Gehirnerschütterung: Erste Hilfe bei Kopf-Verletzungen

Diese Symptome sollten Sie ernst nehmen: Praxisvita erklärt, was auf eine Gehirnerschütterung hindeuten kann.

Eigentlich wollte Claudia H. nur Brötchen beim Bäcker um die Ecke holen. Doch sie übersah beim Eingang eine Stufe. Sie stürzte sehr unglücklich und stieß ihren Kopf am Tresen. Ihr wurde schwarz vor Augen, sie blutete stark. Der Rettungsdienst brachte sie nach der Erst-Versorgung in die Notaufnahme.

Da die Kopfhaut zu den am stärksten durchbluteten Regionen des Körpers gehört, sieht hier eine Platzwunde gleich sehr dramatisch aus. Dann steht die Versorgung mit Verbandsmaterial als erste Maßnahme im Vordergrund. Doch selbst, wenn Sie äußerlich keine Verletzung sehen und Sie bei Bewusstsein sind, ist die Gefahr noch nicht gebannt.

 

Signale einer Gehirnerschütterung

Achten Sie nach einem Unfall, bei dem Sie sich den Kopf verletzt haben, auf die Signale Ihres Körpers. Treten Bewusstseinstrübung, Schwindel, starke Kopfschmerzen oder Übelkeit auf, lassen Sie sich zum Arzt bringen. Leiden Sie unmittelbar danach unter Schlafstörungen oder erhöhter Licht-Empfindlichkeit, müssen Sie ebenfalls zur Untersuchung.

Im besten Fall stellt der Mediziner eine leichte Gehirnerschütterung fest, die nach weniger als einer Woche wieder abklingt. Ruhen Sie sich aus und vermeiden Sie Stress und körperliche Anstrengung.

Bei einer schwereren Form der Gehirnerschütterung ist eine stationäre Überwachung im Krankenhaus für mindestens 24 Stunden erforderlich. Manchmal ist es auch notwendig, mit Medikamenten die Symptome zu behandeln. Bei Gehirn-Prellungen oder -Quetschungen müssen Sie einige Tage in der Klinik bleiben.

Schwindel kann ein Symptom bei einer Gehirnerschütterung sein
Achten Sie nach einem Unfall am Kopf auf typische Symptome einer Gehirnerschütterung, wie zum Beispiel Schwindel oder Übelkeit© shutterstock

Um abzuklären, ob schwere innere Verletzungen entstanden sind, führt der Arzt eine Computer-Tomografie (CT) oder eine Magnetresonanz-Tomografie (MRT) durch.

Damit erkennt er Blutungen oder Wasser-Ansammlungen (Ödeme) im Gehirn – und kann sofort mit der richtigen Behandlung beginnen: Häufig kommen entwässernde Medikamente zum Einsatz, um schnell zu verhindern, dass erhöhter Druck entsteht. Dieser könnte sogar lebensgefährlich werden! Denn das Gehirn ist von der harten Schädeldecke umgeben – eine Ansammlung von Blut oder Flüssigkeit kann deshalb nicht entweichen.

Verschlechtert sich der Zustand des Patienten, schlagen die Überwachungs-Geräte sofort Alarm: Experten beginnen umgehend mit weiteren Maßnahmen – auch operativen Eingriffen -, um den gefährlichen Druck abzubauen. Dann besteht Hoffnung auf Genesung – ohne bleibende Schäden.

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