Gehirne von Bewegungsmuffeln altern schneller

Stephanie Pingel
Frau schnappt nach Luft beim Laufen
Es ist nie zu spät, um mit Fitness anzufangen – so lässt sich einer neuen Studie zufolge auch das Gehirn vor Alterung schützen © Fotolia

Ein Grund mehr für regelmäßiges Training: Laut einer neuen Studie altert das Gehirn schneller, wenn man im mittleren Lebensabschnitt untrainiert ist.

Dass das Gehirn im Laufe des Lebens schrumpft, ist längst erwiesen. Typische Risikofaktoren, die diesen Prozess beschleunigen, sind beispielsweise Rauchen, Übergewicht und Diabetes. Jetzt haben Forscher an der Boston University School of Medicine herausgefunden, dass auch das eigene Fitnesslevel Einfluss auf die Alterung des Gehirns haben kann.

 

Schlechte Fitnessleistung lässt das Gehirn schneller altern

Bei 1.583 Personen mit einem Durchschnittsalter von 40 Jahren wurde für eine Herzstudie das Fitnesslevel anhand von Laufband-Tests ermittelt. Außerdem wurden Magnetresonanztomographien (MRT) zur Abbildung des Gehirns durchgeführt. Zu diesem Zeitpunkt hatte keiner der Probanden eine Herzkrankheit. Zwanzig Jahre später wurden die Tests wiederholt. Dabei fiel auf: Das Gehirnvolumen der Testteilnehmer, die bei der ersten Untersuchung unterdurchschnittlich trainiert gewesen waren, war im Vergleich zu den gut trainierten Personen geringer. Die Forscher errechneten anhand der Daten, dass das Gehirn bei den untrainierten Probanden um bis zu zwei Jahre älter war.

Auch bei den Personen, die im ersten Test Bluthochdruck und eine hohe Herzfrequenz aufwiesen, hatte sich das Gehirnvolumen deutlich verkleinert. Sowohl Bluthochdruck als auch eine hohe Herzfrequenz gelten als Risikofaktoren für spätere Herzleiden. Zusätzlich stellten die Forscher fest, dass im Zeitraum zwischen beiden Tests die Anzahl der Personen, die an Bluthochdruck litten, von neun auf 28 Prozent angestiegen war.

 

Warum Bewegung für Risikopatienten von Herzleiden so wichtig ist

„Unsere Ergebnisse sind besonders für Menschen wichtig, die an einer Herzkrankheit leiden oder ein erhöhtes Risiko dafür haben. Bei ihnen war das Verhältnis zwischen dem eigenen Fitnesslevel im mittleren Lebensabschnitt und der Alterung des Gehirns sehr ausgeprägt“, erklärt Nicole Spartano, die die Studie leitete. Einen genauen Hinweis darauf, wie viel man im mittleren Alter trainieren sollte, um das Hirn zu schützen, kann die Studie selbst allerdings nicht liefern: Der Schwierigkeitsgrad des zweiten Laufbandtests war etwas geringer. Somit konnte die maximale Leistungskapazität der inzwischen um die 60 Jahre alten Probanden nicht genau festgestellt werden. Allerdings lag der Schwerpunkt der Studie auch nicht auf dem Zusammenhang zwischen körperlicher Fitness und der Alterung des Gehirns, sondern auf den möglichen Risiken für spätere Herzleiden.

Dennoch zeigt die Untersuchung deutlich, dass körperliches Training auch unser Gehirn schützen kann. Im mittleren Lebensalter ist es für den Start  noch nicht zu spät: Frühere Studien haben bereits gezeigt, dass sich die Kondition von Personen, die erst mit 50 mit regelmäßigen Workouts anfingen, bereits nach sechs Wochen deutlich verbessert hatte. Für Anfänger eignen sich beispielsweise schnelles Gehen oder leichtes Jogging gut als Ausdauertraining. Weitere Tipps zur Motivation finden Sie in unserer Bildergalerie „So lernen Sie, Sport zu lieben.“

Hamburg, 13. Februar 2016

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