zur Beunruhigung sein
Gelber Ausfluss muss nicht immer Grund zur Beunruhigung sein Foto:  Praxisvita
Inhalt
  1. Vaginaler Ausfluss – was ist das?
  2. Gelber Ausfluss – was steckt hinter dem gelben Schleim?
  3. Mögliche Infektionen, die mit gelbem Ausfluss auftreten
  4. Gelber Ausfluss – was macht der Arzt?
  5. Wie entsteht gelber Ausfluss, der sich beim Urinieren zeigt?
 

Vaginaler Ausfluss – was ist das?

“Der Ausfluss kann sowohl aus der Harnröhre, als auch aus der Scheide kommen”, sagt Dr. med. Christoph Pies (Urologe). “Bei Frauen ist Schleim bzw. Ausfluss aus der Scheide normal, besonders zur Zeit des Eisprungs”. Im Normalfall weist vaginaler Ausfluss eine leicht weißliche Färbung auf. Wie stark der Ausfluss vorkommt und wie seine Konsistenz ausfällt, kann von Frau zu Frau verschieden sein. Jedoch ist er normalerweise immer geruchlos, sauer und flüssig – bei einem pH-Wert zwischen 3,8 und 4,4.

Die Menge sowie das Erscheinungsbild des Ausflusses verändern sich im Laufe des weiblichen Zyklus: In der Mitte des Zyklus – heißt: zur Zeit des Eisprungs – ist er flüssig und transparent. Nach der Monatsblutung verändert sich seine Konsistenz erneut und er wird wieder zäher und weißlicher. Handelt es sich um zyklusbedingten Ausfluss, ist auch vom sogenannten Zervixschleim die Rede. Dieser ist an den nicht-fruchtbaren Tagen dafür zuständig, die Gebärmutter zu verschließen und sie vor Bakterien zu schützen – deswegen hat er in dieser Zeit eine zähe, dichtere Konsistenz. Er wirkt wie eine Art Schleimpfropf. Kurz vor und während des Eisprungs ist der Zervixschleim verflüssigt und die Spermien können leichter in die Gebärmutter gelangen.

Zusätzlich produzieren Milchsäurebakterien eine weitere Flüssigkeit in der Scheide. Auch diese wird als Ausfluss wahrgenommen, ist aber ganz normal. Verfärbt sich der Ausfluss jedoch gelb, könnte das ein Anzeichen dafür sein, dass etwas im Körper nicht in Ordnung ist und eine Infektion vorliegt. Besonders, wenn es zu zusätzlichen Symptomen wie Brennen und/oder Jucken an der Scheide oder einem unangenehmen Geruch kommt. 

Unter dem Mikroskop kann der Arzt Erreger bestimmen
Krankheiten & Behandlung Was ist Ausfluss und wann muss er behandelt werden?

 

Gelber Ausfluss – was steckt hinter dem gelben Schleim?

Ausfluss tritt durch die Vagina aus und nimmt mit den Wechseljahren ab. Er unterstützt die Abwehr und Selbstreinigung des Intimbereiches einer Frau. Normalerweise ist er hell-weißlich, riecht nicht und verursacht keine Schmerzen (z.B. Brennen). Doch die Farbe kann sich auch verändern, besonders häufig wird er gelb. Nicht immer ein Grund zur Sorge: Betroffene sollten die Ursache jedoch lieber vom Arzt untersuchen lassen.

Gelber Ausfluss kann mehrere Ursachen haben. In vielen Fällen handelt es sich um vergleichsweise harmlose Auslöser, doch auch der Einsatz von Medikamenten kann nötig werden. Zum Beispiel bei Infektionen oder Entzündungen. Dabei gilt: Der jeweilige Partner muss sich stets mitbehandeln lassen, ansonsten springen die Keime immer wieder hin und her. Diese Ursachen sind bei gelbem Schleim möglich:

