Geh mal zum Arzt, Mann – Die häufigsten Männerleiden

Redaktion PraxisVITA

Männer sind Ärztemuffel. Erfahren Sie hier, warum sie ihre Symptome verharmlosen – und wieso Frauen trotzdem ein bisschen gnädiger mit leidenden Männern sein sollten.

„Kannst du mir einen Tee machen?“ Röchel, hust. „Und etwas zu essen bringen? Ich fühl mich total schlapp!“ Wenn der Liebste erkältet ist, geht meist nichts mehr. So ein lebensbedrohlicher Schnupfen verlangt schließlich totale Bewegungslosigkeit und Ruhe.

Okay, genug gespottet. Denn zur Verteidigung der „Gekränkten“ muss man sagen: Die Abwehrkräfte von Männern reagieren nicht so zackig und intensiv auf aggressive Viren wie die von Frauen. US-amerikanische Forscher fanden heraus: Während wir nach ein paar Tagen mit viel Schlaf und Tee, (den wir uns natürlich selbst kochen), wieder fit sind, haben Männer in der Tat schlimmer – und länger – unter einer Virusinfektion zu leiden. Bis es jedoch dazu kommt, dass sie sich eine wirklich ernst zu nehmende Krankheit eingestehen, muss einiges passieren. Denn die meisten Männer machen einen auf Indianer – und die kennen ja keinen Schmerz. Hinter dieser Haltung steckt übrigens ein Quäntchen Wahrheit: Männer sind tatsächlich unempfindlicher gegen ein Ziepen und Zwacken, weil das männliche Hormon Testosteron schmerzhemmend wirkt – während das Frauenhormon Östrogen den gegenteiligen Effekt hat.

 

Das männliche Immunsystem gibt Viren viel langsamer Kontra

Dass Männer besorgniserregende Beschwerden selbst untereinander verharmlosen, ist aber auch Imagesache. Lieber Held oder Hasi? Die Antwort wird unter Großstadt-Indianern einvernehmlich beantwortet. „Aus gesellschaftlicher Sicht sind Männer erst dann krank, wenn sie massive körperliche Symptome aufweisen“, sagt Sozialwissenschaftler Matthias Stiehler von der deutschen Gesellschaft für Männergesundheit. Die Folge dieser Selbstbeschwindelei: Männer gehen, wenn überhaupt, oft erst spät zum Arzt. Fallen dann aber zwei Tage länger aus als Frauen.

Bei Frauen gilt das Gegenteil: Sie fackeln nicht lang bis zum Arztbesuch. Und sprechen auch gern über ihre Zipperlein. Der Grund: „Frauen haben ein besseres Körpergefühl und wollen sich Sicherheit verschaffen, dass alles okay ist“, sagt Susanna Kramarz vom Berufsverband der Frauenärzte. Und: Viele Arzttermine dienen der Vorsorge.

 

Frauen gehen doppelt so häufig zur Vorsorge wie Männer

Zu denen gehen Frauen nämlich doppelt so häufig wie Männer. Wo die sich überhaupt nicht gern sehen lassen: beim Urologen. Laut einer Umfrage der „Ärztezeitung“ waren sechs von zehn Männern noch nie dort. Und auch vor der jährlichen Prophylaxe beim Zahnarzt kneifen 54 Prozent. Wie man so einem Ärztemuffel Beine macht? Am besten mit einem liebevollen kleinen Schubser, wenn er mal wieder beteuert, dass das „schon von alleine wieder weggeht.“

Wir zeigen Ihnen in der Praxisvita Bildergalerie die fünf häufigsten Männerleiden und verraten Ihnen nicht nur, wie man am besten vorbeugt sondern auch, wo man schnelle Hilfe bekommt.

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