Gehmeditation: Im Alltag Schritt für Schritt zur Ruhe kommen

Redaktion PraxisVITA

Egal, ob im Privat- oder Berufsleben: Wenn es einmal stressig wird, kann einen das schnell aus der Bahn werfen, wenn man keine persönliche Methode hat, um mit diesem Stress rasch umzugehen. Gehmeditation kann in diesen Situationen gegen Unruhe und Nervosität helfen und wieder Ruhe und Achtsamkeit in Körper und Geist bringen.

Frau macht Gehmeditation am Strand
Bei der Gehmeditation wird eine Rückbesinnung auf die innere Balance, Ruhe und Achtsamkeit geübt Foto:  iStock/Neustockimages
Inhalt
  1. Was ist Gehmeditation?
  2. Die drei Pfeiler der Gehmeditation
  3. Das bringt Ihnen die buddhistische Meditation
  4. So funktioniert eine Gehmeditation
 

Was ist Gehmeditation?

Mittlerweile hat sich die Tradition der Meditation auch fest in der westlichen Kultur verankert. Ob mit Kursen, YouTube-Videos oder Apps auf dem Handy: Eine meditative Praxis kann auf ganz verschiedene Weisen stattfinden. Eine der einfachsten und kostengünstigsten Arten ist die Gehmeditation, die vollkommen ohne Hilfsmittel ausgeführt werden kann. Bei der Gehmeditation wird das Gehen zur Entspannungspraktik. Unter dem Motto “Der Weg ist das Ziel” wird beim entspannten Gang eine Rückbesinnung auf die innere Balance, Ruhe und Achtsamkeit geübt. Diese Art der Meditation stammt aus der Achtsamkeitspraxis der buddhistischen Lehre. Viele Traditionen des Buddhismus ziehen die Gehmeditation sogar der bekannteren Sitzmeditation vor. 

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Die drei Pfeiler der Gehmeditation

Gehen, Atmen und Achtsamkeit: Das sind die drei wichtigsten Faktoren für eine erfolgreiche Gehmeditation.

  • Gehen: Normalerweise gehen wir im Alltag immer nur, wenn wir an einen Ort gelangen wollen und damit zielgesteuert sind. Bei der Meditation ist das Gehen kein Mittel zum Zweck, sondern die Aktivität an sich die Praxis, das Ziel ist nicht relevant. Wenn Sie sich bewusst auf Ihren Gang konzentrieren, rücken Sorgen und Ängste automatisch in den Hintergrund. Am besten ist es, wenn Sie nach Möglichkeit barfuß gehen.
  • Atmen: Eine bewusste Atmung ist nicht nur bei der Sitzmeditation und bei meditativem Yoga ein essentieller Faktor, auch bei der Gehmeditation wird achtsame Atmung und ihr Rhythmus einbezogen. Die Schritte der Füße folgen dem natürlichen Fluss Ihres Atems, nicht etwa andersherum. Einen besonderen Fokus auf die Ausatmung zu legen, kann ebenfalls hilfreich sein.
  • Achtsamkeit: Dieser Faktor ist besonders wichtig. Nur wenn Sie lernen, Achtsamkeit auszuüben und sowohl achtsam zu gehen als auch zu atmen, können Sie die volle Wirkung der Gehmeditation auskosten. Sie hilft Ihnen, im Hier und Jetzt anzukommen und äußere Einflüsse und innere Reize, die Sie in einem Moment empfinden, wertfrei wahrzunehmen und zu akzeptieren. Achtsamkeit sollte bei der Meditation vor allem auf die Aktivität der Füße gelenkt werden, damit die Praxis Sie erdet und beruhigt.
 

Das bringt Ihnen die buddhistische Meditation

Wie bereits angedeutet kann die Gehmeditation viele positive Effekte auf Ihre Stimmung und den Zustand Ihres Körpers und Ihres Geistes haben. Da Sie sich während der Praxis nur auf das Gehen und Ihren Atem konzentrieren müssen, rücken Ängste, Sorgen und äußere Reize automatisch in den Hintergrund. Durch eine achtsame Praxis bekommen Sie den Kopf frei und können so bei Unruhe oder verinnerlichtem Stress wieder zu Ausgeglichenheit und innerem Frieden finden. Da sich diese Art der Meditation optimal in den Alltag einbauen lässt, kann sie in jeder Lebenssituation, die Sie fordert, angewendet werden.

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So funktioniert eine Gehmeditation

  1. Innehalten und zur Ruhe kommen: Bevor die Meditation beginnt, sollten Sie kurz innehalten und sich auf diese Erfahrung einlassen. Versuchen Sie, Ihren Geist zu stabilisieren und Ablenkungen zu widerstehen. Dieser kurze Moment der Achtsamkeit vor dem Beginn der Praxis stellt den Übergang zwischen Ihrem normalen Alltag und der Meditation dar.
  2. Im gewohnten Umfeld meditieren: Damit die Gehmeditation am besten gelingt, sollten Sie Ihre erste Praxis in Ihrem Zuhause oder an einem anderen Ort, an dem Sie sich wohlfühlen, durchführen. Beginnen Sie mit einer kurzen Meditation von zehn Schritten.
  3. Zehn Schritte hin und zurück: Gehen Sie ganz bewusst und achtsam zehn Schritte durch Ihre Wohnung und achten Sie dabei auf die Reize und Empfindungen, die Ihre Füße dabei erleben. Am besten ist die Wirkung, wenn Sie barfuß gehen. Es kommt nicht auf das Tempo an, gehen Sie einfach ganz natürlich und gemütlich im Einklang mit Ihrem Atemrhythmus. Wenn Sie angekommen sind, drehen Sie sich um und gehen auf dieselbe Art zehn Schritte wieder zurück. Nach und nach können Sie die Schrittzahl erhöhen und die Meditationszeit verlängern.
  4. Gehmeditation in der Natur: Wenn Sie sich mit der Art der Praxis in Ihrem gewohnten Umfeld auseinandergesetzt haben und Sie sich bereit fühlen, können Sie die Meditation in die Natur verlagern. Besonders entspannend ist sie barfuß im Wald oder am Strand, wo Sie sich voll und ganz auf das Gehen konzentrieren können und frische Wald- oder Seeluft Ihre Atmung anregt.
  5. Meditieren im Alltag: Wie bei allem macht auch bei der Gehmeditation die Übung den Meister. Wer es schafft, beim bewussten Spazieren Körper und Seele in Einklang zu bringen und zur Ruhe zu finden, kann die Praktik auch im Alltag anwenden. Ob beim Weg zur Arbeit oder beim Gang zum Fitnessstudio – fast überall lässt sich eine kurze Session einbauen. Mit ein wenig Übung wird es Ihnen auch gar nicht mehr schwerfallen, sich auch im alltäglichen Gewusel einer Großstadt ganz auf Ihr Inneres zu konzentrieren und die Gehmeditation für sich zu nutzen. 
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Gehmeditation ist eine tolle und einfache Praxis, die sich leicht in den Alltag integrieren lässt. Das achtsame Gehen hilft in stressigen Zeiten, zu innerer Ruhe und Balance zurückzufinden und Probleme aus dem Kopf verschwinden zu lassen. Besonders toll ist an dieser buddhistischen Tradition, dass sie immer und überall ausgeführt werden kann.

Quellen:

So praktizierst du Gehmeditation

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