Gehstock: So finden Sie das richtige Modell

Redaktion PraxisVITA

Ein Gehstock ist für Menschen mit Gehbehinderungen oder Mobilitätseinschränkungen eine wichtige Hilfe, ihren Alltag zu bewältigen und mobil zu bleiben. Dabei gibt es bei Gehstöcken viele verschiedene Ausführungen.

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Mit einem Gehstock bleiben ältere Menschen länger mobil Foto:  iStock/PeopleImages
Inhalt
  1. Der Gehstock und seine Funktion
  2. Verschiedene Gehstock-Modelle
  3. Mögliche Eigenschaften im Überblick
  4. Was ist beim Kauf eines Gehstocks zu beachten?
  5. Das eigene Körpergewicht als Kaufkriterium
  6. Was kostet ein Gehstock und wer übernimmt die Kosten?
  7. So wird ein Gehstock richtig genutzt
  8. Nicht-medizinische Gehstöcke
 

Der Gehstock und seine Funktion

Bewegung ist für die Gesundheit immens wichtig – egal ob bei jungen Menschen oder bei Senioren. Deshalb ist die passende Gehhilfe nötig, wenn sich gesundheitliche Probleme und Schwächen bemerkbar machen. Vor allem für alte Menschen ist es ratsam, zu Beginn einer Gehschwäche noch auf Rollator oder Rollstuhl zu verzichten und sich mit einem Gehstock zu behelfen.

Dadurch wird die Muskulatur mehr beansprucht und trainiert. Denn Schwierigkeiten beim Gehen verschlimmern sich bei langer Inaktivität weiter. Ein Gehstock kann älteren Menschen also helfen, so lange wie möglich mobil zu bleiben.

Aber auch jüngere Menschen können durchaus von der Gehhilfe profitieren – sei es nach einem Unfall oder durch eine Krankheit. Sie kann einerseits als Stütze für ein beeinträchtigtes Bein oder einen beeinträchtigten Fuß dienen und das Skelett entlasten – oder prinzipiell beim Gehen für den richtigen Halt sorgen.

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Der Gehstock kann aber nicht nur für das Gehen, sondern auch beim Stehen eingesetzt werden – schräg angewinkelt gehalten, kann er so die Hüfte unterstützen.

 

Verschiedene Gehstock-Modelle

Gehstöcke gibt es in den verschiedensten Modellen, die an unterschiedliche Bedürfnisse angepasst sind. Im Sanitätshaus kann man sich die Gehhilfe zum Beispiel anfertigen und auf die eigenen Körpermaße zuschneiden lassen. Generell sind aber die meisten medizinischen Gehstöcke höhenverstellbar und haben eine Teleskopstange.

An der oberen Seite haben Gehstöcke einen Griff, der mit beiden Händen gut greifbar ist. Optimalerweise entscheiden Sie sich für ein ergonomisches Griffmodell, das Sie optimal und bequem halten können. Unter Umständen ist auch eine Schlaufe nützlich, mit der man den Gehstock an seinem Arm befestigen kann. Das verhindert, dass man ihn möglicherweise fallen lässt.

Auch die untere Seite des Stocks ist entscheidend für seine Funktion – denn das Material an der Stockspitze sorgt für den richtigen Halt. Es kann aus Plastik, Gummi oder Leder bestehen – für besondere Winterfestigkeit können auch Spikes sorgen. Wer seinen Gehstock möglicherweise nicht die ganze Zeit benötigt und ihn auch leicht verstauen möchte, kann auch auf faltbare Modelle zurückgreifen.

 

Mögliche Eigenschaften im Überblick

  • Anfertigung auf individuelle Körpermaße
  • Höhenverstellbare Teleskopstange
  • Ergonomischer Griff
  • Schlaufe zur Befestigung am Arm
  • Plastik, Gummi, Leder als Material für die Stockspitze
  • Spikes für Winterfestigkeit
 

Was ist beim Kauf eines Gehstocks zu beachten?

Leichte Modelle haben den Vorteil, dass sie äußerst bequem zu tragen sind. Das ist gerade für jene wichtig, welche die meiste Zeit auf ihren Gehstock angewiesen oder körperlich geschwächt sind. Besonders geeignet sind dann Stöcke aus Carbon oder Leichtmetall.

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Ebenfalls empfehlenswert sind höhenverstellbare Modelle – diese können genau an Ihre Körpergröße und Bedürfnisse angepasst werden. Wer sich für ein ergonomisch geformtes Modell entscheidet, der sollte darauf achten, sich für die richtie Seite (also jene für den Arm gegenüber des zu unterstützenden Fußes oder Beines) zu entscheiden.

 

Das eigene Körpergewicht als Kaufkriterium

Auch das Körpergewicht spielt bei der Auswahl des richtigen Gehstocks eine Rolle: Prinzipiell halten die Gehhilfen ein Gewicht von bis zu 100 Kilogramm aus. Stark übergewichtige Menschen müssen zu speziellen Modellen greifen. Hier ist es wichtig, die Angaben der einzelnen Hersteller zu beachten.

Unter Umständen werden im Reha-Bereich spezielle Gehstöcke eingesetzt, um Patienten das Laufen wieder zu ermöglichen. Hierfür werden allerdings beidseitige Gehstützen genutzt, reguläre Gehstöcke sind dafür in der Regel ungeeignet.

 

Was kostet ein Gehstock und wer übernimmt die Kosten?

Wird die Gehhilfe vom Arzt verschrieben, zahlt den Gehstock in der Regel die Krankenkasse. Der Versicherte muss in diesem Fall nur eine Zuzahlung von maximal 10 Euro leisten. Eine Gehhilfe kostet grundsätzlich zwischen 30 und 70 Euro.

 

So wird ein Gehstock richtig genutzt

Der Stock sollte immer auf der gegenüberliegenden Seite des verletzten, schwachen oder beeinträchtigten Fußes oder Beines verwendet werden. Idealerweise umschließen Mittel-, Ring- und kleiner Finger den Griff, während Zeigefinger und Daumen locker auf dem Ansatz des Griffs liegen.

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Am besten sollte der Gehstock möglichst nah am Körper getragen und das Körpergewicht senkrecht auf ihn gelagert werden. Auf glatten Bodenverhältnissen (Schnee, Eis oder Frost) sollte besondere Vorsicht gelten – denn hier bietet auch der Gehstock möglicherweise nicht genügend Halt.

 

Nicht-medizinische Gehstöcke

Gehstöcke müssen nicht zwangsläufig einen medizinischen Zweck haben. Sogenannte Wanderstöcke erfreuen sich immer noch großer Beliebtheit. Sie erleichtern bei Wanderungen den Weg über unebene und steinige Böden und sorgen für einen besseren Halt.

Auch beim Nordic Walking kommen zwei spezielle Stöcke zum Einsatz. Zu guter Letzt kann der Gehstock in speziellen Fällen auch ein optisches Accessoire für extravagante Outfits sein.

Quellen:

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