  • Gelber Ausfluss in der Schwangerschaft: Während der Schwangerschaft ist die Scheidenflora sehr empfindlich. Doch gelber Ausfluss ist dann nichts Außergewöhnliches. Meist besteht kein Grund zur Sorge. Sollte es sich um einen Scheidenpilz handeln, so kann dieser schnell mit Zäpfchen behandelt werden.
  • Gelber Ausflussdurch Medikamente: Gewisse Medikamente können den vaginalen Ausfluss bzw. die Bakterienflora verändern und empfindlich stören. Das gilt vor allem für Antibiotika.
  • Gelber Ausfluss durch schwache Abwehrkräfte: Menschen mit einem sehr schwachen Immunsystem oder einer beginnenden Erkrankung können unter Umständen auch eine Veränderung ihres Ausflusses feststellen.
  • Gelber Ausfluss durch Wechseljahre: In der Menopause einer Frau verändert sich der Hormonhaushalt erheblichem Maße. Dabei kann es neben Beschwerden wie Hitzewallungen auch zu einer Veränderung des vaginalen Schleimes kommen.
  • Gelber Ausfluss durch falsche Hygiene: Die Farbe des Ausflusses kann sich verändern, wenn der Intimbereich falsch bzw. übertrieben stark gewaschen und gepflegt wird. Achten Sie darauf, dass Sie nur den äußeren Intimbereich waschen, die Scheide reinigt sich selbst. Benutzen Sie nur pH-neutrale Seifen  oder Waschlotionen, die mit Milchsäurebakterien angereichert sind.
  • Gelber Ausfluss durch Infektion: Dringen gewisse Erreger ein, so können diese zu einer Infektion führen, die eine Immunreaktion mit gelblichem Ausfluss bewirken.
 

Mögliche Infektionen, die mit gelbem Ausfluss auftreten

Gelbes Sekret ist in der Regel ein Indiz dafür, dass eine Immunreaktion gegen einen bestimmten Erreger, der in den Körper gelangt ist, stattfindet. Der gelbe Ausfluss wird meist durch die Ansammlung von sogenannten Leukozyten (gehören zum Immunsystem) an der infizierten Körperstelle erzeugt. Eine Infektion ist insbesondere dann wahrscheinlich, wenn neben dem gelben Ausfluss auch Brennen beim Wasserlassen oder ein fischartiger Geruch wahrgenommen wird. In einem solchen Fall, und wenn sich der gelbe Ausfluss mehrere Tage lang hält, ist ein Arztbesuch nötig.

Als Ursache sind diese verschiedenen Erreger denkbar: Chlamydien, Tripper oder Trichomonaden. Diese können mithilfe von Antibiotika behandelt werden. Doch es kann sich auch um eine Pilzinfektion oder bakterielle Vaginose (Ungleichgewicht zu Ungunsten der Milchsäurebakterien) handeln.

 

Gelber Ausfluss – was macht der Arzt?

Wenn Sie gelben Ausfluss beobachten, sollten Sie erst einmal Ruhe bewahren. Es muss nichts Schlimmes dahinterstecken, doch es ist immer ratsam, die Ursache von einem Arzt feststellen zu lassen. Warten Sie mit dem Arztbesuch nicht zu lange. Besonders, wenn Sie schwanger sind oder Sie zusätzlich andere Symptome wahrnehmen.

Im Falle einer Infektion, auf die gelber Ausfluss meistens hinweist, muss diese medizinisch abgeklärt und behandelt werden. Es handelt sich in den meisten Fällen um keine bleibende Infektion und die Therapiemöglichkeiten sind gut. Zusätzlich zur Behandlung sollte auf eine angemessene und richtige Pflegeroutine des Intimbereiches geachtet werden.

 

Wie entsteht gelber Ausfluss, der sich beim Urinieren zeigt?

Wird der gelbe Ausfluss nicht im Slip, sondern beim Wasserlassen im Urin sichtbar? “In Bezug auf den Urin handelt es sich bei gelbem Ausfluss um Eiweißbeimengungen, die von der Blasenschleimhaut abgesondert werden”, sagt Dr. Pies.

Aber nicht jede Verfärbung, Trübung oder Beimengung des Urins hat auch einen Krankheitswert. “Geringe Absonderungen der Blasenschleimhaut sind normal, insbesondere wenn keine Beschwerden vorhanden sind. Wenn trotz erhöhter Trinkmenge sichtbare Schleimbeimengungen zu sehen sind, muss an eine Harnwegsinfektion oder eine Nierenfilterstörung gedacht werden”, sagt der Experte. Gelber Ausfluss sei sodann ein Gemisch aus weißen Blutkörperchen, Eiweißbestandteilen und eingeschmolzenem Gewebe.

Und wann sollte ich bei gelbem Ausfluss im Urin den Arzt aufsuchen? “Die allermeisten behandlungsbedürftigen Krankheiten gehen auch mit Beschwerden einher. Kurzzeitige und geringe Verfärbungen des Urins kann man selbst zum Beispiel mit einem Urinteststreifen orientierend untersuchen und bedürfen meist keiner ärztlichen Untersuchung. Nur, wenn hier wiederholt Auffälligkeiten zu sehen sind, sollte ein Arzt aufgesucht werden”, so Pies. Zunächst reiche es, einfach nur die Trinkmenge zu erhöhen und sich möglichst ausgewogen zu ernähren. “Wenn die Schleimbeimengungen bleiben, steckt in den allermeisten Fällen eine Harnwegsinfektion dahinter, die eventuell antibiotisch behandelt werden muss.”

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